
Skoda-Chef Klaus Zellmer zum Volvo-Cars-CEO ernannt, um Hakan Samuelsson bis 2027 abzulösen
Volvo Cars hat Skoda-Chef Klaus Zellmer zum neuen CEO ernannt, der die Führung bis Oktober 2027 übernehmen soll, im Rahmen eines umfassenden Umstrukturierungsplans zur Verdoppelung des Marktanteils elektrifizierter Fahrzeuge.
Führungswechsel angekündigt
Der Vorstand von Volvo Cars hat Klaus Zellmer am Sonntag zum nächsten Präsidenten und Chief Executive Officer des Unternehmens ernannt. Zellmer, der derzeit als Chief Executive der Volkswagen-Konzern-Tochter Skoda tätig ist, wird Hakan Samuelsson spätestens zum 1. Oktober 2027 ablösen. Samuelsson, der im Frühjahr 2025 zurückkehrte, um den schwedischen Autobauer zu führen, bestätigte letzte Woche, dass er nach Ablauf seines Vertrags im April nicht mehr in Vollzeit arbeiten will. Der Vorstand und Samuelsson beabsichtigen, während der Übergangsphase gemeinsam einen geordneten Verantwortungswechsel sicherzustellen. Volvo-Cars-Verwaltungsratsvorsitzender Li Shufu betonte, dass der neue Manager über mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in der Automobilbranche verfüge, die sowohl Volumen- als auch Premiumsegmente umfasse.
Klaus Zellmer kann auf eine starke Erfolgsbilanz bei der Führung von Unternehmen durch Transformationsprozesse und sich ändernde Marktbedingungen verweisen.
- Hakan Samuelsson beginnt seine erste zehnjährige Amtszeit als CEO
- Jim Rowan löst Samuelsson ab, um die Elektrifizierung zu leiten
- Hakan Samuelsson kehrt als CEO für eine Übergangszeit zurück
- Klaus Zellmer übernimmt die CEO-Position spätestens zu diesem Datum
Umstrukturierung und Produktoffensive
Der Führungswechsel folgt einer von Samuelsson am Donnerstag vorgestellten Überarbeitung der langfristigen Strategie von Volvo Cars. Das Unternehmen plant, bis 2030 13 neue Fahrzeugmodelle auf den Markt zu bringen, darunter sieben Modelle für westliche Märkte und sechs speziell für China. Diese Modelloffensive zielt darauf ab, den Anteil von Volvo an den weltweiten Verkäufen von Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen von derzeit rund 1,7 % zu verdoppeln. Der Hersteller reorganisiert zudem seine Produktionsstandorte in fünf eigene Volvo-Werke sowie zwei gemeinsam mit Partnerfirmen betriebene Anlagen. Samuelsson erklärte, dass sich das Unternehmen von einheitlichen globalen Modellen abwende und stattdessen auf regionale Angebote setze, die auf die unterschiedlichen Verbraucherbedürfnisse in Europa, China und den USA zugeschnitten seien.
- Westliche Märkte
- 7 Modelle
- China
- 6 Modelle
Hintergrund des Managers und jüngste Führungswechsel
Zellmer, 1967 in Bayern geboren, trat 1997 als Assistent des Vorstands bei Porsche ein und leitete später von 2015 bis 2020 das Nordamerikageschäft von Porsche. 2020 wurde er zum Vertriebschef der Marke Volkswagen ernannt, bevor er im Juli 2022 die Leitung von Skoda übernahm, wo er die erfolgreichste Division des Mutterkonzerns führte. Volvo Cars hat in den letzten Jahren wiederholte Führungswechsel erlebt, nachdem Samuelsson zunächst von 2012 bis 2022 eine zehnjährige Amtszeit hatte. Samuelsson wurde 2022 vom ehemaligen Dyson-Chef Jim Rowan abgelöst, der mit Software- und Produktionsverzögerungen beim Elektro-SUV EX90 sowie Kritik an der Benutzeroberfläche des kompakten EX30 zu kämpfen hatte. Rowan wurde 2025 ersetzt, woraufhin der 75-jährige Samuelsson für eine geplante Übergangszeit zurückkehrte.
Marktwiderstände und technologische Trennung
Volvo Cars, mehrheitlich im Besitz des chinesischen Geely-Konzerns, sieht sich in seinen Hauptmärkten mit erheblichen finanziellen und regulatorischen Gegenwinden konfrontiert. Der Autobauer verfehlte seine Rentabilitätsziele aufgrund höherer Entwicklungskosten, schwacher globaler Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und starker Umsatzrückgänge in China. Seine Aktien sind in diesem Jahr um mehr als 45 Prozent gefallen und werden nahe Rekordtiefs gehandelt. In den USA sorgen neue Autozölle und mögliche Beschränkungen für chinesische Technologie für operative Hürden. Volvo Cars arbeitet daran, seine westlichen und chinesischen Softwarearchitekturen zu entkoppeln, um den Zugang zum US-Markt zu erhalten, während die Schwestermarke Polestar von einem vollständigen Verkaufsverbot auf dem amerikanischen Markt bedroht ist.


