Nach einer tagelangen Verschlechterung seines Gesundheitszustands und schwindender Rettungshoffnungen hat der vor der Insel Poel festgesetzte Buckelwal „Timmy“ am Abend des 5. April 2026 wieder begonnen zu schwimmen. Umweltminister Till Backhaus bestätigte, dass das Tier nach der Entscheidung, ihm Ruhe zu gönnen, neue Kraft geschöpft habe. Trotz einer anfänglichen Orientierung in Richtung Hafen bewegt sich das Tier laut Wasserschutzpolizei nun wieder in Richtung offene See.
Wiederaufnahme der Bewegung
Der Buckelwal „Timmy“ schwimmt nach Tagen der Bewegungsunfähigkeit vor der Insel Poel wieder eigenständig Richtung See.
Gesundheitliche Belastung
Niedriger Salzgehalt und Verletzungen durch Schiffspropeller beeinträchtigen den 12 Tonnen schweren Wal erheblich.
Expertenanalyse folgt
Am 7. April 2026 soll ein Gutachten internationaler Experten über das weitere Vorgehen entscheiden.
Ein Buckelwal mit dem Spitznamen „Timmy“, der vor der Insel Poel nahe Wismar an der deutschen Ostseeküste gestrandet war, hat am Abend des 5. April 2026 seine Reise fortgesetzt. Zuvor hatten sich sein Gesundheitszustand verschlechtert und die Hoffnungen auf eine Rettung erheblich verringert. Der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, bestätigte diese Entwicklung und führte sie auf die Entscheidung zurück, dem Tier Ruhe und Raum zu geben. Der Wal bewegte sich zunächst in die falsche Richtung auf den Hafen zu, doch die Wasserschutzpolizei meldete später, dass er nun seewärts schwimme. Diese Nachricht folgte auf Einschätzungen von Experten, die nach der Einstellung der aktiven Rettungsversuche am Mittwoch, dem 1. April 2026, weitgehend mit dem Ableben des Tieres in der Bucht gerechnet hatten. „„Die Ruhe, die wir dem Wal gegeben haben, hat sich ausgezahlt. Er hat genug Kraft gesammelt, um auf die Motivation durch unser Boot zu reagieren und loszuschwimmen.“” — Till Backhaus via Handelsblatt Buckelwale sind Hochseesäugetiere, die im Nordatlantik und Pazifik heimisch sind und sich nur selten in geschlossene Nebenmeere mit geringem Salzgehalt wie die Ostsee verirren. Der Salzgehalt der Ostsee ist deutlich niedriger als der der Weltmeere, was sie zu einem lebensfeindlichen Umfeld für an Salzwasser angepasste Arten macht. „Timmy“ war seit Anfang März 2026 bereits viermal vor der deutschen Ostseeküste in Not geraten, konnte sich jedoch dreimal befreien, bevor er am Dienstag, dem 31. März 2026, vor Poel endgültig strandete. Zuvor war der Wal bereits im Hafen von Wismar sowie am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein gesichtet worden. Niedriger Salzgehalt und Schiffsschrauben-Verletzungen belasteten das TierDer Zustand des Wals war durch zwei Faktoren erheblich beeinträchtigt worden: den ungewöhnlich niedrigen Salzgehalt der Ostsee und physische Verletzungen. Backhaus erklärte am Ostersonntag, dass der Salzgehalt der Ostsee etwa ein Drittel niedriger sei als das, was Buckelwale aus der Nordsee oder dem Atlantik gewohnt sind. Dies führe zu schwerwiegenden Hautproblemen, die den Gesundheitszustand laut Backhaus „sehr, sehr negativ beeinflussen“. Das Tier wies zudem Verletzungen auf, die auf Kollisionen mit Schiffsschrauben hindeuteten, sowie Spuren, die vermutlich von einem Netz stammten. Diese Wunden wurden erst bei sinkendem Wasserstand vollständig sichtbar. Buckelwale sind nicht an den niedrigen Salzgehalt und die flachen Gewässer der Ostsee angepasst, was eine Strandung besonders gefährlich macht. Die Meeresbiologin Tamara Narganes Homfeldt von der Organisation Whale and Dolphin Conservation hatte davor gewarnt, dass der Sterbeprozess bei einem großen Wal mehrere Tage dauern kann. Dabei beschädigt der Druck des eigenen Körpergewichts zunehmend die inneren Organe, was letztlich zu Kreislaufkollaps und Organversagen führt. 12.35 (Meter) — bestätigte Länge des gestrandeten Buckelwals Länge: 12,35, Breite: 3,20, Höhe: 1,60 Feuerwehr im Dauereinsatz zur Kühlung des TieresEinsatzkräfte der Feuerwehr überwachten den Wal kontinuierlich und befeuchteten die Haut regelmäßig mit Wasser, um Schmerzen zu lindern und die Oberflächentemperatur zu senken. Backhaus merkte an, dass Wärmebilddaten einen deutlichen Unterschied zwischen benetzten und trockenen Körperstellen zeigten: Während die Temperatur an bewässerten Stellen sank, erreichten trockene Bereiche – die zum Schutz von Lunge und Atemloch nicht bewässert wurden – etwa 20 bis 22 Grad Celsius. Aufgrund wechselnder Windbedingungen an der Küste mussten die Wassersprüher mehrfach neu positioniert werden, wobei der Deutsche Wetterdienst für den Ostersonntag starke Böen vorhersagte. Der Wal war unter seinem Eigengewicht von etwa 12 Tonnen bereits 50 bis 60 Zentimeter tief in den Ostseeboden eingesunken. Eine Euthanasie schloss Backhaus kategorisch aus; das Tier werde unter keinen Umständen aktiv getötet. In Wismar kam es am Samstag zu einer Demonstration, bei der Anwohner ihr Mitgefühl ausdrückten und ein stärkeres Eingreifen sowie die Hinzuziehung externer Experten forderten. Expertengutachten für Dienstag erwartetTrotz der ermutigenden Bewegung am Abend des 5. April blieb die langfristige Prognose für den Wal zunächst unklar. Backhaus kündigte für Dienstag, den 7. April 2026, einen offiziellen Bericht international anerkannter Meeresbiologen und Tierärzte an, der als Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen dienen soll. Er bestätigte zudem, dass er diesbezüglich in Kontakt mit dem Bundesumweltministerium und dem Bundeslandwirtschaftsministerium stehe. Nachdem der Wal zum vierten Mal festgesessen hatte, waren die aktiven Rettungsversuche am Mittwoch, dem 1. April, eingestellt worden, da Spezialisten vor Ort davon ausgingen, dass das Tier in der Bucht verenden würde. Die erneute Bewegung Richtung Meer bietet nun Anlass zu vorsichtiger Hoffnung, obgleich noch nicht bestätigt ist, ob der Wal den Weg zurück in offene Gewässer eigenständig bewältigen kann. Die Wasserschutzpolizei überwachte den Kurs des Tieres bis Sonntagabend weiter.
Mentioned People
- Till Backhaus — Minister ochrony klimatu, rolnictwa, terenów wiejskich i środowiska Meklemburgii-Pomorza Przedniego
Sources: 20 articles
- Tiere: Ministerium: Buckelwal schwimmt wieder (Handelsblatt)
- Experten prüfen Rettung des Wals bei Wismar mit Katamaran (Süddeutsche Zeitung)
- Das ist der Rettungs-Fahrplan für den gestrandeten Wal (Focus)
- Erneute Rettung von in Ostsee gestrandetem Wal wird geprüft (newsORF.at)
- Katamaran-Rettung: Gibt es doch noch eine Chance für Timmy? (Blick.ch)
- Buckelwal bei Wismar - Rettung per Katamaran in Prüfung (Süddeutsche Zeitung)
- Buckelwal vor Ostseeküste: Doch noch Hoffnung für gestrandeten Wal? Minister bringt Rettung per Spezial-Katamaran ins Spiel - WELT (DIE WELT)
- Ostseeküste: Buckelwal bei Wismar - Rettung per Katamaran in Prüfung (ZEIT ONLINE)
- Buckelwal bei Wismar - Rettung per Katamaran in Prüfung (stern.de)
- Salzarmut und Verletzungen setzen Buckelwal schwer zu (stern.de)