Die französische Wettbewerbsbehörde hat gegen den Fachhandelsverband Synadis Bio sowie Tochterunternehmen von Carrefour und Intermarché Bußgelder in Höhe von insgesamt 12,67 Millionen Euro verhängt. Den Beteiligten wird vorgeworfen, über sieben Jahre hinweg Preisvergleiche verhindert und Markenprodukte gezielt aus Supermärkten ferngehalten zu haben. Die Absprachen zwischen den Akteuren bestanden laut Behördenentscheidung von März 2017 bis Oktober 2024.
Kartell über sieben Jahre
Zwischen März 2017 und Oktober 2024 koordinierten Bio-Fachhändler und Einzelhandelsketten eine Strategie zur künstlichen Preistrennung.
Hauptstrafe für Synadis Bio
Der Fachhandelsverband wurde als Initiator eingestuft und muss die Höchststrafe von 10 Millionen Euro zahlen.
Verhinderung von Preisvergleichen
Ziel der Absprachen war es, identische Marken nicht gleichzeitig in Supermärkten und Bio-Läden anzubieten, um günstigere Preise im Massenmarkt zu verhindern.
Beteiligung großer Ketten
Auch Tochterfirmen von Carrefour und Les Mousquetaires wurden für ihre teilweise Mitwirkung sanktioniert.
Die französische Wettbewerbsbehörde hat am 16. April 2026 Geldbußen in Höhe von insgesamt 12,67 Millionen Euro gegen die Bio-Einzelhandelsvereinigung Synadis Bio sowie Tochtergesellschaften von Carrefour und Intermarché-Les Mousquetaires verhängt. Grund ist die Bildung eines Kartells im Bio-Sektor, das über mehr als sieben Jahre bestand. Die Behörde stellte fest, dass die Parteien eine gemeinsame Strategie koordiniert hatten, um den gleichzeitigen Verkauf identischer Bio-Marken in spezialisierten Bio-Läden und herkömmlichen Supermärkten zu verhindern. Damit sollte ein Preisvergleich zwischen den beiden Vertriebswegen gezielt unterbunden werden. Nach Angaben der Behörde dauerte die Kooperation von März 2017 bis Oktober 2024 an. Synadis Bio wurde als Hauptinitiator identifiziert und erhielt mit 10 Millionen Euro das höchste Einzelbußgeld. Die Behörde kam zu dem Schluss, dass den Verbrauchern durch diese Regelung die Möglichkeit vorenthalten wurde, bestimmte Marken im Lebensmitteleinzelhandel zu potenziell niedrigeren Preisen zu finden als im Fachhandel.
Der Bio-Einzelhandel in Frankreich ist in den letzten Jahrzehnten erheblich gewachsen, wobei sich spezialisierte Ketten wie Biocoop, La Vie Claire und Naturalia als dominante Akteure bei zertifizierten Bio-Produkten etabliert haben. Synadis Bio, das Syndicat national des distributeurs spécialisés de produits biologiques et diététiques, fungiert als Interessenvertretung dieser spezialisierten Händler. Die von Synadis Bio repräsentierten Marken betreiben zusammen rund 2.000 Filialen, erwirtschaften einen Jahresumsatz von etwa 3 Milliarden Euro und decken 40 bis 50 Prozent des Bio-Marktes in Frankreich ab. Die Branche beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter.
Synadis Bio nutzte interne Regeln zur Durchsetzung von Exklusivität Synadis Bio setzte die Kartellstrategie durch Vorstandssitzungen und eine 2018 verabschiedete interne Richtlinie um, die den Mitgliedern den Vertrieb von Produkten untersagte, die auch in herkömmlichen Supermärkten angeboten wurden. Die Wettbewerbsbehörde bezeichnete dies als gezielten Versuch, die Preisvergleichbarkeit zu verhindern. Eine solche Vergleichbarkeit hätte laut Behörde „zu einem allgemeinen Preisverfall zu Lasten der Fachgeschäfte führen können“. Der Verband vertritt Marken wie Biocoop, La Vie Claire, Naturalia – eine Tochtergesellschaft von Casino – und Accord Bio. Durch die koordinierte Ausgrenzung gemeinsamer Marken aus dem konventionellen Einzelhandel hielt das Kartell de facto ein höheres Preisniveau im Bio-Fachhandel aufrecht. Die Behörde stufte Synadis Bio als treibende Kraft der Absprachen ein und unterschied deren Rolle von den anderen sanktionierten Parteien, die sich lediglich sporadisch beteiligt hätten.
Sanktionen gegen Tochtergesellschaften von Carrefour und Intermarché Die E-Commerce-Plattform Greenweez wurde wegen ihrer aktiven Beteiligung an den wettbewerbswidrigen Praktiken zusammen mit ihrer Muttergesellschaft Carrefour SA zu einer Geldstrafe von 1,85 Millionen Euro verurteilt. ITM Entreprises, eine Tochtergesellschaft der Gruppe Les Mousquetaires, erhielt eine Geldbuße von 740.000 Euro, ebenfalls gesamtschuldnerisch mit der Muttergesellschaft. Les Comptoirs de la Bio, die auf Bio-Produkte spezialisierte Marke der Mousquetaires-Intermarché-Gruppe, wurde separat mit einer Strafe von 80.000 Euro belegt. Die Behörde merkte an, dass diese Unternehmen im Vergleich zu Synadis Bio weniger regelmäßig am Kartell teilnahmen, jedoch dennoch eine aktive Rolle bei der Aufrechterhaltung der Vereinbarungen spielten. Die Gesamtsumme der Bußgelder beläuft sich auf 12,67 Millionen Euro.
12.67 (Millionen Euro) — Summe der verhängten Bußgelder im Bio-Kartellfall
Wichtige Daten im französischen Bio-Kartellfall: — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Benoît Cœuré — Prezes Urzędu ds. Konkurencji od 20 stycznia 2022 roku
Sources: 6 articles
- Plus de 12 millions d'euros d'amendes infligés à des distributeurs impliqués dans un cartel du bio (Franceinfo)
- Le syndicat des magasins et des distributeurs bio écope d'amendes à hauteur de 12,67 millions d'euros pour des pratiques jugées anticoncurrentielles (Le Monde.fr)
- Pratiques anticoncurrentielles : 12,67 millions d'euros d'amendes pour le syndicat des magasins bio et des distributeurs (SudOuest.fr)
- Distribution de produits bio: 12,67 millions d'euros d'amendes pour pratiques anticoncurrentielles (Mediapart)
- Des amendes de 12,7 millions d'euros infligées au syndicat des magasins bio et à des distributeurs pour une "entente" (Le Figaro.fr)
- Produits bio : 12,67 millions d'euros d'amendes pour le syndicat des magasins bio et des distributeurs (Le Parisien)