Sicherheit · Petropavlivska Borshchahivka

Unruhen in Kiewer Vorort wegen angeblicher Folter mobilisierter Soldaten – Behörden weisen Vorwürfe zurück

Am Montag, dem 2. November, versammelte sich eine Menschenmenge vor einer Einrichtung der Nationalgarde in Petropavlivska Borshchahivka am Rande Kiews, nachdem im Netz nicht überprüfte Foltervorwürfe aufgekommen waren. Nationalgarde und Polizei bestreiten, dass dort jemand rechtswidrig festgehalten wurde oder gestorben ist.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von oko.press, Aktuálně.cz, NRC und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Petropavlivska Borshchahivka · Ukraine
Wie es dazu kam
  1. Montagnachmittag, 2. November 2026Laut Polizei kursieren in sozialen Netzwerken Behauptungen über Folter und einen Todesfall
  2. Montagabend, 2. November 2026Menschenmenge versammelt sich vor dem Gebäude; Eier und Rauchgranaten werden geworfen, Tränengas kommt zum Einsatz
  3. Dienstag, 3. November 2026Das Staatliche Ermittlungsbüro eröffnet ein Verfahren zur Frage, ob Soldaten gegen ihren Willen festgehalten wurden

Was geschah

Am Montag, dem 2. November, verbreiteten sich auf Telegram und anderen sozialen Netzwerken Behauptungen, in einem Keller in Petropavlivska Borshchahivka, einem Dorf am Rande Kiews, würden etwa 40 Männer gefoltert, und einer von ihnen sei gestorben. Am Abend sammelten sich Menschenmengen vor einem Haus, das eine Einheit der Nationalgarde nutzt. Berichten zufolge versuchten einige, sich gewaltsam Zutritt zu verschaffen, warfen Eier und Rauchgranaten, versuchten einen Polizeibus umzustürzen und beschädigten Polizeifahrzeuge. Gardisten und Polizei antworteten mit Tränengas, und auf Videoaufnahmen waren Warnschüsse zu sehen beziehungsweise zu hören, wie der ukrainische öffentlich-rechtliche Sender Suspilne berichtet. Vier Männer wurden ins Krankenhaus gebracht, nachdem die Menge gegen das Gebäude gedrückt hatte.

Was die Nationalgarde sagt

Das 1. Korps der Nationalgarde „Asow“ erklärte, in dem Gebäude seien 17 frisch mobilisierte Männer sowie Soldaten untergebracht, die auf Verfahren wegen unerlaubten Entfernens von ihren Einheiten warten. Dessen Kommandeur Oleksandr Pivnenko sagte, die Armee miete das Haus als vorübergehende Unterkunft für Männer, die nach administrativen Überprüfungen zu Ausbildungszentren weiterreisen. Pivnenko sagte zudem, vier wegen unerlaubten Entfernens von der Einheit festgehaltene Soldaten hätten Verletzungen aufgewiesen und seien in eine medizinische Einrichtung der Garde gebracht worden. Der Sprecher der Nationalgarde, Ruslan Muzychuk, wies die Behauptung zurück, einer der Männer habe eine gebrochene Wirbelsäule; alle genannten Soldaten seien selbst zu Fuß zum Krankenwagen gegangen. Die Nationalgarde erklärte, sie arbeite mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen, um zu klären, ob es zu Gewalt gegen Soldaten gekommen sei.

Der Krankenwagen und die Frau im Zentrum der Vorwürfe

Die Polizei erklärte, die Gerüchte stammten ursprünglich von einer Frau, die sich als Inhaberin eines privaten Krankenwagenunternehmens namens Med-Prestige ausgab. Das Investigativportal Slidstvo.Info fand heraus, dass das Unternehmen seinen Betrieb bereits 2023 eingestellt hatte und dass der tatsächliche Eigentümer angab, den am Tatort gesehenen Krankenwagen zwei Jahre zuvor verkauft zu haben. Der Leiter des Präsidialamts, Kyrylo Budanow, sagte, die Frau habe sich als Sanitäterin verkleidet, vorab einen Krankenwagen bestellt und das Gebäude mindestens drei Tage vor dem Vorfall mit dem Fahrer inspiziert. Ihre Motive seien weiterhin unklar, so die Polizei; die Ermittlungen prüften, ob sie aus persönlichen Gründen, aus Geltungsdrang oder für Geld gehandelt habe. Die Polizei stellte zudem fest, dass sie Kontakt zu Telegram-Kanälen hatte, die die Behauptungen weiterverbreiteten.

Offizielle Reaktionen und Ermittlungen

Budanow, der selbst vor Ort war, nannte den Vorfall eine inszenierte Propagandaaktion. Solche Vorfälle hätte es ohne Einfluss von außen nicht gegeben, sagte er mit Blick auf Russland. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez forderte Klarheit über die Aufgaben der Soldaten und Gardisten an dem Standort und über die Rechtmäßigkeit ihres Handelns und verurteilte zugleich Angriffe von Zivilisten auf Militärangehörige. Das Staatliche Ermittlungsbüro leitete am Dienstag, dem 3. November, ein Verfahren ein, um zu klären, ob Soldaten gegen ihren Willen festgehalten wurden. Das Nationale Ermittlungsbüro prüft nach Angaben von newsORF, ob Militärangehörige ihre Befugnisse überschritten haben.

Hintergrund der Mobilmachung

Ein Reporter des Kyiv Independent schrieb, Männer könnten gegen ihren Willen eingezogen und in Häusern wie diesem festgehalten werden, bevor sie Einheiten zugewiesen werden; er betonte jedoch, dass daran nichts neu sei. Beim Büro des Ombudsmanns gingen 2025 mehr als 6.000 Beschwerden über mögliche Verstöße bei der Rekrutierung ein, darunter Fälle von Festhalten in Rekrutierungsbüros. Während der Unruhen kursierte ein Video eines 14-jährigen Jungen, der in eine Rettungsdecke gewickelt war; späteres Material zeigte jedoch, dass er sich dem Protest angeschlossen, einen Zaun überklettert hatte und von Soldaten hineingeführt worden war, um ihn vor Steinen zu schützen.

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