Kurz gefasst
Die Polizei nahm Luisa González am Donnerstag, 22. Oktober 2026, in Canuto in der Provinz Manabí fest, wo sie lebt. Zuvor hatte sie die Stichwahl 2023 gegen Daniel Noboa mit 48 Prozent der Stimmen verloren.
Die Staatsanwaltschaft vollstreckte in Pichincha und Manabí Haftbefehle gegen drei Personen wegen Geldwäsche und veröffentlichte nur Initialen. Eines davon stimmt nach Angaben der Deutschen Welle mit dem Namen von González überein.
Im Januar 2026 durchsuchten Ermittler das Haus von González. Sie prüfen einen mutmaßlichen Zufluss von Bargeld aus Venezuela in ihren Wahlkampf 2023 und den von Andrés Arauz.
Revolución Ciudadana erklärt, das Verfahren stütze sich auf eine administrative Unstimmigkeit von 6.100 Dollar in den Wahlkampfkonten, und fordert Zugang für das Anwaltsteam von González.
- Januar 2026Die Staatsanwaltschaft durchsucht das Haus von González und weitere Immobilien in mehreren Provinzen
- 22.10.Die Polizei nimmt González fest; die Staatsanwaltschaft vollstreckt Haftbefehle gegen drei Personen
- 29.11.Angesetzte Kommunalwahlen für Bürgermeister und Präfekten
Festnahme in Manabí
Die ecuadorianische Polizei hat Luisa González nach Angaben von EL PAÍS am frühen Donnerstag, 22. Oktober 2026, festgenommen. Die Zeitung verortet die Festnahme in Canuto, einem ländlichen Gebiet von Chone in der Provinz Manabí, wo sie lebt. Die BBC berichtete unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Efe, die Operation sei von aus der Hauptstadt Quito entsandten Beamten durchgeführt worden. Bloomberg meldete, sie sei in ihrem Haus festgenommen worden. González, Anwältin und Figur der Bewegung Revolución Ciudadana, die mit dem früheren Präsidenten Rafael Correa verbunden ist, verlor 2023 die Stichwahl um das Präsidentenamt gegen Präsident Daniel Noboa und war bei der Wahl 2025 erneut seine Rivalin. Ihre Partei bestätigte die Festnahme, die wenige Wochen vor den Kommunalwahlen erfolgte.
Das Geldwäscheverfahren
Die Staatsanwaltschaft erklärte, in Pichincha und Manabí seien Haftbefehle gegen drei Personen vollstreckt worden, die der Geldwäsche verdächtigt werden, ohne sie zu nennen. Die Deutsche Welle berichtete, die von der Staatsanwaltschaft veröffentlichten Initialen einer der festgenommenen Personen stimmten mit dem Namen von González überein, und die Behörde habe nicht mitgeteilt, ob es sich um das im Januar eingeleitete Verfahren oder um ein neues handelt. Die Ermittlungen betreffen mögliche Unregelmäßigkeiten bei der politischen Finanzierung und den Ausgaben für Werbung im Wahlkampf 2023 sowie die rechtmäßige Herkunft der Mittel. Im Januar 2026 durchsuchten die Ermittler das Haus von González und weitere Immobilien in mehreren Provinzen, um Dokumente und elektronische Geräte sicherzustellen. Das Verfahren prüft zudem einen möglichen Zufluss von Bargeld aus Venezuela in ihren Wahlkampf und den von Andrés Arauz, der in das Verfahren einbezogen ist. ANSA berichtete, sie habe bestritten, Geld von der Regierung des damaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro erhalten zu haben.
Ihr Dementi und die Reaktion der Partei
González bestreitet die Vorwürfe. Laut BBC erklärte sie, ihre Partei habe den Wahlbehörden sämtliche Unterlagen über die Ausgaben ihres Wahlkampfs 2023 übergeben, und die Staatsanwaltschaft habe keine Beweise für die Vorwürfe. EL PAÍS berichtet, sie habe erklärt, sie sei die Kandidatin gewesen und habe das Geld nicht verwaltet. Revolución Ciudadana bezeichnete die Festnahme als willkürlich und forderte die Behörden auf, bekannt zu geben, wo sie festgehalten wird, und ihrem Anwaltsteam Zugang zu gewähren. Die Partei argumentierte, die Staatsanwaltschaft habe hastig ein Strafverfahren um eine aus ihrer Sicht administrative Unstimmigkeit von 6.100 Dollar in den Wahlkampfkonten aufgebaut.
Politische Reaktionen und Wahldimension
Correa, der Ecuador von 2007 bis 2017 regierte und heute im Exil in Belgien lebt, protestierte auf X gegen die Festnahme.
„Sie haben Luisa González festgenommen. Genug! Ecuador wird sich durchsetzen.“
ANSA berichtete, die Opposition werfe Noboa vor, den politischen Druck auf seine Rivalen zu verschärfen. Revolución Ciudadana wurde nach Angaben von ANSA von den Wahlen im November für Bürgermeister und Präfekten ausgeschlossen, während die DW berichtete, Correa selbst sei von diesen Wahlen ausgeschlossen worden. EL PAÍS verortet die Festnahme 38 Tage vor den für den 29. November angesetzten Kommunalwahlen.