
AfD-Führung bereitet russische Gasgespräche mit Putin-Gesandten Kirill Dmitriev vor
Der russische Präsidentengesandte Kirill Dmitriev und die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla bereiten für Anfang 2027 Gespräche über die Wiederaufnahme der Erdgaslieferungen nach Deutschland vor.
Hintergrund-Gasverhandlungen
Die Vorbereitungen für ein Treffen der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla mit dem russischen Präsidentengesandten Kirill Dmitriev laufen, möglicherweise bereits im März 2027. Dmitriev, der den russischen Staatsfonds leitet, plant, die Wiederaufnahme der Lieferungen durch die Nord-Stream-Pipelines zu prüfen. Vor den Sanktionen nach der russischen Invasion der Ukraine 2022 lieferte Russland mehr als die Hälfte des deutschen Erdgases und mehr als ein Drittel seiner Rohölimporte. Die Organisatoren beabsichtigen, die Gespräche nur dann stattfinden zu lassen, wenn ein Friedensrahmen zwischen Russland und der Ukraine vereinbart wurde; als mögliche Gastgeberländer werden Israel, die Vereinigten Arabischen Emirate oder Indien genannt.
Die Organisatoren haben auch versucht, US-Vertreter einzubeziehen, in der Hoffnung, Steve Witkoff und Jared Kushner nach ihrem Treffen mit Dmitriev im September 2026 in Moskau einzuladen. Ein hochrangiger US-Vertreter erklärte, dass Witkoff und Kushner keine Informationen oder Einladungen zu dem Treffen erhalten hätten. Während die AfD außerhalb der Bundesregierung steht, hat die Partei für wirtschaftliche Erholung und ein Ende der Energieboykotte geworben. Die Amerikanische Handelskammer in Moskau bezeichnete das geplante Treffen als positiven Schritt.
- Alice Weidel plädiert für ein Ende der russischen Energieboykotte zur Unterstützung der deutschen Industrie
- AfD gewinnt 44 Prozent der Stimmen bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
- Landtagswahlen finden in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern statt
- Frühestmöglicher Termin für den Gasgipfel zwischen AfD-Führung und Kirill Dmitriev
Wahlerfolg in Ostdeutschland
Die diplomatische Initiative folgt dem Sieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, bei der die Partei 44 Prozent der Stimmen erhielt und den ersten Platz belegte. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund tourte mit einem alten ostdeutschen Motorroller durch das Land und vermittelte ein zugängliches Image, begleitet von der Parteirhetorik zu Migration und Deindustrialisierung. Der Politikberater Johannes Hillje wies auf eine bewusste taktische Weiterentwicklung von einer Klagekultur hin zu einem optimistischen Wahlkampfstil hin.
In der Vergangenheit dominierte negative Rhetorik, Sündenböcke unter Migranten, Angriffe auf die Elite, die Schüren von Angst und Wut. Wenn man Menschen wirklich mobilisieren will, reicht es nicht, nur andere anzugreifen. Man muss auch eine positive Perspektive bieten.
Die Wähler in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gaben am Sonntag, den 20. September 2026, ihre Stimmen ab. Mecklenburg-Vorpommern hat direkte wirtschaftliche Bedeutung für den Energiehandel, da dort die russischen Nord-Stream-Pipelines an Land kommen. Die AfD will auf ihrem ostdeutschen Schwung aufbauen, um die Vorherrschaft der etablierten Parteien in beiden Landesparlamenten herauszufordern.
Kulturkonflikt und staatliche Institutionen
In Sachsen-Anhalt hat der Wahlerfolg der AfD Widerstand in den Kultureinrichtungen ausgelöst. Das Parteiprogramm fordert, dass Kunstinstitutionen die deutsche Vorkriegsgeschichte feiern, multikulturelle Konzepte aufgeben und das beenden, was die Partei als Schuldkomplex in Bezug auf die NS-Zeit bezeichnet. Der Mitautor des Parteiprogramms, Hans-Thomas Tillschneider, bezeichnete die Bauhaus-Designschule in Dessau als undeutsch und ohne nationale Wurzeln, und wiederholte damit frühere politische Angriffe, die zur Schließung der Schule während der NS-Zeit führten.
Eine AfD-Landesregierung wird eine umfassende kulturelle Erneuerung auslösen.
Museumsdirektoren und Kulturverwalter mobilisieren sich gegen Finanzierungsauflagen und ideologische Vorgaben. Barbara Steiner, Direktorin der Bauhaus-Stiftung, warnte davor, dass die Partei Kultureinrichtungen als Instrumente zur Formung des öffentlichen Bewusstseins betrachte. Der Landesverband steht weiterhin unter Beobachtung, nachdem Spitzenkandidaten sich geweigert hatten, den Holocaust als das schlimmste Verbrechen der Menschheit zu bezeichnen.
Die AfD versteht, dass sie über Kultur in die Köpfe der Menschen eindringen kann, in ihre Denkweisen.
Druck auf das politische Establishment
Der Vormarsch der AfD hat tiefe Gräben innerhalb der Regierungs- und Oppositionsparteien in Deutschland geschaffen. Bundeskanzler Friedrich Merz steht erneut unter internem Druck, nachdem seine konservative CDU in Sachsen-Anhalt eine Niederlage erlitten hat und hinter früheren Versprechungen zurückblieb, die Unterstützung für die extreme Rechte zu halbieren. Die etablierten Parteien halten weiterhin an einer Brandmauer fest, die formelle Koalitionen mit der AfD ablehnt, deren Landesverband Sachsen-Anhalt vom Bundesverfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird. In Bayern sieht sich Ministerpräsident Markus Söder mit Fragen zur konservativen Strategie konfrontiert, während die AfD ihre Präsenz in den ostdeutschen und regionalen Parlamenten ausbaut. Die bevorstehenden Wahlergebnisse werden zeigen, ob der traditionelle Cordon Sanitaire den steigenden Stimmenanteilen der extremen Rechten standhalten kann.


