
Zapatero beantragt Verschiebung der Aussage zu 1,3 Millionen Euro Schmuck aus seinem Büro
Spaniens ehemaliger Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hat einen Richter gebeten, seine Befragung zu Schmuck im Wert von 1,3 Millionen Euro, der in seinem Bürotresor gefunden wurde, zu verschieben, während die Ermittlungen in einem separaten Korruptionsfall um eine Fluggesellschafts-Rettung von 2021 andauern.
Schmuck im Bürotresor gefunden
Am 19. Mai durchsuchte die Polizei Zapateros Büro und fand 103 Schmuckstücke in einem Tresor. Die Gegenstände wurden vom spanischen Schmuckgutachter Ansorena vorläufig auf 1,32 Millionen Euro geschätzt. Richter José Luis Calama eröffnete am 12. Juni ein separates Ermittlungsverfahren und verwies auf das Fehlen von Zolldokumenten und mangelnde steuerliche Nachvollziehbarkeit. Er erklärte, der Besitz von Vermögenswerten mit hohem Wert ohne klare Dokumentation könne auf Steuerhinterziehung oder Schmuggel hindeuten.
Der Besitz von Vermögenswerten mit hohem Wert ohne klare steuerliche Nachvollziehbarkeit könnte auf mögliche Steuerhinterziehungs- oder Schmuggeldelikte hindeuten.
Antrag auf Verschiebung
Zapatero soll am 17. und 18. Juni vor dem Nationalen Gerichtshof aussagen. Seine Verteidigung hat den Richter gebeten, nur den Teil der Aussage zu verschieben, der den Schmuck betrifft. Der am 15. Juni gestellte Antrag begründet dies damit, dass mehr Zeit benötigt werde, um Dokumente über Herkunft und Wert der Stücke zusammenzutragen. Die Verteidigung gibt an, erst zwei Tage zuvor von dem separaten Ermittlungsverfahren erfahren zu haben.
Die Aussage zum Hauptfall Plus Ultra bleibt für dieselben Termine angesetzt. Die Schmuckangelegenheit wird in einem separaten juristischen Verfahren behandelt.
Wir müssen ihn und den Zeitplan des Justizsystems respektieren.
Reaktion der Partei und politischer Druck
Die regierende Sozialistische Partei (PSOE) beharrte auf der Unschuldsvermutung für Zapatero. Organisationssekretärin Rebeca Torró sagte, die Partei sehe der juristischen Woche „mit völliger Gelassenheit“ entgegen und der ehemalige Ministerpräsident „werde sich zu allem äußern“. Die Partei vermied jedoch einen Kommentar zur Bewertung des Schmucks.
Er wird auf alles eingehen.
Der Fall erhöht den Druck auf die Regierung, die bereits mit anderen Korruptionsskandalen befasst ist. In dieser Woche steht auch die Aussage von Begoña Gómez, der Ehefrau des amtierenden Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, sowie ein ausstehendes Urteil gegen den ehemaligen Minister José Luis Ábalos an.
Der Fall Plus Ultra
Die Hauptuntersuchung wirft Zapatero vor, ein Netzwerk zur Einflussnahme geleitet zu haben, das bei der Regierung lobbyierte, um der venezolanischen Fluggesellschaft Plus Ultra während der Pandemie eine Rettungsspritze in Höhe von 53 Millionen Euro zu gewähren. Richter Calama beschrieb das Netzwerk als „eine stabile, hierarchische Struktur zur Einflussnahme“, die organisiert war, um durch den Handel mit Zugang zu hochrangigen Beamten wirtschaftliche Vorteile zu erlangen.
- Polizei durchsucht Büro und beschlagnahmt 103 Schmuckstücke aus Tresor
- Richter Calama eröffnet separates Ermittlungsverfahren wegen möglicher Steuerhinterziehung und Schmuggel
- Zapatero beantragt Verschiebung der Aussage zur Herkunft des Schmucks
- Geplante Aussage zum Hauptfall Plus Ultra beginnt um 09:00 Uhr


