Gesundheit & Bildung · Rom, Mailand und Neapel

Italien begrenzt nicht-italienischsprachige Schüler auf 30% und verbietet Vollverschleierung in Schulen

Die italienische Regierung hat eine 30%-Obergrenze für Schüler mit geringen Italienischkenntnissen in Klassenzimmern sowie ein Verbot von Burkas und Niqabs in Schulen erlassen, was Warnungen von Kommunalpolitikern vor möglichen Klassenschließungen auslöste.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von ANSA.it und BBC. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

Rom, Mailand, Neapel · Italien

Kabinett billigt Klassenzimmer-Obergrenze und Schleierverbot

Der italienische Ministerrat hat ein Schuldekret verabschiedet, das eine 30%-Obergrenze für Schüler mit geringen Italienischkenntnissen in Klassenzimmern der ersten Klasse der Grundschule, der Sekundarstufe I und der Sekundarstufe II festlegt. Das Dekret verbietet das Tragen von Burka und Niqab in Schulen, erlaubt jedoch Kopftücher wie den Hijab, die das Gesicht frei lassen. Es führt außerdem verpflichtende Sprachkurse für Eltern ein, die nicht ausreichend Italienisch können, bei Nichtteilnahme drohen Geldstrafen von bis zu 1.000 Euro. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete das Paket als vernünftige Instrumente zur Unterstützung der Integration. Bei der Vorstellung der Politik argumentierte sie, dass Gesichtsverhüllungen mit dem schulischen Umfeld unvereinbar seien.

„Man muss mit unverhülltem Gesicht zur Schule gehen.“

Giorgia Meloni, Ministerpräsidentin von Italien

Umsetzungsregeln und regionale demografische Unterschiede

Die 30%-Obergrenze gilt je nach Schulstufe unterschiedlich. In Grundschulen betrifft sie nicht-italienische Schüler, die im Ausland geboren wurden oder weniger als zwei Jahre die Vorschule besucht haben, während sie in weiterführenden Schulen auf Nicht-Staatsbürger abzielt, die nicht drei Jahre im italienischen Schulsystem verbracht haben. Daten des Ministeriums aus dem Schuljahr 2022/2023, die von Skuola.net aufbereitet wurden, zeigen, dass 4.223 Schulen (7,9 % der Gesamtzahl) derzeit die 30%-Schwelle für ausländische Schüler überschreiten. Die Konzentration ist stark auf die nördlichen und zentralen Regionen verlagert, angeführt von der Lombardei mit 16,8 % der Klassenzimmer und der Emilia-Romagna mit 15,6 %. In südlichen Regionen wie Apulien und Sardinien liegen dagegen nur 0,4 % der Klassenzimmer über der Schwelle.

Anteil der Schulklassen mit über 30% ausländischen Schülern nach Region%
Lombardei
16.8 %
Emilia-Romagna
15.6 %
Ligurien
13.9 %
Piemont
11.2 %
Venetien
10.5 %
Toskana
10.4 %
Sizilien
1.5 %
Basilikata
1.1 %
Kampanien
0.6 %
Apulien
0.4 %
Sardinien
0.4 %

Daten aus dem Artikeltext

Demografie der zweiten Generation und Ballungsräume

In ganz Italien machen rund 930.000 ausländische Schüler 11,6 % der Gesamtschülerzahl aus, so die Fondazione ISMU und ministerielle Aufzeichnungen. Allerdings wurden 65,2 % dieser Schüler in Italien geboren, was bedeutet, dass fast zwei von drei ausländischen Schülern Italienisch als Muttersprache erworben haben und keine anfänglichen Lernhürden haben. Ballungsräume weisen die größten absoluten Zahlen ausländischer Schüler auf, angeführt von Mailand mit über 82.000 Schülern, Rom mit 66.000 und Turin mit 40.000. Auf Provinzebene führt Prato mit einem Ausländeranteil von 28 %, gefolgt von Piacenza mit 25,2 %.

Einschreibungen ausländischer Schüler in großen Ballungsräumen
Raum Mailand
82000
Raum Rom
66000
Raum Turin
40000

Daten aus dem Artikeltext

Bürgermeister warnen vor Schließungen, Eltern reagieren

Kommunalpolitiker äußerten praktische Bedenken hinsichtlich der Umsetzung der neuen Regeln. Bei der ResQ-Veranstaltung in Mailand erklärte Bürgermeister Giuseppe Sala, dass der Anteil der Migrantenkinder in mehreren Stadtbezirken über 30 % liege. Sala warnte, dass eine strenge Durchsetzung der Obergrenze die Gemeinde dazu zwingen könnte, bestimmte Klassen oder ganze Einrichtungen gegen ihren Willen zu schließen.

„Was mich am meisten beunruhigt, ist die prozentuale Obergrenze. Ich prüfe die Zahlen und fürchte, dass wir einige Klassen oder sogar ganze Schulen schließen müssen, nicht freiwillig.“

Giuseppe Sala, Bürgermeister von Mailand

Lokale Verwaltung und Reaktion der Gemeinschaft

Neapels Bürgermeister und ANCI-Präsident Gaetano Manfredi mahnte zur Vorsicht und wies darauf hin, dass langjährig ansässige Migrantenpopulationen in Gebieten wie dem landwirtschaftlichen und textilen Gürtel am Vesuv durch gezielte lokale Initiativen unterstützt werden müssten, nicht durch starre gesetzliche Quoten. Vor der multikulturellen Grundschule Di Donato im römischen Stadtteil Esquilino waren die Reaktionen der Migranteneltern gemischt. Juana, eine peruanische Hotelangestellte, befürwortete Italienischunterricht, nannte die Geldstrafe von 1.000 Euro jedoch überhöht für berufstätige Mütter, während der brasilianische Elternteil Marcelo die Obergrenze unterstützte, um zu verhindern, dass Sprachbarrieren den Unterricht verlangsamen. Bildungsminister Giuseppe Valditara betonte, dass die Beschränkung rein sprachlicher und nicht nationaler Natur sei.

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