Meta Platforms hat am Mittwoch Muse Spark vorgestellt, das erste Modell der neu gegründeten Abteilung Meta Superintelligence Labs. Die Veröffentlichung markiert eine Abkehr von der bisherigen Open-Source-Strategie des Konzerns rund um die Llama-Serie. Das neue Modell soll in den kommenden Wochen in alle Meta-Dienste integriert werden.
Strategiewechsel zu Closed-Source
Meta bricht mit der Llama-Tradition und veröffentlicht Muse Spark zunächst nicht als Open-Source-Modell.
Nativ multimodales Modell
Muse Spark verarbeitet Text, Bild und Video gleichzeitig und bietet einen speziellen 'Contemplating-Modus' für komplexe Logikrätsel.
Hohe Effizienz versprochen
Das Modell soll bei gleicher Leistung wie Llama 4 Maverick nur ein Zehntel der Rechenkapazität beanspruchen.
Integration in alle Plattformen
In den kommenden Wochen wird Muse Spark die KI-Funktionen in WhatsApp, Instagram und Facebook weltweit ersetzen.
Meta Platforms hat am Mittwoch Muse Spark enthüllt – sein erstes KI-Modell, das von den neu gegründeten Meta Superintelligence Labs entwickelt wurde. Dies bedeutet eine deutliche Abkehr von der bisherigen Open-Source-Strategie mit den Llama-Modellen. Das Modell ist nativ multimodal konzipiert, was bedeutet, dass es Texte, Bilder und Videos gleichzeitig verarbeitet, ohne auf separate Module angewiesen zu sein. Es gehört zu einer internen Modellfamilie mit dem Codenamen „Avocado“. Muse Spark ist derzeit über die Meta-AI-App sowie die Webseite meta.ai verfügbar. Das Unternehmen gab bekannt, dass das Modell in den kommenden Wochen bestehende Llama-basierte Chatbots auf WhatsApp, Instagram, Facebook, dem Messenger sowie in Metas Smart Glasses ersetzen wird. Der Start folgt auf umfassende Investitionen von Mark Zuckerberg in das KI-Programm, nachdem die verspätete Veröffentlichung von Llama 4 im Jahr 2025 in der Branche als enttäuschend und mittelmäßig bewertet worden war.
Metas bisherige Flaggschiff-Serie Llama wurde als Open-Source-Software veröffentlicht, sodass Forscher, Start-ups und Entwickler sie herunterladen und anpassen konnten. Llama 4 kam im April 2025 auf den Markt, erfüllte jedoch laut Berichten von Wired und Il Sole 24 ORE nicht die internen Erwartungen, insbesondere in den Bereichen logisches Denken und Mathematik. Die verhaltene Resonanz veranlasste Zuckerberg dazu, das KI-Programm neu zu organisieren und die Meta Superintelligence Labs als Spezialeinheit für die sogenannte „persönliche Superintelligenz“ zu gründen. Meta rekrutierte Alexandr Wang, Mitbegründer und ehemaliger Chef des Datenlabeling-Unternehmens Scale AI, als Chief AI Officer für die neue Abteilung, zusammen mit Ingenieuren, die von OpenAI, Anthropic und Google abgeworben wurden.
Die Veröffentlichung signalisiert eine strategische Neuausrichtung für Meta. Lange Zeit als führend im Bereich Open-Source-KI angesehen, hält das Unternehmen Muse Spark zumindest vorerst unter Verschluss (Closed-Source). Man hoffe jedoch, künftige Versionen des Modells quelloffen zur Verfügung zu stellen. Muse Spark führt eine Funktion namens Contemplating-Modus ein. Dabei arbeiten mehrere KI-Agenten parallel an komplexen logischen Problemen. Damit positioniert sich Meta als direkter Konkurrent zu Googles Gemini Deep Think und dem GPT Pro Extended Thinking von OpenAI. Meta gab an, dass Muse Spark die Leistung von Llama 4 Maverick erreichen kann, dabei jedoch zehnmal weniger Rechenleistung benötigt. Diese Behauptung adressiert die enormen Energie- und Infrastrukturkosten generativer KI. Das Unternehmen setzt darauf, dass die Integration in die eigenen Plattformen einen Verteilungsvorteil gegenüber Konkurrenten mit kleinerer Nutzerbasis bietet. Zudem arbeitete Meta mit über 1.000 Medizinern zusammen, um Trainingsdaten für ein besseres medizinisches Verständnis des Modells zu kuratieren – eine Funktion, die neben einem neuen Shopping-Modus auf Basis von Instagram- und Facebook-Inhalten hervorgehoben wird.
Benchmark-Ergebnisse platzieren Muse Spark weltweit unter den Top 5
Das Analyseunternehmen Artificial Analysis, das vorab Zugang zu dem Modell erhielt, gab an, dass Muse Spark im „Intelligence Index“ einen Wert von 52 erreichte. Damit gehört es zu den fünf besten bisher getesteten Modellen. „Muse Spark erreicht 52 Punkte im Artificial Analysis Intelligence Index und landet damit unter den Top 5 der von uns getesteten Modelle.” — Artificial Analysis via Wired Metas eigene Benchmark-Daten zeigten eine signifikant bessere Leistung als bei früheren Modellen in den Bereichen Schreiben und Logik. Das Modell liege nahezu gleichauf mit den Top-Angeboten von Google, OpenAI und Anthropic, wobei das Unternehmen einräumte, dass noch Defizite beim Programmieren (Coding) und bei komplexen, mehrstufigen Agenten-Workflows bestehen. Gizmodo wies darauf hin, dass Meta in der Vergangenheit bereits vorgeworfen wurde, vorteilhafte Benchmark-Zahlen ohne begleitendes technisches Whitepaper zu präsentieren, und riet zur Vorsicht bei der Interpretation der Daten. Die New York Times berichtete, dass Muse Spark beim Programmieren hinter Rivalen wie Anthropic zurückbleibe, das sich zum Marktführer für KI-gestütztes Coding entwickelt hat. Die Ankündigung von Meta erfolgte nur einen Tag nachdem Anthropic erklärte, sein neuestes Modell „Mythos“ sei aus Cybersicherheitsgründen zu leistungsstark für eine sichere Veröffentlichung.
Wangs 14,3-Milliarden-Dollar-Wette vor erstem Praxistest
Der Start ist das erste greifbare Ergebnis der Investition in Scale AI. Meta zahlte 14,3 Milliarden Dollar für einen Anteil von 49 Prozent an der Firma und verpflichtete Wang für die Leitung der Superintelligence-Sparte. Alexandr Wang, 29 Jahre alt, fungiert nun als Chief AI Officer und beaufsichtigt die für Muse Spark verantwortlichen Labore. Zuckerberg schrieb auf Threads, Metas Ziel sei es, KI-Produkte zu entwickeln, die als Agenten Aufgaben für Nutzer erledigen, statt nur Fragen zu beantworten. „Mit Blick auf die Zukunft planen wir die Veröffentlichung zunehmend fortschrittlicher Modelle, die die Grenzen von Intelligenz und Fähigkeiten verschieben, einschließlich neuer Open-Source-Modelle.” — Mark Zuckerberg via Wired Muse Spark sei laut Meta nur die erste Stufe einer „Skalierungsleiter“; die nächste Modellgeneration befinde sich bereits in der Entwicklung. Angaben zur Parametergröße des Modells machte das Unternehmen nicht, was eine unabhängige Überprüfung der Effizienzversprechen erschwert. Zudem wurden Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes geäußert, da für den Zugriff ein Facebook- oder Instagram-Konto erforderlich ist und Meta nicht explizit erklärt hat, ob persönliche Kontodaten für das Training oder die Personalisierung des Modells genutzt werden.
Muse Spark: 52
49% (Beteiligung) — Metas Anteil an Scale AI
Mentioned People
- Alexandr Wang — Dyrektor ds. AI w Meta Platforms od 2025 roku i lider jednostki Superintelligence Labs
- Mark Zuckerberg — Współzałożyciel i dyrektor generalny Meta Platforms
Sources: 15 articles
- Meta's Muse Spark is here - and it's closed source (The Next Web)
- Meta lança novo modelo de IA após meses de investimentos multimilionários (Publico)
- "Leistungsstarkes Fundament": Meta will ChatGPT mit neuem KI-System angreifen (N-tv)
- Meta's New AI Model Gives Mark Zuckerberg a Seat at the Big Kid's Table (Wired)
- Meta debuts the Muse Spark model in a 'ground-up overhaul' of its AI | TechCrunch (TechCrunch)
- Goodbye, Llama? Meta launches new proprietary AI model Muse Spark -- first since Superintelligence Labs' formation (VentureBeat)
- Meta rolls out new AI model (RTE.ie)
- Meta's First AI Model From Its Superintelligence Lab Doesn't Exactly Spark Joy (Gizmodo)
- Da LLama a Muse Spark. Meta prova a rientrare nella corsa all'AI (Il Sole 24 ORE)
- Muse Spark è la nuova IA di Meta su cui Zuckerberg ha scommesso miliardi (La Repubblica.it)