
Belgiens Gesundheitsminister will Notrufnummer 1733 übernehmen, nachdem Wartezeiten bei Hitzewelle 25 Minuten erreichten
Nach Wartezeiten von bis zu 25 Minuten während der jüngsten Hitzewelle möchte Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke die nicht lebensbedrohliche medizinische Notrufnummer 1733 vom Innenministerium in sein eigenes Ressort überführen.
Hitzewelle-Überlastung
Während der jüngsten Hitzewelle waren die belgischen Notrufzentralen überlastet. Die Wartezeiten erreichten 10 Minuten für die lebensbedrohliche Nummer 112 und bis zu 25 Minuten für 1733, die Leitung für den hausärztlichen Bereitschaftsdienst außerhalb der Sprechzeiten. Der Ansturm führte laut einer gemeinsamen Pressemitteilung von Organisationen der Primärversorgung zu schwerwiegenden Folgen.
Patienten konnten manchmal einfach nicht zur 1733-Nummer durchdringen. Lebensbedrohliche Situationen wurden nicht rechtzeitig nachverfolgt, Notaufnahmen wurden überflutet, Patienten wurden aggressiv, und es gab unwürdige Situationen, in denen es sogar Stunden dauerte, den Tod eines Angehörigen zu bestätigen.
- 112 (lebensbedrohlich)
- 10 Minuten
- 1733 (hausärztlicher Bereitschaftsdienst)
- 25 Minuten
Vorübergehende Lösung
Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) prüft eine kurzfristige Maßnahme: die automatische Weiterleitung von 1733-Anrufen an die ärztlichen Bereitschaftsdienste während der Spitzenzeiten. Anrufer würden weiterhin dieselbe Nummer wählen, aber direkt mit dem Dienst verbunden. Der Staat würde alle zusätzlichen Kosten dieser vorübergehenden Regelung übernehmen.
Strukturelle Reform
Über die sofortige Lösung hinaus arbeitet Vandenbroucke an einer dauerhaften Reform. Er möchte die Triage-Funktion der 1733 vom Innenministerium ins Gesundheitsministerium verlegen. Mehrere Optionen stehen zur Diskussion: Integration der Telefontriage in die ärztlichen Bereitschaftsdienste, Nutzung von Pflegezentren oder Schaffung eines separaten Notfallzentrums im Gesundheitsministerium. Diese werden im Herbst mit dem hausärztlichen Sektor besprochen.
Es kann nicht sein, dass Hausärzte die Opfer einer schlecht funktionierenden 1733 werden.
- Hitzewelle überlastet Notrufleitungen; Wartezeiten erreichen 25 Minuten für 1733.
- Vandenbroucke kündigt Plan zur Übernahme der 1733 vom Innenministerium an.
- Gespräche mit dem hausärztlichen Sektor über strukturelle Reformoptionen.
Politischer Hintergrund
Vandenbroucke sagte, er habe die Möglichkeit einer Übertragung bereits Ende 2025 mit Innenminister Bernard Quintin (MR) erörtert. Das Gesundheitsministerium hatte 6,6 Millionen Euro zur Unterstützung der Personalausstattung der Notrufzentralen bereitgestellt, aber Verbesserungen blieben aus. Quintin begrüßte den Schritt.
Endlich. Die Entkopplung von 112 war notwendig.


