Regierung · Madrid
Zapatero bestreitet sämtliche Korruptionsvorwürfe in erster Aussage vor der spanischen Audiencia Nacional, aber Richter erklärt Beweise für bestandskräftig
Der frühere spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero erschien am Mittwoch vor dem Ermittlungsrichter José Luis Calama und wies die Anschuldigungen wegen Einflussnahme, Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Schmuggels im Zusammenhang mit der Plus-Ultra-Rettungsaktion zurück. In einer nach der dreistündigen Anhörung ergangenen Entscheidung erklärte der Richter, Zapateros Aussage habe die gegen ihn vorliegenden Beweise nicht erschüttern können.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von EL MUNDO, LaSexta und europa press. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Zapatero ist der erste ehemalige spanische Ministerpräsident, der als Beschuldigter vor der Audiencia Nacional aussagt und dabei nur dem Richter und seinem eigenen Anwalt antwortet.
Ermittlungsrichter José Luis Calama entschied nach der dreistündigen Anhörung, dass Zapateros Aussage die verschiedenen belastenden Elemente, darunter Nachrichten, Überweisungen und Unternehmensdokumente, nicht geschwächt habe.
Zapatero weigerte sich, die Herkunft des beschlagnahmten Schmucks zu klären, und teilte dem Gericht mit, er werde zu einem späteren Zeitpunkt Unterlagen vorlegen.
E-Mails offenbarten einen Plan aus dem Jahr 2021, internationale Zahlungen über eine Dubai-Tochtergesellschaft zu leiten, was es Zapatero ermöglicht hätte, Einkünfte zu erhalten, ohne Konten im Ausland zu besitzen.
Wissenschaftsministerin Diana Morant behauptete, es sei verdächtig, dass von US-Behörden 2021 geklonte Mobiltelefondaten genau zu dem Zeitpunkt auftauchten, als die spanische Regierung Donald Trump ablehnte.
- 3.03.Geschäftsplan-E-Mail erörtert eine Dubai-Tochtergesellschaft und Zahlungen an Zapatero-Familienmitglieder
- 12.06.Richter Calama erhebt formelle Anklage wegen Einflussnahme, Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Schmuggels gegen Zapatero
- 17.06.Zapatero sagt vor der Audiencia Nacional aus, bestreitet alle Vorwürfe, aber Richter erklärt Beweise für bestandskräftig
Aussage und Anklagepunkte
José Luis Rodríguez Zapatero wurde am Mittwoch als erster ehemaliger spanischer Ministerpräsident, der als formeller Beschuldigter vor der Audiencia Nacional aussagte, von Richter José Luis Calama und seinem eigenen Anwalt befragt, während er sich weigerte, auf Fragen des Anti-Korruptions-Staatsanwalts zu antworten. Der Ex-Regierungschef wird verdächtigt, die Entscheidung der Regierung, der Fluggesellschaft Plus Ultra während der Pandemie ein Rettungspaket in Höhe von 53 Millionen Euro zu gewähren, beeinflusst zu haben. Zudem wird ihm Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Schmuggel vorgeworfen.
In seiner Aussage bestritt Zapatero jedes Fehlverhalten und erklärte, er habe keine Rolle bei der Rettungsaktion gespielt und weder die Gründung von Offshore-Gesellschaftsstrukturen angeordnet noch als Kopf einer kriminellen Organisation illegale Provisionen erhalten. Richter Calama kam jedoch in einer anschließenden Verfügung zu dem Schluss, dass die Aussage „die rationalen Anhaltspunk für Straftaten aus mehreren Beweislinien, darunter abgefangene Geräte, Banküberweisungen und Unternehmensunterlagen, nicht erschüttern konnte."
„Die Aussage des Angeklagten hat es nicht vermocht, die in der Anklageverfügung dargelegten rationalen Anhaltspunkte für Straftaten zu erschüttern, die sich aus verschiedenen und unterschiedlichen Beweisquellen ergeben.“
Schmuck und Offshore-Geschäftspläne
Einer der umstrittensten Vorfälle betraf die Entdeckung von Schmuckstücken in Zapateros Büro, die vorläufig auf über 1,3 Millionen Euro geschätzt werden. Der frühere Ministerpräsident lehnte es ab, deren Herkunft zu erläutern, und teilte dem Richter mit, er werde in den kommenden Tagen Unterlagen vorlegen, um zu belegen, wann und wie er sie erworben habe. Die Ermittler betrachten den Schmuck als eine nicht gerechtfertigte Vermögenssteigerung, die der Steuerbehörde nicht gemeldet wurde.
Die Ermittlungen brachten auch einen im März 2021 ausgearbeiteten Geschäftsplan zutage, der die Gründung einer Tochtergesellschaft einer spanischen Beratungsfirma in der Freizone Dubai vorsah, um Zahlungen von internationalen Kunden zu empfangen, mit prognostizierten Gewinnen von drei Millionen Dollar über fünf Jahre. Das zwischen dem Geschäftsmann Julio Martínez Martínez und einem Mitarbeiter kommunizierte Schema hätte es Zapatero ermöglicht, Beratungshonorare über Martínez' Firma zu kassieren, ohne formell über Auslandskonten zu verfügen. Zapatero bestritt jede Kenntnis des Plans und beteuerte, er habe „absolut nichts außerhalb Spaniens."
„Ich erteile meine universelle freiwillige Zustimmung, damit bestätigt werden kann, dass es keine Unternehmen, kein Geld, keine Finanzprodukte oder Vermögenswerte in meinem Namen gibt, weder direkt noch indirekt. Denn ich habe absolut nichts außerhalb Spaniens.“
China und venezolanische Ölverbindungen
Eine weitere Ermittlungslinie betrifft eine angebliche Vermittlerrolle im Ölhandel. Während der Befragung räumte Zapatero ein, „viele Male" nach China gereist zu sein, sagte jedoch, seine Besuche hätten nur dazu gedient, „Vorträge zu halten", und nie geschäftlichen Zwecken. Keine dieser Reisen habe Julio Martínez beteiligt. Der Richter konfrontierte ihn daraufhin mit einer beschlagnahmten E-Mail eines chinesischen Unternehmens, die ein Rechtsdokument im Zusammenhang mit einem venezolanischen Ölkauf enthielt, in dem Zapatero als Vermittler genannt wurde.
Die Gerichtsakten beschreiben ein Absichtsschreiben vom Oktober 2023 der China International Cultural Technology Resources Group CO LTD, das an das „Büro von Präsident Zapatero" gerichtet war. Ermittler der Wirtschaftskriminalität der spanischen Polizei fanden zudem Nachrichten, in denen von „der Dame" (Delcy Rodríguez, damalige Vizepräsidentin und heutige Präsidentin Venezuelas) die Rede war, die die direkte Zuteilung von Öllieferungen abgewickelt habe. Zapatero sagte, er habe nie auf die E-Mail geantwortet und bestritt jede Beteiligung an Ölgeschäften. Der Richter verwies jedoch auf Beweise, die darauf hindeuteten, dass „die Beteiligung und der entscheidende Einfluss von José Luis Rodríguez Zapatero" potenziellen Käufern Zugang zu hochrangigen politischen Persönlichkeiten in Venezuela verschafft habe.
Reaktionen von Regierung und Medien
Im Kabinett Sánchez waren die Reaktionen zurückhaltend. Justizminister Félix Bolaños und Territorialminister Ángel Víctor Torres mieden vor der Anhörung die Presse; danach äußerte Torres die Zuversicht, dass Zapatero „seine Unschuld beweisen können werde", während Gleichstellungsministerin Ana Redondo „den Respekt vor den gerichtlichen Entscheidungen" betonte und sagte, dass „die Zeit die Dinge an ihren Platz bringen werde."
Wissenschaftsministerin Diana Morant ging weiter und deutete eine „verborgene Hand" hinter dem Fall an. Sie verwies darauf, dass US-Behörden 2021 das Mobiltelefon des Plus-Ultra-Aktionärs Rodolfo Reyes an einem Flughafen geklont hätten und dass das Material erst jetzt, zu einem Zeitpunkt, an dem „die spanische Regierung und der Präsident gegen Trump mit diesem ‚Nein zum Krieg‘-Kurs Stellung beziehen", auftauche.
„Ich finde es sehr verdächtig, dass die Vereinigten Staaten 2021 das Mobiltelefon eines venezolanischen Staatsbürgers an einem Flughafen geklont haben und dass jetzt, wo die Regierung Spaniens und der Präsident gegen Trump Stellung beziehen, diese Entwicklungen im Fall Plus Ultra auftauchen.“
Der Fernsehmoderator El Gran Wyoming brachte die Unruhe auf beiden Seiten des politischen Spektrums auf den Punkt und stellte fest, dass „es lose Enden, unerklärte Dinge, dunkle Flecken" gebe und dass viele progressive Bürger, die Zapatero als politische und ethische Referenz betrachtet hätten, nun verunsichert seien.
Sprecher sagt, Zapatero sei „zufrieden"
Nach der Anhörung teilte Luis Arroyo, ein enger Vertrauter und autorisierter Sprecher Zapateros, dem Radiosender Cadena Ser mit, der frühere Ministerpräsident sei „zufrieden", weil seine Aussage es ihm ermöglicht habe, „zu beginnen zu bestätigen, dass er absolut unschuldig ist" und „die Andeutungen zu widerlegen." Arroyo bezeichnete die Formulierung des Richters, wonach die Aussage die Beweise nicht erschüttert habe, als übliche richterliche Sprache, die signalisiere, dass das Verfahren nicht eingestellt werde. Er fügte hinzu, dass Zapatero nur zwei Tage Zeit gehabt habe, um Informationen über den Schmuck zu sammeln, und lediglich um mehr Zeit gebeten habe. Der Fall bleibt offen; die nächsten Schritte hängen unter anderem davon ab, ob Julio Martínez, den der Richter als Zapateros „wichtigsten Leutnant im Einflussnetzwerk" bezeichnet, beschließt, mit den Staatsanwälten zu kooperieren.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- EL MUNDOZapatero compareció ante el juez como ante el Congreso
- EL MUNDO"Muchas veces a China, pero sólo para dar conferencias": Zapatero niega negocios en Pekín con petróleo de Venezuela
- EL MUNDOZapatero no logra desmontar los "rotundos indicios" y "pruebas" de corrupción que aprecia el juez Calama
- EL MUNDOUn 'business plan' para no ser accionista: Martínez podía cobrar fuera de España y pagar dentro a Zapatero
- José Luis Rodríguez Zapatero
- Ehemaliger spanischer Ministerpräsident, im Fall Plus Ultra unter Ermittlung
- José Luis Calama
- Ermittlungsrichter an der Audiencia Nacional, der den Fall Plus Ultra leitet
- Julio Martínez Martínez
- Geschäftsmann und mutmaßlicher Hauptleutnant im Zapatero zugeschriebenen Einflussnetzwerk
- Luis Arroyo
- Präsident des Ateneo de Madrid und autorisierter Sprecher von José Luis Rodríguez Zapatero
- Diana Morant
- Spanische Ministerin für Wissenschaft und Innovation, die eine US-Beteiligung hinter dem Zeitpunkt der Ermittlungen vermutete
- El Gran Wyoming
- Fernsehmoderator, der die politische Unruhe um den Fall Zapatero kommentierte
- Pedro Sánchez
- Derzeitiger spanischer Ministerpräsident, der am Tag der Anhörung die Presse mied
- Ángel Víctor Torres
- Spanischer Minister für Territorialpolitik, der nach der Aussage Zuversicht in Zapateros Unschuld äußerte
- Ana Redondo
- Spanische Gleichstellungsministerin, die den Respekt vor gerichtlichen Entscheidungen betonte
- Rodolfo Reyes
- Aktionär der Fluggesellschaft Plus Ultra, dessen geklonte Mobiltelefondaten von US-Behörden bereitgestellt wurden
- Delcy Rodríguez
- Vizepräsidentin und heutige Präsidentin Venezuelas, in abgefangenen Nachrichten als die für die direkte Ölzuteilung zuständige Person bezeichnet
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