Das Sturmtief Erminio hat in weiten Teilen Griechenlands erhebliche Schäden verursacht und mindestens ein Todesopfer gefordert. Neben sintflutartigen Regenfällen sorgten Sturmböen und massiver Saharastaub für Einschränkungen im internationalen Flugverkehr und auf den Fährverbindungen. Die griechischen Behörden ordneten in mehreren Regionen vorsorgliche Schulschließungen an.

Todesfall in Nea Makri

Ein Mann im Alter von etwa 50 Jahren kam in den Fluten ums Leben, nachdem er unter ein Auto gespült wurde.

Verkehrschaos durch Saharastaub

Starke Staubkonzentrationen färbten den Himmel orange und führten zu zahlreichen Flugausfällen und Umleitungen.

Infrastrukturschäden

Brückeneinstürze und Straßenschäden wurden aus Poros und der Region Attika gemeldet; hunderte Notrufe gingen bei der Feuerwehr ein.

Das Sturmtief Erminio hat nach dreitägigen Unwettern, die am Donnerstag, den 2. April, endeten, ein Todesopfer gefordert und dutzende Häuser in ganz Griechenland überschwemmt. Galeerenartige Winde, heftiger Regen und massive Saharastaub-Konzentrationen beeinträchtigten den Verkehr und zwangen Behörden in mehreren Regionen zur Schließung von Schulen. Die griechische Feuerwehr bestätigte die Bergung eines etwa 50-jährigen Mannes in Nea Makri, einer Küstenstadt 35 Kilometer nordöstlich von Athen. Der Mann wurde von den Wassermassen mitgerissen und unter einem Fahrzeug eingeklemmt, als er versuchte, eine überflutete Straße zu überqueren. Ein Nachbar, der den Vorfall miterlebte, schilderte der griechischen Tageszeitung Ethnos die Situation. „Es war kurz nach Mitternacht, auf der Straße herrschte Chaos. Das Wasser stand über einen halben Meter hoch und stieg mit unglaublicher Kraft an, wobei drei geparkte Autos umgestürzt wurden. Die Feuerwehr war bereits vor Ort, gerufen von Nachbarn, deren Keller überflutet waren” — Zeuge via Ouest France. Derselbe Zeuge beschrieb, wie die Einsatzkräfte das Opfer fanden: „Etwas, das wie Kleidung aussah, erschien unter den Rädern eines Autos. Wir näherten uns und sahen den Mann zwischen den Rädern eingeklemmt, vollständig unter Wasser” — Zeuge via Ouest France. Die Feuerwehr erhielt allein im Großraum Athen seit Beginn des Sturms fast 500 Notrufe. Dabei ging es vor allem um die Rettung von Personen aus Wassermassen und die Räumung von durch umgestürzte Bäume blockierten Straßen. Der Zivilschutz forderte Bewohner und Touristen per SMS-Warnung auf, ihre Bewegungen einzuschränken und möglichst in Gebäuden zu bleiben.

Saharastaub färbt Himmel über der Ägäis orange und rot Zusätzlich zu den Überschwemmungen führte eine hohe Konzentration von Saharastaub, die von Winden mit einer Stärke von bis zu Stärke 9 auf der Beaufort-Skala herangetragen wurde, zu einer markanten Verfärbung des Himmels über Kreta und den Kykladeninseln Santorini, Naxos und Mykonos. Die Staubbelastung schränkte die Sichtweite erheblich ein, was zur Umleitung oder Annullierung zahlreicher Flüge führte. Mindestens zehn Flüge nach Rhodos wurden am Mittwoch gestrichen oder umgeleitet; mehrere Flüge nach Kreta mussten nach Korfu oder Athen ausweichen. Bis Donnerstag normalisierte sich der Flugverkehr laut Berichten weitgehend. Der nationale Wetterdienst EMY warnte, dass die Staubkonzentrationen am Donnerstag insbesondere über Kreta, den Kykladen und dem Dodekanes weiter zunehmen könnten. Der Fährbetrieb vom Hafen Piräus wurde am Mittwoch vorübergehend eingestellt, was die wichtige Transportverbindung zu den Inselgemeinden unterbrach. Für Kreta galt bis Donnerstag weiterhin eine erhöhte Unwetterwarnung.

Zerstörte Brücke auf Poros, Erdrisse nahe Athen In mehreren Gebieten wurden Infrastrukturschäden gemeldet. Auf der Insel Poros nahe der Küste des Peloponnes zerstörten Fluten eine Brücke. In Kallitechnoupoli östlich von Athen kollabierte eine Straße nahe dem Bach Agia Paraskevi; lokale Medien berichteten von tiefen Gräben, die die Fahrbahn spalteten. Auf der Insel Rhodos rückte die Feuerwehr zu über 50 Einsätzen aus, primär wegen umgestürzter Bäume, beschädigter Stromleitungen, Straßenlaternen und Booten. In Ost-Attika, dem Dodekanes, den Kykladen und auf Kreta blieben Schulen geschlossen, um die Gefährdung der Bevölkerung zu minimieren. Am frühen Donnerstag waren Einsatzkräfte weiterhin damit beschäftigt, Trümmer zu beseitigen, Wasser aus Gebäuden zu pumpen und die Infrastruktur östlich der Hauptstadt zu reparieren. Der Sturm zog am Mittwoch über Athen und mehrere Ägäis-Inseln hinweg, wobei die südliche Ägäis und der Großraum Athen die schwersten Schäden verzeichneten.

500 (Notrufe) — Feuerwehreinsätze im Großraum Athen seit Sturmbeginn

Sturmtief Erminio in Griechenland: — ; — ; — ; —

Weitere Niederschläge vor Wetterberuhigung am Freitag erwartet Der Wetterdienst EMY prognostizierte für Donnerstag weitere heftige Niederschläge für weite Teile des Landes. Erwartet wurden intensive Regenfälle, Gewitter und lokaler Hagel, insbesondere im Norden und Nordosten, die ab Mittag in Richtung Südwesten und Kreta ziehen sollten. Eine Abschwächung der Front wird erst für Freitag erwartet, der im orthodoxen Kalender auf den Karfreitag fällt. Griechenland war in den vergangenen Jahren wiederholt von zerstörerischen Fluten und Waldbränden betroffen. Analysten führen diese Häufung laut Reuters auf den fortschreitenden Klimawandel zurück. Griechenland liegt an der Südspitze Europas und sieht sich zunehmend extremen Wetterereignissen gegenüber. Die Geografie mit hunderten bewohnten Inseln und langen Küstenlinien macht das Land besonders anfällig für Störungen im Fähr- und Flugverkehr. Von Reuters zitierte Experten bringen die steigende Intensität dieser Ereignisse mit der Erderwärmung in Verbindung. Die Kombination aus Sturzfluten und Saharastaub stellte für die griechischen Behörden eine ungewöhnlich komplexe Herausforderung dar. Am Donnerstagmorgen dauerten die Aufräumarbeiten östlich von Athen an; weitere Todesopfer wurden über den Fall in Nea Makri hinaus zunächst nicht gemeldet.

Mentioned People

  • N/A — W tekście cytowany jest anonimowy świadek zdarzenia w Nea Makri za pośrednictwem dzienników Ethnos i Ouest France.

Sources: 15 articles