Sicherheit · Colombo, Negombo und Batticaloa

Srilankisches Gericht verurteilt 15 Männer zu über 200 Jahren Haft wegen Osterbombenanschlägen 2019

Ein aus drei Richtern bestehendes Gremium des High Court in Colombo sprach neun Verdächtige frei und verhängte gegen 15 Männer, die der Unterstützung der koordinierten Selbstmordanschläge von 2019 für schuldig befunden wurden, Höchststrafen von bis zu 260 Jahren.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von The Guardian, Notícias ao Minuto, Le Figaro.fr und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Colombo, Negombo, Batticaloa · Sri Lanka
Wie es dazu kam
  1. Februar 2026Polizei verhaftet den pensionierten Geheimdienstchef Suresh Sallay im Zusammenhang mit den Anschlägen
  2. Juli 2026Ehemaliger Polizeichef und Verteidigungssekretär wegen Missachtung von Geheimdienstwarnungen verurteilt
  3. 22.09.High Court verurteilt 15 Angeklagte und verhängt mindestens 200 Jahre Haft

Urteile und Haftstrafen

Ein aus drei Richtern bestehendes Gremium des High Court von Sri Lanka verurteilte am 22. September 2026 15 Männer wegen ihrer Beteiligung an den Selbstmordbombenanschlägen am Ostersonntag 2019. Die Richter verhängten gegen jeden der Verurteilten Haftstrafen zwischen 200 und 260 Jahren mit Zwangsarbeit, sodass sie den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen werden. Fünf Angeklagte erhielten 200 Jahre, fünf wurden zu 220 Jahren verurteilt, vier zu 240 Jahren und einer zu 260 Jahren Haft. Das Gremium ordnete außerdem die vollständige Einziehung des Eigentums der Verurteilten an, die alle der muslimischen Minderheit des Landes angehören. Vierzehn der Angeklagten wurden in allen Anklagepunkten wegen Mordes, versuchten Mordes und Verschwörung zu terroristischen Handlungen für schuldig befunden, während ein fünfzehnter Angeklagter in einem Teil der Anklagepunkte verurteilt wurde. Neun weitere Angeklagte wurden freigesprochen, nachdem das Gericht festgestellt hatte, dass die gegen sie erhobenen Vorwürfe nicht bewiesen waren.

Gefängnisstrafen für verurteilte AngeklagteAngeklagte
200 Jahre
5 Angeklagte
220 Jahre
5 Angeklagte
240 Jahre
4 Angeklagte
260 Jahre
1 Angeklagte

Daten aus dem Artikeltext

Gerichtsverfahren und Anklagepunkte

Das Urteil schloss einen Prozess ab, der im November 2021 eröffnet worden war und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen vor dem Gerichtsgebäude in Colombo fast fünf Jahre und 547 Verhandlungstage umfasste. Die Behörden reichten 23.270 Anklagepunkte nach dem Antiterrorgesetz gegen 25 ursprüngliche Verdächtige ein, von denen einer vor Prozessende in Haft starb. Die Staatsanwaltschaft benannte Naufer Moulavi als den Hauptarchitekten der Anschläge und erwirkte seine Verurteilung in allen Anklagepunkten, nachdem das Gericht sein erstes Geständnis akzeptiert hatte, obwohl er es später zurückzuziehen versuchte. Während der Verlesung des Urteils baten die Angeklagten um eine Gebetspause, bevor sie Argumente für eine Strafmilderung vortrugen. Einer der Verurteilten, Mohamed Ibrahim Saadiq Abdulla, wandte sich nach seiner 240-jährigen Haftstrafe an das Gericht.

„Was ich getan oder nicht getan habe, wissen nur Gott und ich. Am Ende werden alle Menschen auferweckt und Gott wird jeden richten.“

Mohamed Ibrahim Saadiq Abdulla

Die Osterbombenanschläge 2019

Die Verurteilungen gehen auf die koordinierten Anschläge vom 21. April 2019 zurück, bei denen Selbstmordattentäter während der Ostergottesdienste drei Kirchen und drei Luxushotels in Colombo angriffen. Zwischen 267 und mehr als 300 Menschen kamen bei den Explosionen ums Leben, die Verletztenzahlen lagen zwischen 450 und fast 600 Personen an den angegriffenen Orten. Unter den Toten befanden sich zwischen 42 und 45 ausländische Staatsangehörige aus Ländern wie den Vereinigten Staaten, Großbritannien, China, den Niederlanden, Portugal und Japan. Die tödlichste Explosion ereignete sich in der St.-Sebastian-Kirche in Negombo, wo mehr als 100 Gläubige getötet wurden, während in der Zion-Kirche in Batticaloa mindestens 28 Menschen starben. Drei katholische Priester und Angehörige der Opfer verfolgten die Verhandlungen von einem eigens eingerichteten Zelt außerhalb des Gerichtsgebäudes aus. Pater Dilan Perera, Vertreter der Erzdiözese Colombo, äußerte sich vor dem Gerichtsgebäude zum Urteil.

„Was sie getan haben, sollte sich nicht wiederholen. Hoffentlich verhindert dieses Urteil, dass andere dasselbe tun.“

Father Dilan Perera, Priester

Geheimdienstfehler und politische Folgen

Keiner der direkten Selbstmordattentäter überlebte die Anschläge von 2019, sodass sich die Staatsanwaltschaft auf Personen konzentrierte, die mit den Attentätern konspirierten, sie unterstützten und ihnen Unterschlupf gewährten. Der Prozess fand vor dem Hintergrund weit verbreiteter Kritik an den Sicherheitsbeamten Sri Lankas statt, nachdem Beweise ans Licht kamen, dass indische Geheimdienste Stunden vor den Explosionen Warnungen übermittelt hatten. Im Juli 2026 führte ein separates Gerichtsverfahren zu Todesstrafen für den ehemaligen Polizeichef und einen ehemaligen Verteidigungssekretär Sri Lankas, weil sie nicht auf diese Geheimdiensthinweise reagiert hatten – Strafen, die aufgrund eines seit 1976 geltenden Moratoriums de facto auf lebenslange Haft hinauslaufen. Anfang 2026 verhaftete die Polizei den pensionierten General Suresh Sallay, der vom Minister für öffentliche Sicherheit Ananda Wijepala im Parlament als Verdächtiger einer angeblichen größeren Verschwörung im Zusammenhang mit dem Präsidentschaftswahlkampf 2019 benannt wurde.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen