Am 15. April 2026 befand eine Bundesjury in Manhattan das Unternehmen Live Nation und seine Tochtergesellschaft Ticketmaster der illegalen Monopolbildung schuldig. Der Schuldspruch markiert einen Erfolg für eine Koalition aus 33 US-Bundesstaaten und Washington, D.C., die den Prozess fortsetzten, nachdem das US-Justizministerium zuvor einen Vergleich geschlossen hatte. Die Geschworenen stellten fest, dass Ticketmaster den Fans pro Ticket systematisch zu hohe Gebühren berechnet hat.
Urteil gegen Monopol
Eine Jury in Manhattan stufte Live Nation und Ticketmaster als illegale Monopolisten im Veranstaltungs- und Ticketingmarkt ein.
Systematische Übervorteilung
Die Geschworenen stellten eine durchschnittliche Preistreiberei von 1,72 US-Dollar pro Ticket durch Ticketmaster fest.
Rolle des Justizministeriums
Trotz eines vorzeitigen Vergleichs der US-Regierung führten 33 Bundesstaaten den Prozess erfolgreich bis zum Urteil fort.
Mögliche Zerschlagung
Der zuständige Richter muss nun über Sanktionen entscheiden, wobei der erzwungene Verkauf von Ticketmaster im Raum steht.
Am 15. April 2026 kam eine Bundesjury in Manhattan zu dem Schluss, dass Live Nation und die Tochtergesellschaft Ticketmaster die Märkte für Live-Events und Ticketing illegal monopolisiert haben. Damit errang eine Koalition aus 33 Bundesstaaten und Washington, D.C., einen umfassenden Sieg. Diese hatten das Verfahren fortgeführt, nachdem das US-Justizministerium (DOJ) mitten im Prozess einen Vergleich geschlossen hatte. Die Jury beriet vier Tage lang, bevor sie ihr Urteil fällte. Sie befand, dass Ticketmaster unrechtmäßig ein Monopol über Ticketing-Dienstleistungen an bedeutenden Konzertveranstaltungsorten hielt und Live Nation ein Monopol über große Amphitheater innehatte, die von Künstlern genutzt werden. Die Geschworenen stellten zudem fest, dass Live Nation die Nutzung seiner Amphitheater illegal an die Bedingung knüpfte, dass Künstler auch die hauseigenen Promotion-Dienstleistungen in Anspruch nahmen. Die Jury ermittelte, dass Ticketmaster die Fans um 1.72 (USD pro Ticket) — den Betrag, den Ticketmaster Fans pro Ticket zu viel berechnet hat geschädigt hat – ein Wert, der als Grundlage für die Berechnung des Gesamtschadensersatzes dienen wird. Die Aktien von Live Nation Entertainment schlossen am Tag des Urteils 6,3 Prozent tiefer, während die Konkurrenten Vivid Seats und StubHub um 9,3 Prozent beziehungsweise 3,5 Prozent zulegten.
DOJ schloss Vergleich, doch die Bundesstaaten kämpften weiter Der Fall geht auf eine Klage aus dem Jahr 2024 zurück, die vom Justizministerium und mehr als drei Dutzend Generalstaatsanwälten eingereicht wurde. Live Nation wurde vorgeworfen, seine Marktmacht zu nutzen, um den Wettbewerb zu unterdrücken, indem Veranstaltungsorte an der Nutzung mehrerer Ticketverkäufer gehindert und jene, die dies dennoch taten, sanktioniert wurden. Der Prozess begann am 2. März 2026. Eine Woche später gab die Trump-Administration jedoch bekannt, dass sie die Ansprüche durch einen Vergleich beilegen werde und auf die Forderung nach einer Zerschlagung des Unternehmens verzichte. Nur sechs Bundesstaaten schlossen sich diesem Vergleich an, der Live Nation verpflichtete, das Ticketing an 13 Amphitheatern für andere Anbieter zu öffnen, und Vergeltungsmaßnahmen gegen Veranstaltungsorte untersagte, die Ticketmaster ablehnten. Die verbleibende Koalition aus 33 Staaten und Washington, D.C., führte den Prozess eigenständig weiter und erwirkte letztlich das Jury-Urteil. Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James begrüßte das Ergebnis.
„„Eine Jury hat das bestätigt, was wir seit langem wissen: Live Nation und Ticketmaster brechen das Gesetz und kosten die Verbraucher dabei Millionen von Dollar.“” — Letitia James via The Irish Times
Die Generalstaatsanwältin von Arizona, Kris Mayes, äußerte sich deutlicher zum Rückzug der Bundesregierung.
„„Die Trump-Regierung hat aufgegeben und wollte diese Unternehmen glimpflich davonkommen lassen. Aber wir haben weiter für jeden Bürger Arizonas gekämpft, der von diesem illegalen Monopol übervorteilt wurde – und wir haben gewonnen.“” — Kris Mayes via Ars Technica
Ticketmaster wurde 1976 gegründet und fusionierte 2010 mit Live Nation zum heutigen Unterhaltungskonzern. Die Dominanz des Unternehmens rückte 2022 in den Fokus der Öffentlichkeit, als Taylor-Swift-Fans stundenlang in Online-Warteschlangen für ihre „Eras“-Tour ausharren mussten. Die Grunge-Band Pearl Jam kämpfte bereits in den 1990er Jahren gegen Ticketmaster und reichte eine Kartellbeschwerde beim Justizministerium ein, das damals jedoch kein Verfahren einleitete. Laut Anwalt Jeffrey Kessler, der die Bundesstaaten vertrat, kontrolliert Live Nation 86 Prozent des Marktes für Konzerte und 73 Prozent des Gesamtmarktes unter Einbeziehung von Sportveranstaltungen. Laut Ars Technica meldete das Unternehmen einen Jahresumsatz von über 22 Milliarden Dollar, im Jahr 2025 lag der Umsatz bei 25,2 Milliarden Dollar.
Interne Slack-Nachrichten offenbarten Prahlerreien über Preistreiberei Zu den belastenden Beweisen während des siebenwöchigen Prozesses gehörten interne Slack-Nachrichten zwischen Live-Nation-Mitarbeitern. Ben Baker, heute Leiter des Ticketings bei Venue Nation, und Jeff Weinhold, ein leitender Direktor in der Ticketing-Abteilung, tauschten Nachrichten über Preiserhöhungen beim Parken aus. In einem Gespräch schrieb Baker, dass er sich „fast schlecht fühle“, die Kunden so auszunutzen, und fügte Lachen hinzu. In einer späteren Konversation, ebenfalls über Parkplatzpreise, schrieb Baker: „„Wir nehmen sie nach Strich und Faden aus, Baby.“” — Ben Baker via TechCrunch Live Nation argumentierte, die Bemerkungen seien lediglich „lockere Frotzeleien“ gewesen, keine Grundlage für Richtlinien, Entscheidungen oder sachrelevante Fakten. Dennoch stützten die Erkenntnisse der Jury das Hauptargument der Staaten, dass das Verhalten des Unternehmens den Konsumenten landesweit geschadet habe.
Richter prüft Maßnahmen von Geldstrafen bis zur Ticketmaster-Veräußerung Das Urteil stellt zunächst nur die Haftung fest. US-Bundesrichter Arun Subramanian wird nun in einem separaten Verfahren über die Rechtsfolgen entscheiden. Live Nation hat angekündigt, Berufung gegen das Urteil einzulegen, und schätzt die fälligen Schadensersatzzahlungen auf weniger als 350 Millionen Dollar. Das Unternehmen erklärte, dass das Endergebnis „sich nicht wesentlich“ vom Vergleich mit dem Justizministerium unterscheiden werde. Für die Beilegung des Streits mit den Bundesstaaten hatte das Unternehmen 280 Millionen Dollar zurückgestellt. Die Generalstaatsanwälte der Staaten signalisierten jedoch, dass sie eine erzwungene Trennung von Ticketmaster anstreben. Sie argumentieren, dass die Kontrolle über Ticketing und Künstler-Promotion Live Nation einen wettbewerbswidrigen Vorteil verschaffe. Richter Subramanian könnte alternativ den Verkauf bestimmter Amphitheater anstatt von Ticketmaster anordnen oder Verhaltensauflagen festlegen, wie etwa Beschränkungen bei exklusiven Ticketverträgen oder Obergrenzen für Gebühren. Erzwungene Unternehmenszerschlagungen sind im modernen US-Rechtssystem selten geworden – laut der New York Times wurde seit dem Fall AT&T vor über vier Jahrzehnten kein großes amerikanisches Unternehmen mehr erfolgreich durch eine Kartellklage zerschlagen. Dennoch bleibt diese Option in diesem Fall bestehen.
Live Nation: -6.3, StubHub: +3.5, Vivid Seats: +9.3
Antitrust-Verfahren Live Nation – Zeitstrahl: — ; — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Arun Subramanian — Sędzia federalny w Sądzie Dystryktowym USA dla Południowego Dystryktu Nowego Jorku
- Letitia James — 67. prokurator generalna stanu Nowy Jork
- Ben Baker — szef działu biletów w Venue Nation
Sources: 11 articles
- Ticketmaster, Live Nation hold illegal monopoly, US jury says (Reuters)
- Ticketmaster and Live Nation hold illegal monopolies, US jury finds (The Irish Times)
- Live Nation and Ticketmaster had monopoly over major venues, US jury finds (The Irish Times)
- Live Nation Lost Its Monopoly Trial. What's Next -- and Could Ticketmaster Really Be Sold? (Billboard)
- 5 Takeaways From the Live Nation Antitrust Trial (The New York Times)
- Why Live Nation Is Being Blamed for High Concert Ticket Prices (Bloomberg Business)
- Jury finds Live Nation/Ticketmaster is illegal monopoly that overcharged fans (Ars Technica)
- Wait, could they still actually break up Live Nation? | TechCrunch (TechCrunch)
- Jury finds that Live Nation acted as a monopoly and overcharged ticket buyers (NPR)
- US jury finds concert promoter Live Nation monopolised concert ticket markets (Financial Times News)