Klima · Aachen und Hamburg

Steinmeier verleiht Deutschen Umweltpreis in Aachen an Verheyen und Vossenkaul

In Aachen mahnte Steinmeier, dem Klimaschutz trotz anderer Krisen hohe Priorität einzuräumen. Der mit 500.000 Euro dotierte Preis wird zu gleichen Teilen zwischen der Hamburger Anwältin Roda Verheyen und dem Ingenieur Klaus Vossenkaul aufgeteilt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von tagesschau.de, Handelsblatt, RP Online und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Aachen, Hamburg · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. 2015Verheyen verklagt RWE für einen peruanischen Bauern, dessen Heimatstadt von der Gletscherschmelze bedroht ist
  2. 2021Das Bundesverfassungsgericht erklärt das Klimaschutzgesetz der Regierung für nichtig
  3. 25.10.Verheyen und Vossenkaul erhalten den Deutschen Umweltpreis in Aachen

Preis für Klimagerechtigkeit und Abwassertechnik

Am Sonntag, 25. Oktober, verlieh Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Aachen den Deutschen Umweltpreis. Die Auszeichnung ist mit 500.000 Euro dotiert und zählt zu den höchstdotierten Umweltpreisen Europas. Sie wird zu gleichen Teilen zwischen dem Ingenieur Klaus Vossenkaul aus der Städteregion Aachen und der Hamburger Anwältin Roda Verheyen aufgeteilt. Vossenkaul wird für die Verbesserung der Membranfiltration geehrt, mit der Abwasser in Kläranlagen gereinigt wird. Verheyen erhält den Preis für die Durchsetzung rechtlicher Vorgaben, die auf mehr Umwelt- und Klimagerechtigkeit zielen.

Steinmeier bezeichnete beide Preisträger als Vorbilder für den Umweltschutz. Er sagte, jeder Einzelne könne etwas bewirken, und die Auszeichnung sei als Anerkennung individueller Initiative verliehen worden.

„Sie zeigen, dass jeder Einzelne etwas bewirken kann.“

Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

Steinmeiers Warnung vor der Fieberkurve des Planeten

Steinmeier forderte, dem Klimaschutz trotz kurzfristiger politischer Trends hohe Priorität einzuräumen. Er räumte ein, dass Sorgen um Stabilität und Sicherheit bei vielen Menschen den Gedanken an den Umweltschutz wohl in den Hintergrund gedrängt hätten. Dennoch sei die Klimakrise in Europa deutlich zu spüren; die Fieberkurve des Planeten zeige klar nach oben. Europa erwärme sich mehr als doppelt so schnell wie alle anderen Kontinente. Mit Blick auf den Sommer 2026 nannte er brennende Wälder, Temperaturrekorde, eine Schifffahrt, die wegen Niedrigwassers fast zum Erliegen kam, und 16.000 zusätzliche Todesfälle nach Angaben des Robert Koch-Instituts.

„Wir wissen, dass wir unsere Art zu leben und zu wirtschaften infrage stellen müssen. Warum? Um unseren Kindern und Enkeln einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen.“

Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

Verheyens Warnung vor einem Pfad von 2,8 Grad

Verheyen sagte, sie freue sich über den Preis, sei aber auch „zutiefst traurig“. Sie verwies auf Prognosen der Vereinten Nationen, wonach die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts auf eine Erwärmung von 2,8 Grad über dem vorindustriellen Niveau zusteuere. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte sie:

„2,8 Grad, das bedeutet Millionen Tote.“

Roda Verheyen

Sie nannte 16.000 Hitzetote, über die kaum jemand spreche, und stellte sie knapp 3.000 Verkehrstoten in Deutschland gegenüber; die Zahlen nannte sie unfassbar. Sie argumentierte, Staat, Gesellschaft und große Emittenten handelten rechtswidrig. Die Auffassung, Deutschland müsse zuerst günstige Energie sichern und den Klimaschutz zurückstellen, wies sie als „völlig falsche Analyse“ zurück. Untätigkeit koste weit mehr als jede Schutzmaßnahme, und allein die Logistikbranche stehe durch das Austrocknen des Rheins vor Milliardenschäden.

Klagen als Grundlage der Ehrung

2015 verklagte Verheyen den Energiekonzern RWE im Namen eines peruanischen Bauern, dessen Heimatstadt von der Gletscherschmelze betroffen ist, die sie mit den CO2-Emissionen des Unternehmens in Verbindung brachte. Nach zehn Jahren Verfahren verlor sie vor Gericht, doch der Fall zeigte, dass große Emittenten für die Folgen des Klimawandels haftbar gemacht werden können. 2021 erklärte das Bundesverfassungsgericht das Klimaschutzgesetz der Regierung für nichtig und verlangte strengere Klimaziele. Die Bundesstiftung Umwelt nannte Verheyens Arbeit „Pionierarbeit“. Steinmeier sagte, sie habe dafür gekämpft, den Klimaschutz im Völkerrecht zu verankern.

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