
USA schießen vier iranische Drohnen über der Straße von Hormus ab und greifen anschließend Küstenradarstationen an
Amerikanische Streitkräfte haben am Freitag vier iranische Angriffsdrohnen abgefangen, die auf die Straße von Hormus zusteuerten, und anschließend Überwachungsradaranlagen an der Küste im Süden Irans bombardiert. Sie bezeichneten die Aktion als Selbstverteidigung.
Das Gefecht am Freitag
Das US Central Command teilte mit, seine Streitkräfte hätten am Freitag vier iranische „Einweg-Angriffsdrohnen“ abgeschossen, die auf die Straße von Hormus zugesteuert seien. Die Drohnen hätten „eine unmittelbare Bedrohung für den regionalen Schiffsverkehr“ dargestellt, erklärte Centcom. Unmittelbar danach griffen amerikanische Streitkräfte iranische Küstenüberwachungsradaranlagen in Goruk und auf der Insel Qeschm an. Centcom bezeichnete die Schläge gegen die Radarstationen als Verteidigungsmaßnahme, „um sich gegen weitere Angriffe zu verteidigen“.
Die Angriffsdrohnen stellten eine unmittelbare Bedrohung für den regionalen Schiffsverkehr dar.
Ein fragiler Waffenstillstand unter Druck
Ein Waffenstillstand zwischen Washington und Teheran war Anfang April vereinbart worden, doch es kommt weiterhin zu sporadischen gegenseitigen Angriffen. Das Gefecht am Freitag ist der jüngste in einer Reihe von wechselseitigen Schlägen, die die Waffenruhe belasten. Die Waffenstillstandsverhandlungen, die im April unter pakistanischer Vermittlung begannen, stocken; ein dauerhafter Vertrag zur Beendigung des Krieges bleibt in weiter Ferne.
Eskalation im Laufe der Woche
Bereits früher in der Woche hatte der Iran den USA vorgeworfen, einen Öltanker auf dem Weg in sein Hoheitsgebiet angegriffen und die Insel Qeschm getroffen zu haben. Teheran übernahm die Verantwortung für Vergeltungsangriffe auf Kuwait und das Hauptquartier der US-Marine der Fünften Flotte in Bahrain. Ein Drohnenangriff auf den Flughafen Kuwait-Stadt am Mittwoch tötete nach Angaben lokaler Behörden einen Menschen und verletzte mehr als 60. Die iranischen Revolutionsgarden bestritten eine Beteiligung und machten einen Fehler einer US-Abfangrakete für den Schaden verantwortlich. Centcom wies diese Darstellung zurück und bezeichnete den Angriff auf den Flughafen als „vorsätzlichen, kalkulierten und ungerechtfertigten Angriff“.
Der Iran hat den Flughafen in einem vorsätzlichen, kalkulierten und ungerechtfertigten Angriff getroffen.
Die strategische Wasserstraße
Der Iran hatte die Straße von Hormus als Vergeltung für die am 28. Februar gegen sein Territorium gestartete US-israelische Offensive abgeriegelt. Vor dem Konflikt passierten rund 20 % des weltweiten Öl- und Flüssigerdgasverkehrs die Meerenge. Die Schließung ließ die Energiepreise weltweit in die Höhe schnellen. Seit April halten die USA eine Blockade der iranischen Häfen aufrecht, die Präsident Donald Trump zufolge „solange in voller Kraft und Wirkung bleiben wird, bis eine Einigung erzielt, bestätigt und unterzeichnet ist“.
Die Blockade bleibt solange in voller Kraft und Wirkung, bis eine Einigung erzielt, bestätigt und unterzeichnet ist.
- Die USA und Israel starten großangelegte Angriffe auf den Iran und lösen einen regionalen Konflikt aus.
- Der Iran reagiert mit Angriffen auf Israel und die mit den USA verbündeten Golfstaaten und schließt die Straße von Hormus.
- Waffenstillstand vereinbart; USA errichten Blockade der iranischen Häfen.
- Iran beschuldigt USA, einen Öltanker und die Insel Qeschm angegriffen zu haben; Vergeltungsangriffe treffen Kuwait und Bahrain.
- USA schießen vier iranische Drohnen über der Straße von Hormus ab und greifen dann Radarstationen in Goruk und auf der Insel Qeschm an.
Wie es weitergeht
Centcom erklärte, seine Streitkräfte seien „weiterhin wachsam und bereit, im Rahmen der legitimen Selbstverteidigung auf jede ungerechtfertigte iranische Aggression zu reagieren“. Der Iran hat sich zu den Abschüssen der Drohnen vom Freitag oder den Angriffen auf die Radarstationen öffentlich nicht geäußert. Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen und der häufigen Zusammenstöße im Golf steht der brüchige Waffenstillstand weiter unter Druck.


