
HarperCollins stellt David Walliams komplett fallen – stoppt Verkauf und Druck seines Backlists
HarperCollins hat den gesamten Backkatalog des Kinderbuchautors David Walliams aus dem Programm genommen, physische Bestände werden auslaufen gelassen und digitale Ausgaben entfernt – nach Vorwürfen des Fehlverhaltens am Arbeitsplatz.
Streichung des Backlists und Auslaufen im Buchhandel
HarperCollins UK hat bestätigt, dass der Verlag den gesamten Backkatalog des Kinderbuchautors David Walliams nicht mehr drucken, verkaufen und vertreiben wird. Die Entscheidung, über die das Branchenmagazin The Bookseller zuerst berichtete, vollendet die vollständige Trennung des Verlags von Walliams, nachdem bereits im Dezember 2025 alle künftigen Buchprojekte gestrichen worden waren. Der Buchhandel wird die vorhandenen physischen Bestände seiner Werke – darunter Titel wie Gangsta Granny, Mr Stink und The Boy in the Dress – auslaufen lassen. Auch digitale Ausgaben, darunter E-Books und Hörbücher, sollen von den Online-Plattformen entfernt werden. Ein Sprecher des zu Rupert Murdoch gehörenden Verlagshauses bestätigte die betriebliche Änderung in einer Erklärung gegenüber AFP.
Ich kann bestätigen, dass HarperCollins den Backlist von David Walliams nicht mehr veröffentlichen wird.
Vorwürfe am Arbeitsplatz und interne Untersuchung
Die Trennung begann Ende 2025, nachdem ein investigativer Bericht des Daily Telegraph Vorwürfe unangemessenen Verhaltens gegenüber jungen weiblichen Angestellten bei HarperCollins enthüllt hatte. Eine interne Untersuchung wurde eingeleitet, nachdem eine Mitarbeiterin eine formelle Beschwerde über Walliams' Verhalten am Arbeitsplatz eingereicht hatte; Ermittler befragten Verlagsmitarbeiter. Im Anschluss an dieses Verfahren erhielt eine Frau, die Bedenken geäußert hatte, eine finanzielle Abfindung im fünfstelligen Bereich, bevor sie das Unternehmen verließ. Ehemalige Mitarbeiter behaupteten, dass Angestellte angewiesen worden seien, nur zu zweit mit Walliams zu arbeiten und sein Privathaus nicht zu besuchen. Walliams, dessen Rechtsvertreter betonten, er sei über die Untersuchung nicht informiert worden, hat stets seine Unschuld beteuert.
David wurde nie über irgendwelche Vorwürfe informiert, die HarperCollins gegen ihn erhoben hat. Er war nicht an einer Untersuchung beteiligt und erhielt keine Gelegenheit, Fragen zu beantworten. David bestreitet entschieden, sich unangemessen verhalten zu haben, und holt rechtlichen Rat ein.
Kommerzielles Ausmaß und Agenturstatus
Walliams gehörte zu den kommerziellen Spitzenreitern des britischen Verlagswesens; seit dem Start seiner Karriere als Kinderbuchautor im Jahr 2008 schrieb er mehr als 40 Bücher und Kurzgeschichtensammlungen. Seine Werke wurden weltweit über 60 Millionen Mal verkauft, die gemeinsamen Umsätze von Walliams und HarperCollins wurden 2019 auf 100 Millionen Pfund (116 Millionen Euro) geschätzt. Mit bis zu zwei Büchern pro Jahr erzielte er 2018 44 % der gesamten britischen Kinderbuchverkäufe von HarperCollins. Parallel zu den verlegerischen Entwicklungen bestätigte die Talentagentur YMU, dass sie nach Gesprächen Anfang 2026 die aktive kommerzielle Vertretung beendet habe, aber für eine künftige Zusammenarbeit offen bleibe. Independent Talent Group verwaltet weiterhin seine literarische Vertretung, während seine offizielle Website abgeschaltet wurde und sein X-Account mit zwei Millionen Followern seit Dezember 2025 inaktiv ist.
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Fernsehkarriere und Rechtsstreitigkeiten
Walliams, dessen bürgerlicher Name David Edward Williams lautet, etablierte sein öffentliches Profil in den 2000er Jahren als Mitschöpfer und Hauptdarsteller der BBC-Sketch-Comedy Little Britain mit Matt Lucas. Neben Fernsehrollen in Doctor Who und Agatha Christie's Partners in Crime sowie Filmauftritten in Stardust und Murder Mystery erhielt er 2017 einen OBE, nachdem er Wohltätigkeitsherausforderungen wie das Schwimmen in der Themse absolviert hatte. Von 2012 bis 2022 war er Juror bei Britain's Got Talent; er verließ die Sendung, nachdem durchgestochenes Audio von Vorsprechen im London Palladium 2020 abfällige Bemerkungen über Kandidaten enthüllt hatte. Dieser Abgang führte zu einer Klage gegen den Produzenten Fremantle wegen Datenschutzgesetzen, die 2023 mit einer formellen Entschuldigung und einem gütlichen Vergleich endete.


