Reed Hastings, Mitbegründer und Vorsitzender von Netflix, wird sich im Juni 2026 nicht erneut zur Wiederwahl für das Board of Directors stellen. Der 65-Jährige plant, sich künftig verstärkt philanthropischen Projekten zu widmen, wie das Unternehmen am Donnerstag im Aktionärsbrief zum ersten Quartal mitteilte.
Rückzug von Reed Hastings
Der Netflix-Mitbegründer wird im Juni 2026 aus dem Board of Directors ausscheiden, um sich philanthropischen Zielen zu widmen.
Starke Geschäftszahlen
Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 12,25 Milliarden US-Dollar; der Gewinn wurde durch eine Entschädigung von Warner Bros gestützt.
Strategischer Fokus
Unter der Führung von Ted Sarandos und Greg Peters setzt Netflix verstärkt auf Werbung, Live-Sport und generative KI.
Reed Hastings, Mitbegründer und Vorsitzender von Netflix, wird nach Ablauf seiner Amtszeit zur Jahreshauptversammlung im Juni 2026 nicht erneut für das Board of Directors kandidieren. Dies gab der Streaming-Konzern am Donnerstag in seinem Aktionärsbrief zum ersten Quartal bekannt. Der 65-jährige Hastings gab an, sich künftig auf philanthropische Aktivitäten und andere Vorhaben konzentrieren zu wollen. Die Netflix-Aktie verzeichnete nach Bekanntwerden seines Abschieds ein Minus von etwa 8 Prozent. Laut einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC beruhe seine Entscheidung nicht auf Unstimmigkeiten mit dem Unternehmen. Ein Nachfolger für den Vorsitz wurde bislang nicht benannt. Vom DVD-Versand zum globalen Marktführer: Das Erbe von HastingsHastings gründete Netflix im Jahr 1997 gemeinsam mit Marc Randolph, zunächst als DVD-Verleih per Post mit Pauschalpreisen für Kunden in den USA. Randolph verließ das Unternehmen im Jahr 2002, nachdem er es im Jahr 2000 durch den Börsengang geführt hatte. Hastings fungierte von 1999 bis Januar 2023 als CEO, bevor er in den Posten des Executive Chairman wechselte. Zu diesem Zeitpunkt übernahm Greg Peters, der vormalige Chief Operating Officer, gemeinsam mit Ted Sarandos als Co-CEO die operative Leitung. Unter Hastings’ Führung wandelte sich Netflix vom physischen Postversand zum digitalen Streaming-Dienst. Der DVD-Versand wurde 2023 endgültig eingestellt. Das Unternehmen entwickelte sich zu einem der einflussreichsten Medienhäuser weltweit und löste eine Welle von Konkurrenzangeboten durch Amazon, HBO, Disney, Hulu und weitere Anbieter aus. Im Mai 2025 wurde Hastings zudem in das Board des KI-Unternehmens Anthropic berufen; zuvor war er bereits in den Aufsichtsgremien von Facebook, Microsoft und Bloomberg tätig.„„Netflix hat mein Leben auf so viele Arten verändert. Meine schönste Erinnerung ist der Januar 2016, als wir unseren Dienst fast auf dem gesamten Planeten freigeschaltet haben. Mein eigentlicher Beitrag bei Netflix war nicht eine einzelne Entscheidung; es war die Konzentration auf die Freude unserer Mitglieder, der Aufbau einer Kultur, die andere übernehmen und verbessern konnten, und die Schaffung eines Unternehmens, das sowohl von den Mitgliedern geliebt wird als auch über Generationen hinweg erfolgreich sein kann.“” — Reed Hastings via IndieWireNetflix wurde 1997 im Norden Kaliforniens als DVD-Verleihplattform gegründet, Jahre bevor Streaming-Technologien eine digitale Ausspielung ermöglichten. Der Streaming-Dienst startete im Jahr 2007, während das Geschäft mit physischen Datenträgern offiziell 2023 endete. Hastings führte das Unternehmen durch den Wandel zum Streaming-Pionier und die Expansion in die Produktion eigener Inhalte — ein Schritt, der das Geschäftsmodell Hollywoods nachhaltig veränderte. Starke Quartalszahlen von Warner-Bros-Entschädigung überschattetNetflix meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 12,25 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Damit wurden die Analystenprognosen von 12,18 Milliarden US-Dollar leicht übertroffen. Der Nettogewinn stieg um fast 83 Prozent auf 5,28 Milliarden US-Dollar. 2.8 (Milliarden USD) — Erhaltener Entschädigungsbetrag von Warner Bros Discovery Die Ergebnisse enthalten eine Ausgleichszahlung in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar, die Netflix nach dem Scheitern der geplanten Übernahme von Warner Bros Discovery erhielt. Letzteres stimmte stattdessen einer Übernahme durch Paramount Skydance zu, das von der Familie Ellison kontrolliert wird. Netflix hatte das Warner-Bros-Geschäft zuvor als „schön zu haben, aber nicht notwendig“ bezeichnet und auf einen Bieterwettstreit verzichtet. Zur Verwendung der erhaltenen Zahlung machte das Unternehmen keine genauen Angaben. Der Gewinn pro Aktie belief sich im ersten Quartal auf 1,23 US-Dollar, verglichen mit 66 Cent im Vorjahresquartal.2025-Q1: 0.66, 2026-Q1: 1.23„„Während das Unternehmen ohne Reed Hastings in eine neue Ära eintritt, wird Werbung eine wichtigere Rolle spielen. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt für den Ausbau des Werbegeschäfts als jetzt, da die Upfronts kurz bevorstehen.“” — Ross Benes via Reuters Co-CEOs wollen Hastings' Unternehmenskultur fortführenTed Sarandos und Greg Peters, die seit Januar 2023 als Co-CEOs fungieren, würdigten in Erklärungen Hastings' Einfluss auf die Kultur und Ausrichtung des Konzerns. Laut Netflix sei man auf Kurs, im Jahr 2026 Werbeeinnahmen in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar zu erreichen, was eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspräche. Das Unternehmen expandiert zudem in Video-Podcasts sowie Live-Unterhaltung und nannte den World Baseball Classic in Japan als Beispiel für seine Sportstrategie. Parallel dazu wird der Bereich generative KI forciert, unter anderem durch die Übernahme von InterPositive, dem KI-Unternehmen von Ben Affleck. In dem 14-seitigen Brief bekräftigte Netflix, dass die Mission „ambitioniert und unverändert“ bleibe, und bestätigte den Finanzausblick für das Gesamtjahr. Dennoch steht der Konzern vor einem verschärften Wettbewerb, insbesondere falls der Zusammenschluss von Paramount Skydance und Warner Bros vollzogen wird.„„Reed war für mich seit unserem Kennenlernen im Jahr 1999 eine einzigartige Inspirationsquelle, sowohl persönlich als auch beruflich. Ich hatte das Privileg, für und an der Seite eines echten Gestalters der Geschichte zu arbeiten, und freue mich darauf, zu sehen, was er als Nächstes tun wird.“” — Ted Sarandos via IndieWire
Mentioned People
- Reed Hastings — współzałożyciel i przewodniczący rady dyrektorów Netflixa
- Ted Sarandos — współdyrektor generalny Netflixa od 2020 roku
- Greg Peters — współdyrektor generalny Netflixa
- Marc Randolph — współzałożyciel Netflixa
- Tyson Fury — bokser wagi ciężkiej
- Anthony Joshua — bokser wagi ciężkiej
Sources: 15 articles
- Fundador da Netflix deixa conselho de administração em junho (Observador)
- Netflix Bosses Bestow Heartfelt Praise on Reed Hastings as He Sets Exit: 'Selfless, Disciplined and Graceful' (Variety)
- Ted Sarandos Insists "No Palace Intrigue" Over Reed Hastings' Netflix Exit & "Aborted" WBD Bid: "Reed Was A Big Champion For That Deal (Deadline)
- Netflix Co-CEOs Ted Sarandos & Greg Peters Saw Total Pay Dip In 2025, But Each Still Took Home $53M-Plus (Deadline)
- Reed Hastings is leaving Netflix after 29 years (engadget)
- Netflix cofounder Hastings to step down after it lost Warner Bros deal (Al Jazeera Online)
- Netflix shares dive as revenue barely beats expectations (France 24)
- Reed Hastings Is Stepping Down From Netflix (Vulture)
- Le fondateur de Netflix quitte l'entreprise (LesEchos.fr)
- Netflix co-founder and chair Reed Hastings to leave board | TechCrunch (TechCrunch)