Am Freitag, den 10. April 2026, hat das Kabinenpersonal der Lufthansa einen eintägigen Ausstand begonnen, der weitreichende Ausfälle im Flugplan nach sich zieht. Durch den von der Gewerkschaft UFO organisierten Streik sind zehntausende Passagiere am Ende der Osterferien von Flugstreichungen und massiven Verspätungen betroffen.
Massive Flugausfälle
Rund 580 Flüge wurden allein in Frankfurt gestrichen, was etwa 72.000 Passagiere betraf.
Forderungen der UFO
Die Gewerkschaft verlangt kürzere Arbeitszeiten für das Lufthansa-Personal und einen Sozialplan für die CityLine-Beschäftigten.
Kritik der Geschäftsführung
Lufthansa bezeichnet den Streik angesichts wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten als unverantwortlich.
Das Kabinenpersonal der Lufthansa hat am Freitag, den 10. April 2026, einen eintägigen Streik begonnen, der zur Annullierung hunderter Flüge führte und zehntausende Passagiere am Ende der Osterferien festsetzte. Der von der Gewerkschaft UFO organisierte Arbeitskampf dauerte von 00:01 Uhr bis 22:00 Uhr Ortszeit an und richtete sich gegen die Kernmarke Lufthansa sowie die regionale Tochtergesellschaft Lufthansa CityLine. Am Frankfurter Flughafen berichtete der Betreiber Fraport, dass etwa 580 von 1.350 geplanten Flügen gestrichen wurden, wovon rund 72.000 der erwarteten 155.000 Passagiere betroffen waren. Allein in Frankfurt fielen 75 Prozent der geplanten Lufthansa-Abflüge aus. Ziele wie Dublin, Mailand, Brüssel und Nizza verloren ihre Morgenverbindungen. Die Störungen erstreckten sich zudem auf München, Berlin, Stuttgart und sieben weitere deutsche Flughäfen, an denen die CityLine-Besatzungen ebenfalls die Arbeit niederlegten. UFO fordert Arbeitszeitverkürzung und Sozialplan für 800 CityLine-BeschäftigteUFO rief zum Streik auf, um den Druck auf die Lufthansa in zwei separaten Verhandlungsrunden zu erhöhen, die seit fünf Monaten stagnieren. Für die etwa 18.000 bis 19.000 Flugbegleiter der Kernmarke fordert die Gewerkschaft eine Reduzierung der Arbeitszeit. Sie argumentiert, dass die Gegenenvorschläge der Lufthansa die monatlichen Einsatzstunden erheblich erhöhen und die Dienstpläne in der verkehrsreichen Sommersaison verdichten würden. Für die rund 800 Flugbegleiter bei CityLine fordert UFO einen Sozialplan angesichts der für 2027 geplanten Einstellung des Flugbetriebs. Der UFO-Vorsitzende Joachim Vázquez Bürger erklärte, die Gewerkschaft habe bewusst auf Streiks während der eigentlichen Osterfeiertage verzichtet, um die Beeinträchtigungen für Reisende zu minimieren. „Wir sind uns sehr bewusst, dass es nun dennoch zu Störungen bei der Rückreise aus den Ferien kommen kann, und wir bedauern dies ausdrücklich.” — Joachim Vázquez Bürger via N-tv Er wies die Verantwortung für den Stillstand der Lufthansa zu, die bisher kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt habe. Laut Deutsche Welle sprachen sich 94 Prozent der betroffenen Mitglieder in einer Abstimmung für den Streik aus.580 (Flugausfälle in Frankfurt) — von 1.350 geplanten Flügen am Frankfurter Flughafen am StreiktagLohnkonflikte bei der Lufthansa im Jahr 2026: — ; — ; — Lufthansa-Vorstand kritisiert Ausstand während der OsterreisezeitDas Lufthansa-Management reagierte mit deutlicher Kritik an Zeitpunkt und Ausmaß der Maßnahme. Lufthansa-Vorstandsmitglied Michael Niggemann bezeichnete den Streik als unverantwortlich und verwies auf den wirtschaftlichen Druck, unter dem die Fluggesellschaft stehe. „Diese Eskalation ist unverantwortlich. Gerade in einer Zeit, in der wir mit geopolitischen Herausforderungen wie einer extremen Entwicklung der Kerosinpreise und großer Unsicherheit für die kommenden Monate zu kämpfen haben.” — Michael Niggemann via Deutsche Welle Jens Ritter, Chef der Marke Lufthansa Airlines, nannte den Streik vollkommen unverhältnismäßig und betonte, dass das Unternehmen mit die besten Arbeitsbedingungen der Branche anbiete. „Regelungen aus der Vergangenheit werden uns nicht in die Zukunft tragen, darüber müssen wir mit der Gewerkschaft sprechen.” — Jens Ritter via RTE.ie Niggemann warf der Gewerkschaft zudem vor, zu schnell zu eskalieren, statt sich ernsthaft mit den Vorschlägen der Lufthansa auseinanderzusetzen. Harry Jaeger, Verhandlungsführer der UFO, entgegnete am Frankfurter Flughafen, dass die Lufthansa in ihrem Lohnangebot massive Gegenforderungen gestellt habe, insbesondere zur deutlichen Erhöhung der monatlichen Arbeitsstunden. „Die Lufthansa muss sich jetzt irgendwie bewegen.” — Harry Jaeger via Wirtschafts Woche Swiss setzt größere Maschinen ein – Eurowings und Discover springen einDie Lufthansa versuchte, die Auswirkungen durch einen Notflugplan zu begrenzen und setzte Tochtergesellschaften ein, die nicht vom Streik betroffen sind. Discover Airlines und Eurowings übernahmen zusätzliche Routen, während Swiss auf wichtigen Verbindungen von Zürich, Basel und Genf nach Frankfurt und München größere Flugzeuge einsetzte, um mehr Passagiere pro Flug zu befördern. Dennoch wurden rund zwei Dutzend Lufthansa-Flüge von und nach der Schweiz gestrichen. Passagieren, deren Flüge annulliert wurden, wurde empfohlen, sich auf der Lufthansa-Website zu informieren; Umbuchungen oder Rückerstattungen konnten über das Online-Help-Center oder das jeweilige Reisebüro abgewickelt werden. Gemäß der EU-Fluggastrechte haben betroffene Reisende Anspruch auf Ersatzbeförderung, Verpflegung und gegebenenfalls Hotelunterbringung sowie potenziell auf Entschädigungszahlungen zwischen 250 und 600 Euro. Dieser Streik stellt den dritten großen Arbeitskampf bei der Lufthansa im Jahr 2026 dar, nach zwei Pilotenstreiks im Februar und März, was die Tiefe der anhaltenden Tarifkonflikte bei Deutschlands größter Fluggesellschaft unterstreicht.
Mentioned People
- Joachim Vázquez Bürger — Przewodniczący związku zawodowego Niezależna Organizacja Stewardes i Stewardów (UFO)
- Harry Jaeger — Główny negocjator związku UFO
- Michael Niggemann — Członek zarządu Deutsche Lufthansa AG
- Jens Ritter — Dyrektor generalny Lufthansa Airlines
Sources: 49 articles
- Piloten und Flugbegleiter: Warum die Lufthansa vor immer neuen Streiks steht (Neue Zürcher Zeitung)
- Sciopera il personale di cabina Lufthansa, a Francoforte cancellati 580 voli - Primopiano - Ansa.it (ANSA.it)
- Flugbegleiter im Ausstand - Rund 400 Ausfälle in München - WELT (DIE WELT)
- Lufthansa-Flugbegleiter streiken - 400 Ausfälle in München (stern.de)
- Tarifkonflikt Kabine: Lufthansa-Flugbegleiter streiken - 400 Ausfälle in München (ZEIT ONLINE)
- Lufthansa, centinaia di voli cancellati: sciopera il personale di volo, le tratte interessate e i rimborsi (Il Messaggero)
- Arbeitskampf legt Flugverkehr lahm: Lufthansa streicht wegen Streik des Kabinenpersonals zahlreiche Flüge (N-tv)
- Lufthansa flights disrupted as cabin crew stage strike (RTE.ie)
- Cientos de vuelos cancelados por huelga en Lufthansa (Deutsche Welle)
- Streik des Kabinenpersonals: Zahlreiche Lufthansa-Flüge gestrichen (stern.de)