
Volkswagen plant weltweit 100.000 Stellenstreichungen und Schließung von vier deutschen Werken bis 2030
Volkswagen erwägt als Teil der größten Umstrukturierung der Unternehmensgeschichte den Abbau von bis zu 100.000 Stellen weltweit und die Schließung von vier deutschen Werken. Grund sind die chinesische Konkurrenz und die kostspielige Umstellung auf Elektroautos.
Der Umstrukturierungsplan
Volkswagen erwägt laut Berichten von Manager Magazin und der Financial Times bis 2030 den Abbau von bis zu 100.000 Stellen weltweit und die Schließung von vier deutschen Werken. Damit würde sich die im März angekündigte Zahl von 50.000 Stellenstreichungen in Deutschland verdoppeln und die weltweite Belegschaft des Konzerns von über 670.000 auf rund 550.000 sinken. Auch die Investitionsausgaben sollen um 15 % auf knapp über 130 Milliarden Euro gekürzt werden. Der Aufsichtsrat soll die Vorschläge am 9. Juli beraten.
- VW kündigt 50.000 Stellenstreichungen in Deutschland und ein jährliches Einsparziel von 6 Milliarden Euro bis 2030 an.
- Manager Magazin berichtet über den Plan für 100.000 globale Stellenstreichungen und vier Werksschließungen.
- Sitzung des Aufsichtsrats zur Beratung der Umstrukturierungsvorschläge.
- Zieljahr für die vollständige Umsetzung der Stellenstreichungen und Einsparungen.
Reaktion des Unternehmens
Volkswagen hat die Zahlen nicht bestätigt. Ein Sprecher erklärte, das Unternehmen äußere sich nicht zu internen Dokumenten und sämtliche Entscheidungen würden in den entsprechenden Gremien diskutiert. Der Konzern räumte jedoch den Veränderungsbedarf ein.
Der Vorstand hat wiederholt erklärt, dass unser derzeitiges Geschäftsmodell nicht mehr für alle Marken funktioniert: Autos in Deutschland entwickeln, in Europa produzieren und in den Rest der Welt exportieren.
Um unter diesen Bedingungen weiterhin erfolgreich zu sein, müssen wir uns weiterentwickeln. Der gesamte Konzern muss seine Wettbewerbsfähigkeit deutlich steigern. Dazu sind eine stärkere Fokussierung sowie eine strengere Disziplin bei Kosten und Investitionen erforderlich.
Werksschließungen und Produktionsauswirkungen
Die vier gefährdeten Werke sind die Volkswagen-Standorte Hannover, Zwickau und Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm. In Zwickau werden der Cupra Born und mehrere Elektromodelle von VW und Audi gebaut. Hannover produziert die ID.Buzz-Familie und den Multivan, während Emden die Modelle ID.4, ID.7 und ID.7 Tourer fertigt. In Neckarsulm werden der Audi A5, A6, A7, A8 und der e-tron GT montiert. Die Schließungen würden eine Umverteilung der Produktion auf die verbleibenden Standorte erfordern. Die mächtige deutsche Gewerkschaft IG Metall hat eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2030, sodass jeder Personalabbau verhandelt werden müsste.
Treibende Kräfte
Die Umstrukturierung ist eine Reaktion auf den intensiven Wettbewerb durch chinesische Hersteller und die hohen Kosten der Umstellung auf Elektrofahrzeuge. Volkswagens derzeitiges Modell, Autos in Deutschland für den Export zu entwickeln, steht unter Druck. Der Konzern strebt bis zum Ende des Jahrzehnts jährliche Nettoeinsparungen von mehr als sechs Milliarden Euro an. Der Plan könnte auch die Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen und ihrer Komponentensparte in separate Strukturen umfassen, um den Konzern zu vereinfachen und Ressourcen zu bündeln.
Nächste Schritte
Vorstandschef Oliver Blume wird den Plan am 9. Juli dem Aufsichtsrat vorlegen. Bei Zustimmung folgen Verhandlungen mit Gewerkschaften und Betriebsräten. Das Unternehmen hat betont, dass alle Angelegenheiten über die entsprechenden Kanäle diskutiert werden.


