Ein US-Bundesgericht in Manhattan hat den Unterhaltungskonzern Live Nation und dessen Tochtergesellschaft Ticketmaster für schuldig befunden, gegen das Kartellrecht verstoßen zu haben. Die Geschworenen kamen nach viertägigen Beratungen zu dem Schluss, dass das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung für unzulässige Preisaufschläge missbraucht hat.
Urteil wegen Monopolbildung
Eine Jury in Manhattan befand Live Nation und Ticketmaster des Verstoßes gegen das Kartellrecht für schuldig.
Überhöhte Ticketpreise
Festgestellt wurde ein durchschnittlicher unzulässiger Aufschlag von 1,72 US-Dollar pro verkauftem Ticket.
Zerschlagung droht
Dem Konzern drohen nach dem Urteil die Abspaltung von Ticketmaster oder umfassende Verkäufe von Unternehmensteilen.
Eine zivile Bundesjury in Manhattan hat Live Nation Entertainment und die Tochtergesellschaft Ticketmaster am 15. April 2026 für schuldig befunden, ein illegales Monopol unter Verstoß gegen das US-Kartellrecht unterhalten zu haben. Das Urteil am Southern District of New York stellte fest, dass Ticketmaster den Kunden pro verkauftem Ticket einen Betrag von durchschnittlich 1.72 (USD pro Ticket) — Aufschlag durch Ticketmaster pro verkauftem Ticket zu viel berechnet hat. Geklagt hatten 34 US-Bundesstaaten, die einen Anfang März 2026 zwischen Live Nation und dem US-Justizministerium geschlossenen Vergleich abgelehnt hatten. In diesem Vergleich hatte Live Nation zugestimmt, 280 Millionen Dollar zu zahlen und 13 Veranstaltungsorte zu veräußern. Richter Arun Subramanian, der den Prozess leitete, wird nun in einem separaten Verfahren über die Rechtsfolgen entscheiden. Die Möglichkeiten reichen von Schadenersatzzahlungen bis hin zur erzwungenen Veräußerung von Firmenteilen oder der vollständigen Zerschlagung des Konzerns. US-Bundesstaaten hielten an Klage trotz Vergleich des Justizministeriums festDie Klage wurde ursprünglich im Jahr 2024 vom Justizministerium und 40 Bundesstaaten eingereicht. Live Nation wurde vorgeworfen, seine Dominanz als Konzertveranstalter zu nutzen, um Hallenbetreiber in langfristige Exklusivverträge mit Ticketmaster zu zwingen und so Wettbewerber vom Markt fernzuhalten. Wenige Tage nach Prozessbeginn verkündete die Trump-Administration eine Einigung über ihre Ansprüche: Live Nation sollte 280 Millionen Dollar Schadenersatz leisten, 13 Spielstätten verkaufen und eine Obergrenze für Servicegebühren in bestimmten Arenen akzeptieren. Zudem sollten Promotoren und Veranstaltungsorte neue Optionen für den Ticketvertrieb erhalten. Der Vergleich sah jedoch keine Trennung von Live Nation und Ticketmaster vor – eine Bedingung, die eine Mehrheit der Bundesstaaten als unzureichend erachtete. Mehr als 30 Bundesstaaten führten den Prozess fort mit der Begründung, die Bundesregierung habe nicht genügend Zugeständnisse erwirkt. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta, ein Demokrat, wertete das Urteil als Absage an den Kurs der aktuellen Regierung bei der Regulierung von Großkonzernen.„„Angesichts des Rückgangs der Kartellrechtsdurchsetzung unter der Trump-Administration zeigt dieses Urteil, wie weit die Bundesstaaten gehen können, um unsere Bürger vor Großkonzernen zu schützen, die ihre Macht nutzen, um Preise illegal zu erhöhen und die Amerikaner zu übervorteilen.“” — Rob Bonta via SudOuest.frLive Nation und Ticketmaster fusionierten 2010 mit Genehmigung des Justizministeriums unter Auflagen. Kritiker werfen dem Unternehmen seit Jahren vor, die Bedingungen dieser Vereinbarung nicht einzuhalten. Die 2024 eingereichte Klage beschuldigte Live Nation einer horizontalen und vertikalen Integration, die es ermöglichte, ein Monopol in der Live-Unterhaltungsbranche aufrechtzuerhalten. Ticketmaster wurde 1976 gegründet; laut einem Anwalt der Bundesstaaten kontrolliert das Unternehmen heute 86 Prozent des Marktes für Konzerte und 73 Prozent des Gesamtmarktes inklusive Sportveranstaltungen. Der Fall erlangte unter anderem durch den chaotischen Vorverkauf für Taylor Swifts „Eras Tour“ öffentliche Bekanntheit, der von langen Wartezeiten, Systemfehlern und hohen Preisen geprägt war und Untersuchungen im Kongress auslöste. Ticketgebühren in den USA fast doppelt so hoch wie in EuropaDer Prozess lieferte detaillierte Einblicke in die Struktur der Branche und die Kostenbelastung für die Verbraucher. Der Leiter von AEG Presents, dem wichtigsten Wettbewerber, sagte aus, dass die durchschnittlichen Gebühren für Konzertkarten in den USA 25 Prozent des Nennwertes erreichen, verglichen mit 15 Prozent in Europa. Diese Differenz führte er auf die marktbeherrschende Stellung von Ticketmaster in den USA zurück. Auch der Vorstandsvorsitzende von Live Nation, Michael Rapino, wurde im Zeugenstand zu den Geschäftspraktiken befragt. Verteidiger David Marriott argumentierte, die Größe des Unternehmens sei kein Ergebnis wettbewerbswidrigen Verhaltens.„„Erfolg verstößt in den Vereinigten Staaten nicht gegen die Kartellgesetze.“” — David Marriott via TheJournal.ieDer Anwalt der Bundesstaaten, Jeffrey Kessler, bezeichnete Live Nation in seinem Schlussplädoyer als „monopolistischen Tyrannen“, der die Preise für Ticketkäufer in die Höhe getrieben habe, und forderte das Gericht auf, das Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen.Vereinigte Staaten: 25, Europa: 15 Zerschlagung von Live Nation und Ticketmaster wird zum wahrscheinlichen SzenarioRichter Arun Subramanian wies die Anwälte beider Seiten sowie Vertreter der Vereinigten Staaten an, bis Ende der folgenden Woche einen gemeinsamen Zeitplan für Anträge und die Phase der Festlegung von Rechtsmitteln vorzulegen. Die Gesamtsumme des Schadenersatzes steht noch nicht fest und wird in den kommenden Tagen vom Richter festgelegt. Laut Berichten von Engadget wird allgemein erwartet, dass Live Nation Berufung einlegen wird. Das Verfahren gilt als eines der bedeutendsten Kartellrechtsverfahren in der US-Unterhaltungsindustrie seit Jahrzehnten. Im vergangenen Jahr organisierte das Unternehmen laut La Repubblica 55.000 Veranstaltungen und verkaufte weltweit 646 (Millionen Tickets) — Von Live Nation weltweit verkaufte Tickets pro Jahr. Eine gerichtlich angeordnete Trennung von Live Nation und Ticketmaster würde eine tiefgreifende strukturelle Veränderung für die globale Live-Unterhaltungsbranche bedeuten.
Mentioned People
- Rob Bonta — 34. prokurator generalny Kalifornii, sprawujący urząd od 2021 roku
- Arun Subramanian — Sędzia federalny Sądu Dystryktowego dla Południowego Okręgu Nowego Jorku
- David Marriott — Prawnik reprezentujący korporację Live Nation
Sources: 11 articles
- Ticketmaster jugé responsable de monopole illégal par la justice américaine (20minutes)
- Live Nation, parent company of the events giant Ticketmaster, found guilty of illegal monopoly in the US (Le Monde.fr)
- Le géant des concerts Live Nation reconnu responsable de monopole aux Etats-Unis (LesEchos.fr)
- Ticketmaster : la maison mère du géant de l'événementiel jugée coupable de monopole illégal aux États-Unis (SudOuest.fr)
- Federal jury finds concert business Live Nation is a monopoly (engadget)
- Per giuria Usa Live Nation colpevole di monopolio, batosta per il gigante dei concerti (La Repubblica.it)
- La maison mère de Ticketmaster jugée coupable de monopole illégal à New York (La Libre.be)
- Ticketmaster has a monopoly over big concert venues, US jury finds in landmark case (TheJournal.ie)
- La maison mère du géant de l'évènementiel Ticketmaster jugée coupable de monopole illégal aux Etats-Unis (Mediapart)
- Live Nation, la maison mère du géant de l'évènementiel Ticketmaster, jugée coupable de monopole illégal à New York (Le Figaro.fr)