Ein 14-jähriger Schüler hat am Mittwoch, den 15. April 2026, in der südtürkischen Provinz Kahramanmaraş neun Menschen getötet. Die Ermittler vermuten eine frauenfeindliche Ideologie als mögliches Motiv für den Angriff an der Ayser-Çalık-Sekundarschule. Unter den Opfern befinden sich acht Kinder im Alter von 10 bis 11 Jahren sowie eine 55-jährige Lehrkraft.

Neun Todesopfer in Kahramanmaraş

Ein 14-jähriger Schüler tötete acht Kinder und eine Lehrkraft an einer Sekundarschule.

Verdacht auf Incel-Ideologie

Bezüge zum US-Amokläufer Elliot Rodger auf dem Handy des Täters deuten auf ein frauenfeindliches Motiv hin.

Zweiter Vorfall binnen 48 Stunden

Bereits am Vortag gab es einen Schusswaffenangriff an einer Schule in Şanlıurfa mit 16 Verletzten.

Staatliches Vorgehen gegen Online-Postings

Die Behörden ließen 83 Personen festnehmen und sperrten hunderte Social-Media-Konten wegen Verherrlichung der Taten.

Ein 14-jähriger Schüler hat am Mittwoch, den 15. April 2026, in der südtürkischen Provinz Kahramanmaraş neun Menschen getötet. Bei den Opfern handelte es sich laut einer von der Stadtverwaltung Kahramanmaraş veröffentlichten Liste um acht Kinder – fünf Jungen und drei Mädchen – im Alter zwischen 10 und 11 Jahren sowie eine 55-jährige Lehrkraft. Dreizehn weitere Personen wurden verletzt. Der Schütze, der zwei Klassenzimmer betrat und wahllos das Feuer eröffnete, nachdem er mit in seinem Rucksack verborgenen Waffen in der Schule eingetroffen war, starb ebenfalls am Tatort. Der Gouverneur von Kahramanmaraş, Mükerrem Ünlüer, erklärte jedoch, es bleibe ungeklärt, ob es sich um einen Suizid handelte oder ob der Tod im Chaos des Angriffs eintrat. Die Beisetzungen der neun Opfer wurden für Donnerstag, den 16. April, anberaumt.

Bild eines Incel-Anführers auf Mobiltelefon des Schützen gefunden Die türkische Polizei gab bekannt, dass Ermittler auf dem WhatsApp-Profil des Schützen ein Bild mit Bezug zu Elliot Rodger gefunden haben, was auf ein mögliches frauenfeindliches Motiv hindeutet. „Erste Ermittlungsergebnisse zeigten, dass der Täter auf seinem WhatsApp-Profil ein Bild verwendete, das auf Elliot Rodger verwies, der 2014 einen Anschlag in den Vereinigten Staaten verübte.” — Türkisches Polizeihauptpräsidium via France 24 Rodger hatte 2014 auf dem Campus der University of California, Santa Barbara, sechs Menschen getötet und anschließend Suizid begangen. In einem vor der Tat veröffentlichten Video erklärte er, der Angriff sei eine „Strafe“ für Frauen, die ihn abgewiesen hatten. Sein Name gilt seither als Bezugspunkt für gewaltbereite, frauenfeindliche Ideologien im Internet, insbesondere innerhalb der Incel-Bewegung. Die türkische Polizei erklärte, nach ersten Erkenntnissen bestehe kein Zusammenhang zum Terrorismus; es handele sich offenbar um eine Einzeltat. Der Vater des Schützen, der als ehemaliger Polizeiinspektor identifiziert wurde, wurde am Mittwoch festgenommen und in Untersuchungshaft genommen, da die Behörden davon ausgehen, dass die Tatwaffen ihm gehörten. Bei Durchsuchungen des Wohnhauses und des Fahrzeugs des Vaters sichergestellte digitale Geräte werden derzeit ausgewertet.

9 (Getötete) — Opfer des Schulamoklaufs in Kahramanmaraş

Amokläufe an Schulen waren in der Türkei bisher selten, obwohl das Land ein erhebliches Problem mit illegalen Schusswaffen hat. Nach Schätzungen einer lokalen Stiftung zirkulieren in der Türkei zweistellige Millionenbeträge an Schusswaffen, die Mehrheit davon illegal – ein Zustand, der die Behörden wiederholt besorgt hat. Der Angriff in Kahramanmaraş ereignete sich an der Ayser-Çalık-Sekundarschule und betraf fünfte Klassen, das erste Jahr der türkischen Sekundarstufe I.

Zweiter Schulamoklauf in der Türkei innerhalb von 48 Stunden Der Angriff in Kahramanmaraş ereignete sich nur einen Tag nach einer weiteren Schießerei an einer Berufsschule im Distrikt Siverek in der Provinz Şanlıurfa, etwa 200 Kilometer weiter östlich. Bei diesem Vorfall am Dienstag, den 14. April, verletzte ein 18-jähriger Schüler 16 Personen – zehn Schüler und vier Lehrer – bevor er sich selbst tötete. Die kurz aufeinanderfolgenden Taten lösten landesweite Betroffenheit und Proteste aus. Dutzende Mitglieder großer Lehrergewerkschaften versammelten sich am Mittwochabend vor dem Bildungsministerium in Ankara. Die Gewerkschaftsmitglieder trugen Transparente mit der Aufschrift „Wir werden unsere Schulen nicht der Gewalt überlassen“ und riefen zu einem zweitägigen landesweiten Streik auf. In Kahramanmaraş wurde angeordnet, die Schulen am Donnerstag und Freitag geschlossen zu halten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan äußerte sein Bedauern über den folgenschweren Angriff.

Behörden sperren hunderte Konten wegen Verherrlichung der Taten Die türkische Polizei ging zügig gegen Online-Inhalte im Zusammenhang mit den beiden Taten vor und ordnete die Festnahme von 83 Personen an, denen vorgeworfen wird, die Verbrechen verherrlicht oder die öffentliche Ordnung beeinträchtigt zu haben. „Gegen 83 Personen, die durch Beiträge und Aktivitäten zur Verherrlichung von Straftaten und Tätern die öffentliche Ordnung negativ beeinflussten, wurden Haftbefehle erlassen und rechtliche Schritte eingeleitet.” — Türkisches Polizeihauptpräsidium via France 24 Zusätzlich zu den Festnahmen sperrten die Behörden den Zugang zu 940 Social-Media-Konten und schlossen 93 Telegram-Gruppen. Gouverneur Mükerrem Ünlüer reagierte zudem auf die Verbreitung von Falschinformationen im Internet und erklärte, Berichte über Angriffe an anderen Schulen entsprächen nicht der Realität. Die beiden Vorfälle haben in der Türkei die Debatte über die Verbreitung illegaler Waffen und die Radikalisierung Jugendlicher durch gewaltbereite Ideologien auf Online-Plattformen neu entfacht.

Schulmassaker in der Türkei – April 2026: — ; — ; —

Mentioned People

  • Mükerrem Ünlüer — Gubernator prowincji Kahramanmaraş
  • Elliot Rodger — Amerykański masowy morderca urodzony w Wielkiej Brytanii, sprawca zabójstw w Isla Vista w 2014 roku

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