Die Deutsche Marine nimmt am 13. April 2026 eine umfassende Sicherheitsübung in der Ostsee auf. Ziel der zweiwöchigen Forschungsfahrt ist die Erprobung neuer Technologien zur Sicherung von Seekabeln und Energieanlagen in Zusammenarbeit mit Industrie und Wissenschaft.

Forschungsfahrt 2024

Zweiwöchige Marineübung in der Ostsee mit rund 250 Teilnehmenden aus Militär und Wissenschaft.

Infrastrukturschutz

Simulation von Angriffen auf Seekabel und Offshore-Anlagen zur Verbesserung des Lagebildes.

Technologieeinsatz

Erprobung von autonomen Unterwasser- und Flugdrohnen in Zusammenarbeit mit Partnern wie Thyssenkrupp.

Die Deutsche Marine beginnt am Montag, dem 13. April 2026, eine zweiwöchige Übung zur maritimen Sicherheit. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung wird dabei der Schutz kritischer Infrastruktur in der Ostsee trainiert. Das Manöver mit dem Titel „Forschungsfahrt 2024“ dauert bis zum 24. April an und umfasst etwa 250 (Teilnehmende) — Personal aus Militär, Industrie und Forschungseinrichtungen der Marine, von Thyssenkrupp Marine Systems sowie dem Fraunhofer-Institut. Die Marine setzt Korvetten und Minenjagdeinheiten in verschiedenen Gebieten ein, darunter die Mecklenburger Bucht, die Eckernförder Bucht und der Fehmarnbelt. Die Übung findet im Rahmen der SeaSEC-Initiative statt, die Ende 2023 von sechs Anrainerstaaten der Nord- und Ostsee ins Leben gerufen wurde. Nord-Stream-Sabotage schärft Fokus auf Schutz von UnterwasseranlagenDas Manöver ist eine direkte Reaktion auf die verschlechterte Sicherheitslage im Ostseeraum, insbesondere infolge der Sabotage der Nord-Stream-Pipelines und wiederholter Schäden an Unterseekabeln. Die Trainingsszenarien simulieren Angriffe auf Kabelverbindungen und eine Offshore-Konverterplattform; zudem wird in Warnemünde der Schutz eines Hafens geübt. Ein zentrales Ziel ist laut Veranstaltern die Zusammenführung von Daten für ein umfassendes Lagebild über und unter Wasser. Getestet werden dabei autonome und teilautonome Drohnensysteme in der Luft und unter Wasser, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee hat eine Bekanntmachung für Seefahrer herausgegeben, die vor einer erhöhten Anzahl von teils autonom operierenden Über- und Unterwasserfahrzeugen in den Übungsgebieten warnt.Die Nord-Stream-Pipelines, durch die Erdgas von Russland nach Deutschland unter der Ostsee transportiert wurde, waren im September 2022 Ziel von Sabotageakten. Dieser Vorfall rückte die Verwundbarkeit maritimer Infrastruktur in das internationale Bewusstsein. In der Folge richtete die NATO im Februar 2023 eine Koordinierungsstelle für kritische Unterwasser-Infrastruktur in Brüssel ein, gefolgt von einem spezialisierten Zentrum in Northwood nahe London im Mai 2023. Diese Ereignisse beschleunigten die Bemühungen der Anrainerstaaten, gemeinsame Rahmenbedingungen für die Überwachung und Verteidigung von Pipelines, Kabeln und Energieplattformen zu schaffen. Digital Ocean Lab bei Rostock dient als TestumgebungEin Teil der Übung findet im Digital Ocean Lab statt, einem Testfeld in der Ostsee nahe Nienhagen bei Rostock. Dort werden neue maritime Technologien erprobt; eine gelbe Forschungsplattform markiert das Areal über dem Wasser. Das Rostocker Institut für Meerestechnik ist laut SeaSEC maßgeblich an der Durchführung beteiligt. Berichten zufolge wird das Digital Ocean Lab auch von der NATO als Testumgebung geführt. Das Übungsgebiet verbindet somit offene Seezonen mit einer spezialisierten Forschungsumgebung, was Tests unter realistischen Bedingungen in Reichweite wissenschaftlicher Infrastruktur ermöglicht. Industrietag am Donnerstag präsentiert technische ErgebnisseFür Donnerstag, den 17. April, ist ein „Industrietag“ geplant, an dem die Ergebnisse der technischen Tests den Teilnehmenden und Beobachtern vorgestellt werden. Während des gesamten Übungszeitraums arbeiten Militärangehörige mit Vertretern von Unternehmen wie Thyssenkrupp Marine Systems und Forschungseinrichtungen wie der Fraunhofer-Gesellschaft zusammen. Das Manöver unterstreicht den europäischen Trend, privates Fachwissen und autonome Systeme verstärkt in maritime Sicherheitskonzepte zu integrieren. Die SeaSEC-Initiative stellt im dritten Jahr ihres Bestehens eine der am stärksten strukturierten multinationalen Anstrengungen zum Schutz kritischer Infrastruktur in nordeuropäischen Gewässern dar.

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