Sicherheit · Münster und Berlin

Ex-BND-Chef Hanning wegen Spionagevorwürfen in Haft – USA prüfen Geheimdienstkooperation

Gemeinsame Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung zeigen: US-Geheimdienste haben den BND wenige Tage nach der Festnahme des früheren Präsidenten August Hanning gewarnt, die Zusammenarbeit werde überprüft. Der BND fürchtet offenbar einen Rückgang der Informationen seines wichtigsten Partners.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Deutsche Welle, N-tv, Focus und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Münster, Berlin · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. 2005Hanning scheidet aus dem Amt des BND-Präsidenten aus
  2. 2010Angebliche Absprache, dass Manfred D. gegen Bezahlung BND-Erkenntnisse liefert
  3. Anfang Oktober 2026Hanning und Manfred D. werden festgenommen

Festnahme und Vorwürfe

Der frühere BND-Präsident August Hanning, 80, befindet sich seit seiner Festnahme Anfang Oktober 2026 in Untersuchungshaft in der JVA Münster und weist die Vorwürfe zurück. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, über rund zwölf Jahre hinweg mit Hilfe von Manfred D. vertrauliche Dokumente des Auslandsgeheimdienstes beschafft zu haben; D. war langjähriger BND-Mitarbeiter und wurde ebenfalls festgenommen. Hanning hatte sein Amt 2005 verlassen, doch nach Angaben von N-tv erhielt er spätestens 2010 internes Material von seinem früheren Büroleiter und nutzte es für seine Arbeit als Politikberater. Die dpa berichtet unter Berufung auf Sicherheitskreise, die beiden hätten sich um 2010 darauf verständigt, dass D. gegen Bezahlung BND-Erkenntnisse liefere. Die Vorwürfe umfassen versuchten Landesverrat, die Beschaffung von Staatsgeheimnissen, Spionage gegen den Staat und geheimdienstliche Agententätigkeit; zudem wirft die Anklagebehörde Hanning vor, in mindestens einem Fall versucht zu haben, geheime Informationen an ausländische Stellen weiterzugeben. Hannings Verteidigung bezeichnet den Vorwurf, er habe für vertrauliche Dokumente bezahlt, als Unsinn; der Anwalt von D. wollte sich nicht äußern.

Warnung aus Washington

Wenige Tage nach der Festnahme erhielt der BND nach gemeinsamen Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung offenbar eine Warnung der US-Geheimdienste. Die aus Regierungskreisen übermittelte Botschaft habe gelautet, der BND bleibe ein wichtiger Partner, die bestehende Zusammenarbeit werde jedoch überprüft. Die Amerikaner wollten Informationen in dringenden Fällen, etwa bei möglichen Terroranschlägen, weiterhin teilen. Die Tagesschau, die die Recherchen veröffentlichte, berichtete, die Warnung habe sich im BND verbreitet und erhebliche Verunsicherung ausgelöst. Mitarbeiter beschrieben einen spürbaren Rückgang sowohl der Qualität als auch der Menge des Materials aus den USA. Der BND-Führung sei nahegelegt worden, Veränderungen im Austausch zu melden – und solche Veränderungen habe es bereits gegeben.

Offizielle Reaktionen

Sicherheitskreise sagten der dpa, die Zusammenarbeit sei nicht eingeschränkt und befinde sich im Normalzustand; lediglich einige Arbeitstreffen seien verschoben und inzwischen nachgeholt worden. Das Bundesamt für Verfassungsschutz sah offenbar keinen Anlass zur Sorge, auch bei der Bundeswehr wurden keine Veränderungen im Austausch mit US-Partnern registriert. Der BND wollte sich zu nachrichtendienstlichen Fragen einschließlich der internationalen Zusammenarbeit nicht äußern und erklärte, damit auch nicht bestätigen zu wollen, ob die Vorwürfe zutreffen. Die US-Botschaft reagierte nicht auf Anfragen der Tagesschau.

Warum die Verbindung zählt

Die deutschen Sicherheitsbehörden sind seit Jahrzehnten auf US-Erkenntnisse angewiesen; ein geringerer Zufluss wäre ein schwerer Schlag für den BND. In den Berichten heißt es, es sei schwer zu sagen, welche Informationen genau zurückgehalten werden könnten. Manfred D. war bis zu seinem Ruhestand im Herbst 2025 persönlicher Referent von BND-Präsident Martin Jäger; die Ermittler prüfen, wie er jahrelang unbemerkt agieren und sogar E-Mails an Hanning schicken konnte. Focus berichtet, D. habe eine offiziell genehmigte Nebentätigkeit für Hanning ausgeübt und wegen seiner Nähe zur Führung eine Sonderstellung genossen. Demselben Bericht zufolge stellte das Bundeskriminalamt bei Durchsuchungen Hunderte Dokumente sicher, um das Ausmaß der mutmaßlichen Spionage zu klären. Die Ermittlungen dauern an.

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