Präsident Donald Trump hat eine geplante Reise nach Peking verschoben. Nach einem Reuters-Bericht hängt das mit dem anhaltenden Krieg gegen Iran zusammen, der außenpolitische Prioritäten in Washington verändert. Zugleich wächst der Druck wegen steigender Benzinpreise in den USA, schwacher Zustimmung in der Bevölkerung und offener Fragen zur Sicherung der Straße von Hormus.
Präsident Donald Trump hat eine geplante Reise nach Peking verschoben. Nach einem Bericht von Reuters verzögerte der anhaltende Krieg mit Iran einen diplomatischen Neustart mit China. Trump nahm derweil am 18. März 2026 an einer Zeremonie für im Nahen Osten getötete US-Soldaten teil. Der Konflikt hatte am 28. Februar 2026 begonnen. Seither verändert er die außenpolitischen Prioritäten der Vereinigten Staaten und belastet zugleich die innenpolitische Unterstützung. Trump sagte laut Reuters-Bericht vom 17. März, die Vereinigten Staaten könnten die Iran-Operation in „sehr naher Zukunft“ verlassen. Der Krieg hat zu einem deutlichen Anstieg der Benzinpreise in den USA geführt und stößt in der amerikanischen Öffentlichkeit auf geringe Zustimmung. Nach Ergebnissen von Websuchen hat Trump zudem seine Rhetorik gegenüber der Berichterstattung über den Konflikt verschärft und Kritikern Verrat vorgeworfen.
EU drängt auf Sicherheit in der Straße von Hormus, Diplomatie nimmt zu Die Sicherheit der Straße von Hormus ist zu einem zentralen diplomatischen Anliegen geworden. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas führte nach Angaben von ANSA Gespräche mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi und erklärte, die Sicherheit der Meerenge habe für die Europäische Union Priorität. Das Gespräch war eine der direktesten europäischen diplomatischen Verbindungen nach Teheran seit Beginn des Konflikts. Trump sagte getrennt davon laut Reuters, er habe ungefähr sieben Länder gebeten, sich einer Koalition zur Überwachung der Straße von Hormus anzuschließen. Diese Staaten hätten bislang zurückhaltend reagiert. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von der CSU, der dem Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz angehört, sagte laut Stern, er könne sich nach dem Ende des Iran-Kriegs eine Mission zur Sicherung der freien Schifffahrt vorstellen. Die Aussicht auf einen multinationalen maritimen Sicherungseinsatz steht für den breiteren internationalen Versuch, eine dauerhafte Störung der globalen Energieflüsse durch die Meerenge zu verhindern.
US-Angriffe treffen Kharg Island, Optionen beim Uran werden geprüft Das US-Militär führte während des Konflikts Angriffe auf iranische Infrastruktur durch. Dazu gehörten nach Angaben des Verifizierungsprotokolls auch Operationen, die militärische Ziele auf Kharg Island zerstört hätten. Unabhängig davon prüfen Experten amerikanische Optionen zur Sicherung iranischer Uranbestände. Die Süddeutsche Zeitung berichtete, Analysten sähen dafür mehrere mögliche Wege, die Washington offenstünden. Die Frage nach Irans Nuklearmaterial ist damit neben dem konventionellen Militäreinsatz zu einem weiteren strategischen Thema geworden. Reuters berichtete zudem, Trumps Vorstoß zur Sicherung der Straße von Hormus teste auch die pazifistischen Grenzen der japanischen Verfassung, während Tokio abwäge, wie es auf amerikanische Bitten um eine Beteiligung an der Koalition reagieren solle. Der japanische Rechtsrahmen, der den Einsatz militärischer Gewalt im Ausland einschränkt, erschwert einen formellen Beitrag zu einer Mission in der Straße von Hormus.
Irans Regime zeigt ein Paradox aus Fragilität und Stabilisierung Der US-israelische Militäreinsatz gegen Iran mit dem Namen Operation Epic Fury begann am 28. Februar 2026. Bei den ersten Angriffen wurde Ali Khamenei, Irans langjähriger Oberster Führer, getötet. Sein Sohn Mojtaba Khamenei wurde nach gegenwärtigem Kenntnisstand am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt. Der Konflikt hat Vergleiche mit früheren US-Militäreinsätzen im Nahen Osten ausgelöst, die globale Energiemärkte erschütterten und eine lang anhaltende regionale Instabilität auslösten. Eine von Adnkronos veröffentlichte Analyse beschrieb das, was dort als Paradox von Trumps Krieg bezeichnet wurde: Das iranische Regime zeige zugleich Anzeichen innerer Zersplitterung und erneuter Konsolidierung unter äußerem Druck. Die Ernennung von Mojtaba Khamenei zum Obersten Führer nach dem Tod seines Vaters Ali Khamenei bei den Angriffen vom 28. Februar hat die Fragen nach dem inneren Zusammenhalt des Regimes nicht gelöst. Die europäischen diplomatischen Bemühungen, die Corriere della Sera als Navigation durch eine schwierige Sackgasse beschrieb, spiegeln die Sorge wider, dass weder ein rascher militärischer Ausgang noch eine ausgehandelte Einigung unmittelbar bevorstehen. Trumps Verschiebung der Peking-Reise ist ein weiteres Signal dafür, dass der Iran-Konflikt diplomatische Kapazitäten bindet, die die Regierung eigentlich für einen breiteren geopolitischen Neustart mit China nutzen wollte. Die Kombination aus steigenden Treibstoffkosten, geringer innenpolitischer Unterstützung und ungeklärten Fragen zum iranischen Nuklearmaterial setzt die Regierung mehreren gleichzeitigen Belastungen aus. Ein klarer Zeitplan für einen Ausstieg wurde öffentlich bislang nicht bestätigt.