Regierung · Havanna

Kuba nimmt 14ymedio-Direktorin Yoani Sánchez fest – seit Donnerstagmorgen kein Lebenszeichen

Die Polizei habe die 14ymedio-Direktorin am Donnerstag, 5. November, gegen 9.30 Uhr aus ihrem Haus in Nuevo Vedado geholt, berichtet das von ihr gegründete Medium. Ihre Nachricht aus vier Wörtern war der letzte Kontakt, Amnesty International hat die Festnahme verurteilt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von ANSA.it, Le Soir, europa press und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Foto: re:publica from Germany, CC BY-SA 2.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt). Archivbild, 2013
Wie es dazu kam
  1. 2.11.CubaNet-Mitarbeiter Adelth Bonne Gamboa festgenommen, später mit Geldstrafe belegt
  2. 3.11.CubaNet-Mitarbeiterin Camila Acosta festgenommen, nach mehreren Stunden mit einer Verwarnung freigelassen
  3. 5.11.14ymedio-Direktorin Yoani Sánchez beim Verlassen ihres Hauses in Nuevo Vedado mitgenommen

Festnahme auf dem Weg zum Markt

Yoani Sánchez, Direktorin des unabhängigen Mediums 14ymedio, wurde am Donnerstag, 5. November 2026, gegen 9.30 Uhr Ortszeit festgenommen, als sie ihr Haus im Viertel Nuevo Vedado in Havanna verließ, um auf einem nahegelegenen Markt einzukaufen. Das Medium berichtet, sie sei von der politischen Polizei mitgenommen worden – eine Formulierung, die es auch in der eigenen Berichterstattung verwendet. Le Soir gibt ihr Alter mit 51 Jahren an. Sánchez hatte Kolleginnen und Kollegen in der Redaktion gesagt, sie gehe kurz hinaus. Etwa zehn Minuten später gelang es ihr, eine Nachricht aus vier Wörtern zu schicken, die sie vor dem warnte, was gerade geschah; seitdem gibt es laut dem Medium keine Nachricht von ihr.

El Mundo verortet die Festnahme in der Calle Estancia, neben dem Parkplatz des Landwirtschaftsministeriums, und beruft sich dabei auf einen Beitrag des Journalisten Mario J. Pentón in den sozialen Medien. Pentón gibt den Bericht einer Zeugin weiter, die gesehen habe, wie Sánchez in ein Polizeifahrzeug gedrängt wurde, während sie rief, man entführe sie. El Mundo ordnet die Festnahme der Gemeinde Plaza de la Revolución in Havanna zu.

Amnesty verurteilt die Festnahme

Amnesty International bestätigte die Festnahme. Die Direktorin für Kampagnen und Politik der Organisation, Érika Guevara, schrieb in den sozialen Medien:

„Die gewaltsame Festnahme der unabhängigen Journalistin Yoani Sánchez durch Agenten der Staatssicherheit in Havanna wird angeprangert.“

Érika Guevara

Guevara warf der Regierung von Präsident Miguel Díaz-Canel vor, Journalistinnen und Journalisten zum Schweigen bringen zu wollen, die Menschenrechtsverletzungen dokumentieren und darüber berichten. Die Schlagzeile von El Mundo schreibt die Anprangerung der Festnahme Sánchez' Ehemann zu, dem Journalisten Reinaldo Escobar.

Eine Woche der Festnahmen unabhängiger Reporter

Bereits früher in dieser Woche waren zwei weitere unabhängige Journalisten festgenommen worden. Adelth Bonne Gamboa, ein Mitarbeiter von CubaNet, wurde am Montag, 2. November, festgenommen und später mit einer Geldstrafe belegt. Camila Acosta, ebenfalls Mitarbeiterin von CubaNet, wurde am Dienstag, 3. November, festgenommen, nach mehreren Stunden freigelassen und förmlich verwarnt.

El País berichtet unter Berufung auf 14ymedio, Bonne Gamboa sei gefesselt und in einem Polizeifahrzeug weggebracht worden. 14ymedio erklärt, mehrere eigene Journalistinnen und Journalisten seien seit der Gründung des Mediums im Mai 2014 Einschüchterungen und Festnahmen ausgesetzt gewesen. Zudem berichtet das Medium, mehrere Mitarbeiter oppositioneller Medien seien auf der Straße angehalten und nach Geldstrafen oder Verwarnungen wieder freigelassen worden.

Rechtslage und Hintergrund

Nach einem 2023 verabschiedeten Kommunikationsgesetz sind laut Le Soir die von der Kommunistischen Partei kontrollierten Staatsmedien die einzigen legalen Medien auf der Insel. Unabhängige Online-Medien überlebten in einem rechtlichen Vakuum, und Kubaner erreichten sie vor allem über ein virtuelles privates Netzwerk (VPN).

Sánchez, 1975 in Havanna geboren, startete 2007 ihren Blog Generación Y, in dem sie den Alltag auf Kuba schilderte – Lebensmittelknappheit, ständige Stromausfälle und fehlende Medikamente. 2014 gründete sie 14ymedio und schrieb unter anderem für El País. 2008 gewann sie den Ortega-y-Gasset-Preis für digitalen Journalismus, und Le Soir berichtet, das Magazin Time habe sie in jenem Jahr zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt gezählt. El País zufolge erhielt sie 2009 den María-Moors-Cabot-Preis der Columbia University.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Havanna · Kuba

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