Ex-Royal-Marine Dave Bell rudert in 327 Tagen über zwei Ozeane, ohne Land zu berühren
Der ehemalige britische Royal Marine Dave Bell erreichte am 2. Oktober 2026 Kilifi in Kenia, nachdem er ohne Unterstützung mehr als 15.000 Seemeilen von Peru aus über den Pazifik und den Indischen Ozean gerudert war.
Ankunft in Kenia
Am 2. Oktober 2026 erreichte der 54-jährige ehemalige britische Royal Marine Dave „Dinger“ Bell den Strand von Kilifi nördlich von Mombasa in Kenia. Seine Ankunft um 10:15 Uhr BST (12:15 Uhr Ortszeit) beendete 327 aufeinanderfolgende Tage auf See, ohne einen Fuß auf festes Land zu setzen. Bell bückte sich, um den Sand zu berühren, und stützte sich auf seine Partnerin Georgie, als er Mühe hatte zu gehen, bevor er ein Bier aus der Menge annahm, die sich zu seiner Begrüßung versammelt hatte. Bell beendete die Fahrt ohne Unterstützung mit noch 20 Tagen Verpflegung an Bord, nachdem er ursprünglich mit Rationen und Vorräten für 350 Tage aufgebrochen war. Die Überquerung diente als Spendenkampagne für Rock2Recovery, eine Organisation, die Militärveteranen und Rettungskräfte unterstützt, die an einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden.
- Tage auf See
- 327 Tage
- Mitgeführtes Verpflegungskontingent
- 350 Tage
- Verpflegungsüberschuss bei der Ankunft
- 20 Tage
Ich habe dieses Boot seit dem 9. November nicht verlassen. Das ist das erste Mal, dass ich Land berühre.
Route über zwei Ozeane
Bell brach am 9. November 2025 von der Westküste Perus in einem 8,3 Meter langen Boot aus Kohlenstofffaser auf. Sein ursprünglicher Plan war, den Pazifik bis Mauritius zu überqueren, doch er entschied sich, rund 1.000 Meilen weiterzufahren, um das ostafrikanische Festland zu erreichen. Seine Route führte über den Südpazifik, durch die Korallensee und das Great Barrier Reef, durch die Torresstraße und entlang der Nordküste Australiens, bevor er den Indischen Ozean überquerte. Die Gesamtdistanz lag je nach Routenmessung zwischen 15.000 Seemeilen (rund 28.000 Kilometer) und 17.500 Landmeilen.
- Vollendet die Solo-Überquerung des Atlantiks von New York nach Newlyn in Cornwall
- Bricht von Lima, Peru, in einem 8,3 Meter langen Ruderboot aus Kohlenstofffaser auf
- Unterbricht das Rudern für acht Wochen, um die Zyklonsaison in der Korallensee zu vermeiden
- Landet nach 327 Tagen auf See in Kilifi, Kenia
Wetterbedingte Verzögerungen und Begegnungen im Ozean
Die Reise erforderte erhebliche operativ bedingte Unterbrechungen, insbesondere einen achtwöchigen Halt im Südpazifik. Bell kam schneller voran als geplant und beschloss, mit dem Rudern aufzuhören, um nicht während der Hochphase der Zyklonsaison in die Korallensee zu geraten. Zwei Monate auf hoher See gestrandet zu sein und zu wissen, dass noch Monate des Ruderns vor ihm lagen, erwies sich als die psychisch anstrengendste Phase der Expedition. Um nicht ständig auf die Uhr zu schauen, hörte Bell Hörbücher und Podcasts und tauschte Audio-Nachrichten mit seiner Familie und BBC Radio Solent aus. Auch Begegnungen mit Meerestieren prägten die Überfahrt, darunter zwei Weißspitzen-Hochseehaie, die dem Boot wochenlang folgten und auf beiden Seiten des Bootes schwammen, während Bell ruderte.
Die letzte Woche war so großartig. Ich war so ruhig wie noch nie in meinem Leben.
Technik und frühere Überquerungen
Die Fahrt ohne Unterstützung stützte sich auf ein 8,3 Meter langes Boot aus Kohlenstofffaser, ausgestattet mit Solarpaneelen, einem Autopiloten und einer Entsalzungsanlage, um Strom und frisches Trinkwasser zu erzeugen. Bell, der in Bere Regis in Dorset lebt, hatte 2021 bereits den Atlantik im Alleingang überquert, von New York nach Newlyn in Cornwall. Obwohl er damals geschworen hatte, nie wieder eine Ozeanüberquerung zu versuchen, veranlassten ihn technische Verbesserungen beim Gewicht des Rumpfes, bei den Solarpaneelen und bei den Navigationssystemen, den Pazifik und den Indischen Ozean in Angriff zu nehmen. In einer vor der Ankunft aufgezeichneten Nachricht bemerkte Bell, dass die Umstellung auf festen Boden nach fast elf Monaten auf See zu einer vorübergehenden Reizüberflutung führen werde, bevor er wieder selbstständig gehen könne.

