Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gestartet – AfD bei über 40 %, CDU-Amtsinhaber in Bedrängnis
Die Bundeszentrale für politische Bildung hat am 6. August 2026 ihren Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September gestartet, bei der die AfD mit über 40 % in Umfragen führt und 15 Parteien um 1,78 Millionen Stimmen konkurrieren.
Wahl-O-Mat gestartet
Am 6. August 2026 hat die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ihren Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 gestartet. Das Online-Instrument präsentiert 38 Thesen zu landespolitischen Themen aus den Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Nutzer können jede These mit „zustimmen“, „ablehnen“ oder „neutral“ beantworten, Antworten gewichten, die sie für besonders wichtig halten, und ihre Positionen dann mit allen 15 zur Wahl antretenden Parteien vergleichen. Die bpb betont, dass das Instrument eine Orientierungshilfe und keine Wahlempfehlung ist.
Ein unabhängiges Team entwickelte die Thesen, bestehend aus jungen Wählern aus Sachsen-Anhalt, Experten aus Wissenschaft, Journalismus und Bildung sowie bpb-Mitarbeitern. Das Team reichte zunächst 80 Thesen bei allen zur Wahl zugelassenen Parteien ein und wählte dann 38 aus, die wichtige Wahlkampfthemen behandeln und unterschiedliche Antworten der Parteien hervorriefen. Die Parteien hatten selbst keine Rolle bei der Auswahl der Thesen; sie verfassten und autorisierten lediglich ihre eigenen Antworten und Erläuterungen.
- Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt geht online
- Landtagswahl in Sachsen-Anhalt; 1,78 Millionen Wahlberechtigte zur Wahl aufgerufen
Politische Landschaft und Umfragen
Die Wahl entscheidet darüber, wer Sachsen-Anhalt für die nächste fünfjährige Legislaturperiode regiert, wobei 1,78 Millionen Wahlberechtigte zur Wahl aufgerufen sind. Die CDU dominiert das Land seit Jahrzehnten, erzielte bei der Wahl 2021 37,1 % der Stimmen und stellt seit 2002 ununterbrochen den Ministerpräsidenten. Die Partei regiert derzeit in Magdeburg in einer „Deutschland-Koalition“ mit SPD und FDP, die 2021 8,4 % bzw. 6,4 % erzielten.
- CDU
- 37.1 %
- SPD
- 8.4 %
- FDP
- 6.4 %
Der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) trat Anfang 2026 sein Amt an, nachdem der langjährige Amtsinhaber Reiner Haseloff zugunsten von Schulze zurückgetreten war – ein Schritt, der Schulze Zeit geben sollte, Bekanntheit und Popularität als Regierungschef aufzubauen. Laut Umfragen ist diese Strategie nicht aufgegangen. Die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund führt die Umfragen seit Monaten mit über 40 % an, während die CDU weit abgeschlagen ist. Siegmund hat von nahezu jeder Plattform aus erklärt, dass die AfD regieren wolle, möglichst allein. Jüngste Umfragen deuten jedoch darauf hin, dass die Chancen der AfD auf eine absolute Mehrheit im Landtag geschwunden sind.
Die Linke und die SPD werden laut aktuellen Umfragen voraussichtlich die Fünf-Prozent-Hürde überspringen, während FDP, Grüne und BSW Gefahr laufen, nicht in den Magdeburger Landtag einzuziehen.
Haushalts- und Wirtschaftsdruck
Wer auch immer die nächste Regierung bildet, wird mit einem angespannten Haushalt konfrontiert sein. Die Verschuldung Sachsen-Anhalts beläuft sich auf knapp 25 Milliarden Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung auf Landesebene liegt bei rund 11.500 Euro, der höchste Wert unter den ostdeutschen Bundesländern. Die stark industrialisierte Wirtschaft des Landes spürt die Auswirkungen einer angespannten Wirtschaftslage: Unternehmen verlieren Aufträge, bauen Stellen ab und verschieben Investitionen, verstärkt durch den demografischen Wandel.
Wahlkampfthemen
Der Wahlkampf drehte sich häufig um die AfD und die Möglichkeit einer alleinigen AfD-Regierung, während auch bundespolitische Themen dominierten. Schulze äußerte sich kürzlich zur Rentenreform und forderte die Beibehaltung der „Rente mit 63“, deren Abschaffung die Bundesregierung vereinbart hatte.

