Am Mittwoch, den 15. April 2026, hat ein 14-jähriger Schüler der achten Klasse an der Ayser-Çalık-Mittelschule in Kahramanmaraş das Feuer eröffnet. Bei der Tat kamen acht Schüler und eine Lehrkraft ums Leben, weitere 13 Personen wurden verletzt. Es handelt sich um den zweiten schweren Vorfall an einer türkischen Bildungseinrichtung innerhalb von 48 Stunden.
Neun Todesopfer in Kahramanmaraş
Ein 14-Jähriger tötete am Mittwoch acht Schüler und einen Lehrer mit Waffen, die vermutlich seinem Vater gehörten.
Zwei Angriffe innerhalb von 48 Stunden
Bereits am Dienstag verletzte ein 19-jähriger Täter in der Provinz Şanlıurfa 16 Menschen an einer Berufsschule.
Untersuchungen gegen Angehörige
Der Vater des 14-jährigen Schützen, ein ehemaliger Polizist, wurde festgenommen; die Herkunft der Tatwaffen wird geprüft.
Kritik an Bildungspolitik
Lehrergewerkschaften sehen in den Taten Anzeichen für soziale Probleme und protestieren in Ankara gegen die aktuelle Politik.
Ein 14-jähriger Schüler der achten Klasse hat am Mittwoch, den 15. April 2026, an der Ayser-Çalık-Mittelschule im Bezirk Onikişubat der Provinz Kahramanmaraş das Feuer eröffnet. Neun Menschen – acht Schüler und ein Lehrer – kamen dabei ums Leben. 13 weitere Personen wurden verletzt, von denen sechs auf Intensivstationen behandelt werden; drei befinden sich in kritischem Zustand. Der Angreifer, der als Sohn eines ehemaligen Polizeiinspektors identifiziert wurde, schmuggelte fünf Schusswaffen und sieben Magazine in einem Rucksack in die Schule. Er betrat zwei Klassenzimmer, in denen Schüler im Alter zwischen zehn und elf Jahren unterrichtet wurden. Auch der Schütze starb am Tatort, wobei die Behörden erklärten, es sei noch unklar, ob er Suizid beging oder im Zuge des Chaos ums Leben kam. Der türkische Innenminister Mustafa Çiftçi schloss ein terroristisches Motiv aus und beschrieb den Vorfall als persönlichen Angriff eines Schülers. Der Amoklauf war der zweite Angriff auf eine Schule in der Türkei innerhalb weniger Tage, nachdem es weniger als 24 Stunden zuvor zu einem Vorfall in der Provinz Şanlıurfa gekommen war.
Vater festgenommen – Ermittlungen zur Herkunft der Waffen Der Vater des Angreifers, ein ehemaliger lokaler Polizeiinspektor, wurde nach der Tat von den Behörden festgenommen, wie die staatliche Agentur Anadolu unter Berufung auf RFI berichtete. Der Gouverneur von Kahramanmaraş, Mükerrem Ünlüer, erklärte vor Journalisten, der Schüler sei mit in seiner Tasche verborgenen Waffen in der Schule erschienen und habe in zwei Klassenzimmern wahllos das Feuer eröffnet. „„Ein Schüler kam mit Waffen im Rucksack, die vermutlich seinem Vater gehörten, in die Schule. Er betrat zwei Klassenzimmer und schoss wahllos um sich.“” — Mükerrem Ünlüer via RFI Der Gouverneur fügte hinzu, dass die Umstände des Todes des Schützen noch untersucht würden. Bisher sei nicht bekannt, ob es sich um einen Suizid handelte oder ob der Tod im Tumult eintrat. Der türkische Justizminister Akın Gürlek gab bekannt, dass die Staatsanwaltschaft von Kahramanmaraş eine formelle Untersuchung eingeleitet habe. Das Innenministerium ordnete an, dass die Schulen in der Provinz Kahramanmaraş am Donnerstag und Freitag geschlossen bleiben. In sozialen Netzwerken verbreitete Videos zeigten laut Rai News Schüler, die aus Fenstern im zweiten Stock sprangen, um den Schüssen zu entkommen, während andere in Panik durch die Korridore liefen.
Angriff in Şanlıurfa am Vortag forderte 16 Verletzte Bereits am Vortag, Dienstag, dem 14. April, hatte ein 19-jähriger ehemaliger Schüler an der Berufsschule Ahmet Koyuncu in Siverek (Provinz Şanlıurfa) das Feuer eröffnet. Dabei wurden 16 Menschen verletzt, bevor der Täter sich selbst das Leben nahm. Der Gouverneur von Şanlıurfa, Hasan Şıldak, erklärte, der Angreifer habe das Gelände unbemerkt betreten und zunächst von außerhalb des Gebäudes geschossen, bevor er eindrang und Berichten zufolge Schüler als Geiseln nahm. Der Täter nutzte ein Jagdgewehr. Unter den 16 Verletzten befanden sich laut Notícias ao Minuto zehn Schüler, vier Lehrer, ein Polizeibeamter und ein Mitarbeiter der Cafeteria. Der Angreifer starb bei einer Konfrontation mit der Polizei. Neun der Opfer aus Şanlıurfa befanden sich am Mittwoch laut RFI weiterhin im Krankenhaus.
16 (Verletzte) — Opfer beim Angriff auf die Schule in Şanlıurfa am 14. April
Amokläufe an Schulen gelten in der Türkei als seltenes Phänomen. Die Gesetzgebung sieht strenge Anforderungen für den Waffenbesitz vor, darunter ein Mindestalter von 21 Jahren und eine Genehmigungspflicht für das Führen von Waffen. Trotz dieses rechtlichen Rahmens schätzt eine lokale Stiftung laut Notícias ao Minuto, dass Millionen illegaler Waffen im Land im Umlauf sind. Die beiden Angriffe im April 2026 führten zu sofortigen Reaktionen der Lehrergewerkschaften; einige hatten nach dem ersten Vorfall für Mittwoch zu einem eintägigen Streik aufgerufen.
Erdoğan kündigt Aufklärung an, Gewerkschaften fordern Reformen Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte, dass jeder, der Fahrlässigkeit oder Verstöße im Zusammenhang mit den Angriffen zugelassen habe, zur Rechenschaft gezogen werde. Innenminister Mustafa Çiftçi sagte gegenüber Reportern, dass die notwendigen Vorkehrungen getroffen würden, ohne jedoch konkrete Maßnahmen zu nennen. „„Es handelte sich ausschließlich um einen persönlichen Angriff eines unserer Schüler; es ist kein terroristischer Vorfall.“” — Mustafa Çiftçi via Notícias ao Minuto Die Gewerkschaft Egitim Sen betonte, dass die beiden Ereignisse nicht als isolierte Gewaltfälle betrachtet werden könnten. Sie kritisierte die Bildungspolitik und verwies auf wachsende soziale Ungleichheiten, Perspektivlosigkeit unter Jugendlichen sowie einen Prestigeverlust von Schulen und Lehrkräften. Gewerkschaftsmitglieder demonstrierten am Mittwoch vor dem Bildungsministerium in Ankara. Die Agentur Anadolu berichtete, dass den türkischen Medien die Verbreitung traumatischer Bilder des Angriffs in Kahramanmaraş untersagt wurde. Die Opposition forderte verstärkte Sicherheitsvorkehrungen in Bildungseinrichtungen im ganzen Land.
Zwei Schulangriffe in der Türkei, April 2026: — ; —
Mentioned People
- Mustafa Çiftçi — Minister Spraw Wewnętrznych Republiki Turcji
- Mükerrem Ünlüer — Gubernator prowincji Kahramanmaraş
- Recep Tayyip Erdoğan — Prezydent Turcji
- Akın Gürlek — Minister Sprawiedliwości Turcji
Sources: 125 articles
- Turquia vive dias de violência com tiroteios em escolas. Que se sabe? (Notícias ao Minuto)
- Стрілянина в школі у Туреччині: 9 загиблих, 13 поранених (Deutsche Welle)
- Veertienjarige schiet met 'vaders wapens' acht medeleerlingen, docent en zichzelf dood op Turkse school (NRC)
- Novo tiroteio em escola no sul da Turquia deixa ao menos nove mortos (RFI)
- Turchia, terrore a scuola. Studenti si lanciano dalle finestre per salvarsi, il video (Rai news)
- "Massaker" an türkischer Schule: Der Angreifer kam mit einem Rucksack voller Waffen (N-tv)
- Vier doden en twintig gewonden bij schietpartij op Turkse middelbare school (de Volkskrant)
- Mindestens vier Tote und 20 Verletzte bei Schüssen an Schule in der Türkei (Neue Zürcher Zeitung)
- Turkey, school shooting death toll rises to 9 (Adnkronos)
- Турция, число жертв стрельбы в школе возросло до 9 (Adnkronos)