Makroökonomie · Washington

US-Wirtschaft schafft im Oktober 165.000 Stellen und übertrifft die Prognosen, Arbeitslosenquote fällt auf 4,1 %

Die Einstellungen lagen weit über den 65.000, die eine Bloomberg-Umfrage unter Analysten prognostiziert hatte. Händler preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 71 % für eine weitere Zinserhöhung der Federal Reserve im Dezember ein.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Handelsblatt, N-tv, Bloomberg Business und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Washington · Vereinigte Staaten

Ein stärkerer Stellenaufbau als erwartet

Die US-Wirtschaft hat im Oktober 165.000 Stellen geschaffen, wie das Arbeitsministerium am Freitag, dem 6. November, mitteilte – deutlich mehr als die 65.000, die eine Bloomberg-Umfrage unter Analysten prognostiziert hatte. Die Arbeitslosenquote fiel von 4,2 % auf 4,1 %, ein Wert, von dem Prognostiker erwartet hatten, dass er unverändert bleibt. Auch die Revisionen veränderten die früheren Monate: Der September wurde von ursprünglich gemeldeten 29.000 auf 60.000 Stellen angehoben, und August und September zusammen lagen 84.000 Stellen höher als zuvor geschätzt. Die Financial Times beschrieb den Arbeitsmarkt als in guter Verfassung, während N-tv einen niedrigeren Konsens von etwa 59.000 Stellen vor der Veröffentlichung nannte.

Stellenzuwachs in den USA im Oktober 2026 im Vergleich zur PrognoseStellen
Tatsächlich, Oktober 2026
165000 Stellen
Prognose der Bloomberg-Umfrage
65000 Stellen

Daten aus dem Artikeltext

Fed und Märkte

Die Federal Reserve hielt ihren Leitzins bei ihrer Sitzung vor der Veröffentlichung des Berichts unverändert, nachdem sie zuvor die erste Zinserhöhung seit drei Jahren vorgenommen hatte. Nach Bekanntwerden der Zahlen stockten Händler ihre Wetten auf weitere Zinserhöhungen rasch auf, und die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen stieg um 0,06 Prozentpunkte auf 4,53 %. Das FedWatch-Tool der CME bezifferte die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Erhöhung bei der Dezember-Sitzung auf rund 71 %. Fed-Chef Kevin Warsh verwies im Gespräch mit Reportern auf die Stärke der Einstellungen und argumentierte, die Beschäftigungsseite des Doppelmandats der Notenbank sehe gut aus.

„Die Arbeitslosenquote liegt niedriger als vor einem Jahr, und das Beschäftigungswachstum liegt spürbar über dem Tempo des Vorjahres.“

Kevin Warsh, Vorsitzender

Die Inflation bleibt die zentrale Sorge. John Williams, Präsident der New York Fed, sagte am Freitag auf einer Konferenz in Frankfurt, die Inflation sei zu hoch und müsse zum Zielwert von 2,0 % zurückkehren; zugleich bezeichnete er den US-Arbeitsmarkt als bemerkenswert stabil. Der Preisdruck wird teilweise durch die infolge des Kriegs im Iran gestiegenen Energiekosten befeuert.

Wie Ökonomen die Zahlen lesen

Alexander Krüger von Bethmann HAL liest die Daten als einen Arbeitsmarkt im Gleichgewicht, ohne Anzeichen von Knappheit oder Überhitzung.

„Der Beschäftigungsmotor dreht wieder auf. Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften bleiben jedoch im Gleichgewicht.“

Alexander Krüger

Krüger sagte, die Fed könne sich ganz auf ihr Preisziel konzentrieren, und erwarte im Dezember eine weitere Zinserhöhung. Er verwies auf die geringere Zuwanderung und auf eine Erwerbsbeteiligung, die weiterhin unter dem Durchschnitt liegt, obwohl sie seit dem Sommer gestiegen ist. Alberto Musalem, Präsident der St. Louis Fed, hatte den Arbeitsmarkt zuvor als bemerkenswert stabil und ausgeglichen bezeichnet, aber zugleich gewarnt, die geringen Erwartungen an die Jobsuche im Auge zu behalten.

„Der Arbeitsmarkt ist seit mehr als einem Jahr bemerkenswert stabil und ausgeglichen und nahe der Vollbeschäftigung.“

Alberto Musalem, Präsident

Der längerfristige Einstellungstrend

Ein vor der Veröffentlichung erschienener Vorabbericht des Independent besagte, dass Arbeitgeber im bisherigen Jahr 2026 durchschnittlich 68.000 Stellen pro Monat geschaffen haben, darunter schwache 29.000 im September. Zum Vergleich: 2025 waren es durchschnittlich 9.700 pro Monat und 2023 sowie 2024 jeweils 166.000 pro Monat. Der Stellenaufbau bleibt weiterhin hinter den 491.000 pro Monat zurück, die im Boom der Jahre 2021 und 2022 nach den COVID-19-Lockdowns verzeichnet wurden. Ökonomen beschreiben ein Umfeld mit wenigen Entlassungen und wenigen Neueinstellungen, in dem Arbeitgeber ihre Beschäftigten halten, aber nur zögerlich rekrutieren; das Budget Lab der Yale University schätzt, dass die Schwelle für stabiles Beschäftigungswachstum auf knapp über 5.000 pro Monat gefallen ist.

Durchschnittlicher monatlicher Stellenzuwachs nach ZeitraumStellen pro Monat
Durchschnitt 2021–2022
491000 Stellen pro Monat
Durchschnitt 2023–2024
166000 Stellen pro Monat
Durchschnitt 2025
9700 Stellen pro Monat
Durchschnitt 2026 bis dato
68000 Stellen pro Monat

Daten aus dem Artikeltext

Politik und Kanada

Der Bericht kam drei Tage nach den Zwischenwahlen, die den Demokraten die Kontrolle über den Kongress brachten – laut Financial Times eine deutliche Abfuhr für Präsident Donald Trump. Die Wähler waren trotz des soliden Arbeitsmarkts frustriert über die hohen Lebenshaltungskosten. Jenseits der Grenze meldete Statistics Canada, dass die kanadische Arbeitslosenquote im Oktober leicht auf 6,7 % stieg, da mehr Menschen Arbeit suchten, während die Beschäftigung insgesamt um 4.700 zurückging.

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