Nach einem strengen Winter weisen Experten in Deutschland auf erhebliche Verluste bei bestimmten Vogelarten hin. Besonders der Eisvogel ist mit einem Bestandsrückgang von über 80 Prozent betroffen, während die Vogelgrippe die Kranichpopulation belastet.

Massiver Rückgang bei Eisvögeln

Durch zugefrorene Gewässer sank der Eisvogelbestand um mindestens 80 Prozent, da die Tiere keinen Zugang zu Fischen hatten.

Verluste durch Vogelgrippe

Etwa 10 Prozent der Kranichpopulation verstarb im Herbst an der Vogelgrippe; in Berlin waren 20 Prozent der untersuchten toten Wildvögel infiziert.

Erholungspotenzial

Dank Strategien wie Schachtelbruten und bei ausreichender Nahrung im Frühling können sich die Bestände innerhalb weniger Jahre regenerieren.

Die Vogelpopulationen in Deutschland erholen sich von einem harten Winter, doch Experten berichten von einem Rückgang der Eisvögel um 80 Prozent oder mehr. Zudem starb etwa jeder zehnte der 400.000 Kraniche, die im Herbst über Deutschland zogen, an der Vogelgrippe. Martin Rümmler, Vogelschutzexperte beim Naturschutzbund Deutschland (NABU), erklärte, dass die meisten Arten die kalte Jahreszeit angesichts der strengen Bedingungen verhältnismäßig gut überstanden hätten. Das Kernproblem vieler Vögel seien nicht die niedrigen Temperaturen selbst gewesen, sondern der durch Schnee und Eis verursachte Verlust des Zugangs zu Nahrung. Zugefrorene Gewässer erwiesen sich als besonders schädlich für Wasservögel und fischfressende Arten, die durch das Eis keine Nahrung erreichen konnten. Derzeit treffen Rauchschwalben aus ihren Winterquartieren südlich der Sahara ein; Mehlschwalben werden in Kürze erwartet. Es wird davon ausgegangen, dass spätestens Mitte Mai alle Brutvögel wieder in Deutschland sind.

„„Sie haben den Winter gut gemeistert, wenn man bedenkt, dass er recht hart war.“” — Martin Rümmler via ZEIT ONLINE

Vogelpopulationen in Deutschland stehen unter saisonalem Druck durch die Kombination aus Winterkälte, Nahrungsknappheit und Krankheiten. Die Vogelgrippe besorgt Europa seit mehreren Jahren, wobei Ausbrüche sowohl Wildvögel als auch Nutztierbestände betreffen. Der Eisvogel gilt als besonders anfällig für harte Winter, da er zur Fischjagd auf offene Gewässer angewiesen ist. Die Kranichbestände sind in den letzten Jahrzehnten in Deutschland und Europa deutlich gewachsen, was sie zu einer der robusteren Zugvogelarten des Kontinents macht.

Eisvögel am stärksten betroffen, Erholung in wenigen Jahren erwartet Derk Ehlert, Wildtierexperte des Landes Berlin, sagte, der Eisvogel sei von den diesjährigen Winterbedingungen „richtig getroffen“ worden; die Art verzeichne Bestandsverluste von 80 Prozent oder mehr. Kormorane seien nicht erfroren, sondern verhungert, da sie die Fische unter der Eisschicht nicht erreichen konnten. Laut Ehlert können Eisvögel solche Verluste durch sogenannte Schachtelbruten ausgleichen, eine Strategie, bei der die Vögel mehrere aufeinanderfolgende Bruten in einer Saison aufziehen. Er schätzt, dass eine normale Eisvogelpopulation innerhalb von drei bis vier Jahren zurückkehren könnte. Eine Sprecherin des Naturschutzbundes Brandenburg merkte an, dass Verluste in der Tierwelt üblicherweise in späteren Jahren kompensiert werden, sofern sich andere Belastungen – wie schwindende Insektenpopulationen – nicht gleichzeitig verschlechtern. Rümmler fügte hinzu, dass auch das Rebhuhn aufgrund der Schneedecke, die den Zugang zu Sämereien und Insekten am Boden erschwerte, größere Verluste erlitten haben könnte, wobei das volle Ausmaß frühestens im nächsten Jahr bekannt sein wird.

80% (Rückgang) — Rückgang der Eisvogelpopulation nach strengem Winter

Kraniche kehren in kleineren Gruppen zurück, Gripperisiko sinkt vorerst Die Vogelgrippe bleibt ein Thema für Deutschlands Vogelwelt, auch wenn Experten das Risiko derzeit geringer einschätzen als im Herbst. Dies liegt am veränderten Verhalten der Kraniche während des Frühjahrszugs. Anders als beim Wegzug im Herbst, wenn sich Kraniche in sehr großen Zahlen an Rastplätzen sammeln, reisen sie auf dem Rückflug in relativ kleinen Gruppen, um ihre Brutgebiete schnell zu erreichen. Rümmler sagte, dieser Verhaltensunterschied reduziere die Wahrscheinlichkeit einer Infektionsausbreitung zwischen den Tieren erheblich. Ein weiterer möglicher Faktor sei, dass sich das Virus verändert habe oder eine gewisse Immunität in der Kranichpopulation entstanden sei. In Berlin wurde die Vogelgrippe laut Zahlen der Senatsverwaltung für Verbraucherschutz (Stand 5. März 2026) bei 100 von 498 untersuchten verendeten Wildvögeln nachgewiesen. Ehlert warnte, dass sich die Vogelgrippe im September und Oktober wieder stärker ausbreiten könnte, wenn die Vögel beim Herbstzug erneut eng zusammenkommen.

100 (Vögel) — Vogelgrippefälle bei Berliner Wildvögeln bis 5. März 2026

Untersuchte tote Wildvögel: 498, Positiv auf Vogelgrippe: 100

Feuchtes Frühjahr entscheidend für Ausgleich der Winterverluste Störche seien bereits in Brandenburg eingetroffen, während Graugänse und Kraniche weitgehend nach Berlin zurückgekehrt sind, sagte Ehlert. Die Nachtigall wird als Sommergast bis Mitte April erwartet, bis Mitte Mai sollen alle Berliner Vögel zurück sein. Rümmler betonte, dass der Erfolg der Frühjahrsbrut stark von Niederschlägen abhänge: Wenn es nicht zu trocken wird, gedeihen Pflanzen und Insekten, was die notwendige Nahrungsgrundlage für eine erfolgreiche Fortpflanzung bietet. Winterverluste könnten dann „tatsächlich relativ schnell wieder egalisiert beziehungsweise ausgeglichen werden“.

„„Etwaige Verluste aus dem Winter würden dann tatsächlich relativ schnell wieder egalisiert beziehungsweise ausgeglichen werden.“” — Martin Rümmler via ZEIT ONLINE

Ehlert schloss sich der vorsichtig positiven Einschätzung für die Region insgesamt an.

„„Die harte Zeit ist vorbei, die Berliner Wintervogelwelt hat es überstanden.“” — Derk Ehlert via N-tv

Beide Experten ordneten die aktuelle Situation eher als normale Bestandsschwankung denn als strukturellen Rückgang ein, gaben jedoch zu bedenken, dass das vollständige Bild der Winterverluste erst durch Monitoring-Daten im kommenden Jahr klar werden wird. Der Naturschutzbund Brandenburg wies darauf hin, dass heimische Arten Strategien entwickelt haben, um mit Kälte, Schnee und Eis umzugehen, und dass Widerstandsfähigkeit in ihrer Brutbiologie verankert ist – sofern vom Menschen verursachte Belastungen wie Lebensraumverlust und Insektensterben die natürlichen Rückschläge nicht verstärken.

Mentioned People

  • Derk Ehlert — Urządnik ds. dzikiej przyrody w Berlinie i ekspert związany z parkiem krajobrazowym Britzer Garten
  • Martin Rümmler — Ekspert ds. ochrony ptaków w Niemieckim Związku Ochrony Przyrody i Bioróżnorodności (NABU)

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