
Volkswagen plant bis zu 100.000 Stellenstreichungen und Schließung von vier deutschen Werken – die tiefgreifendste Umstrukturierung der Unternehmensgeschichte
Der neue 2030-Strategie von CEO Oliver Blume würde die bisher angekündigten Stellenstreichungen verdoppeln und die Produktion in Hannover, Zwickau, Emden und dem Audi-Standort Neckarsulm einstellen, berichtet das deutsche Wirtschaftsmagazin Manager Magazin.
Ehrgeiziger Umstrukturierungsplan
Volkswagen-Chef Oliver Blume strebt die Streichung von bis zu 100.000 Stellen weltweit an, rund 15 % der Belegschaft des Konzerns, berichtete Manager Magazin am Freitag. Der Plan, der das zuvor angekündigte Ziel von 50.000 Stellenstreichungen weit übertrifft, wurde am Mittwoch im Vorstand diskutiert und soll am 9. Juli dem Aufsichtsrat vorgelegt werden. Finanzvorstand Arno Antlitz unterstützt die radikale Umstrukturierung, die auch die Ausgliederung der Kernmarke VW und ihrer Teilefertigung in separate Einheiten vorsieht. Das Unternehmen, das Ende 2025 weltweit etwa 657.000 Mitarbeiter beschäftigte, steht unter Druck durch chinesische Konkurrenz, den kostspieligen Umstieg auf Elektroautos und Handelskonflikte.
Der gesamte Konzern, einschließlich seiner Marken und Tochtergesellschaften, muss einen weitreichenden Wandel durchlaufen.
Vier Werke auf dem Prüfstand
Der interne Vorschlag sieht mittelfristig die Schließung von vier deutschen Werken vor: die VW-Werke in Hannover, Zwickau und Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm. Die Produktion soll auslaufen, wenn die aktuellen Fahrzeugmodelle eingestellt werden, so das Magazin. Die Maßnahmen sind Teil von Blumes „Group Target Picture 2030“ und zielen darauf ab, die Gesamtkosten bis 2030 um 11 Milliarden Euro zu senken. Der Plan sieht auch vor, die geplanten Investitionen um rund 15 % auf knapp über 130 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren zu kürzen.
Gewerkschaft und politischer Widerstand
Die mächtige IG Metall und der VW-Betriebsrat gaben am Freitag eine gemeinsame Erklärung heraus, in der sie warnen, alle derartigen Maßnahmen zu bekämpfen.
Betriebsratschefin Daniela Cavallo, IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Bezirksleiter Thorsten Gröger bezeichneten die Berichte als „verantwortungslose Drohungen“ gegenüber den Beschäftigten und den Standorten. Ein 2024 unterzeichneter Beschäftigungssicherungsvertrag schließt betriebsbedingte Kündigungen an deutschen Standorten mindestens bis 2030 aus. Der Aufsichtsrat, der zur Hälfte aus Arbeitnehmervertretern besteht und stark von einer niedersächsischen Staatsminderheit geprägt ist, könnte am 9. Juli das letzte Wort haben.Sollten solche Pläne umgesetzt werden, werden wir alles in unserer Macht Stehende tun, um sie zu verhindern.
Das angeschlagene Geschäftsmodell von Volkswagen
Volkswagen kämpft wie andere europäische Traditionshersteller mit stagnierenden Märkten, steigenden Energiekosten und einer Flut günstigerer chinesischer Elektroautos. Ein Sprecher räumte ein, dass das traditionelle Modell, Autos in Deutschland zu entwickeln, in Europa zu produzieren und weltweit zu exportieren, „nicht mehr funktioniert“. Der Nettogewinn fiel im ersten Quartal 2026 um 28 %, und die weltweite Belegschaft des Konzerns war bereits von einem bestehenden Plan zur Streichung von 35.000 Stellen bei der Kernmarke VW bis 2030 betroffen.
- Beschäftigungssicherungsvereinbarung mit der IG Metall unterzeichnet; VW kündigt 50.000 Stellenstreichungen bis 2030 an.
- Volkswagen bestätigt Pläne zur Streichung von 50.000 Stellen in Deutschland bis 2030.
- Vorstand diskutiert das neue „Group Target Picture 2030“ mit 100.000 Stellenstreichungen und Werkschließungen.
- Manager Magazin berichtet über den internen Umstrukturierungsplan und enthüllt bis zu 100.000 Stellenstreichungen und vier Werkschließungen.
- Aufsichtsrat soll über den vorgeschlagenen Umstrukturierungsplan beraten.


