Konflikte · New York und Hebron
UN-Menschenrechtschef fordert Israels nächste Regierung zu Kurswechsel in Gaza und im Westjordanland auf
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat Israels nächste Regierung aufgefordert, ihren militärischen Kurs zu ändern – wenige Tage nach einer Wahl, bei der weder der von Netanyahu geführte Block noch die von Eisenkot geführte Opposition die für eine Regierungsbildung nötigen 61 Sitze erreichten.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Deutsche Welle, europa press, N-tv und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Am Mittwoch, 28. Oktober, sagte UN-Hochkommissar Volker Türk vor Journalisten in New York, die nächste Regierung solle ihren derzeitigen Kriegskurs aufgeben und das Völkerrecht achten.
Nachdem zwei Palästinenser am Freitag, 23. Oktober, bei Hebron zwei israelische Soldaten erschossen hatten, ordnete Netanyahu eine großangelegte Militäroperation an; Türks Erklärung vom Montag, 26. Oktober, bezifferte die Zahl der Vertriebenen auf mehr als 2.000 Menschen.
Nach Auszählung von mehr als 80 % der Stimmen kam der von Netanyahu geführte Block auf 53 Sitze, arabische Parteien auf 19 und die von Eisenkot geführte Opposition auf 48 – alle unter den 61, die zur Regierungsbildung nötig sind.
Türk sagte, ihn beunruhigten besonders Berichte über außergerichtliche Hinrichtungen durch Hamas-Kämpfer, und erklärte, die UN beobachte die Handlungen der Hamas und der palästinensischen Behörden.
- 23.10.Zwei Palästinenser bei Hebron erschießen zwei israelische Soldaten
- 26.10.Türk gibt eine Erklärung zur Operation in Hebron ab
- 27.10.In Israel findet die Parlamentswahl statt
- 28.10.Türk fordert in New York die nächste Regierung zum Kurswechsel auf
Türks Ruf nach einem Kurswechsel
Am Mittwoch, 28. Oktober, drängte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, in New York die Regierung, die aus den Koalitionsverhandlungen nach der Wahl in Israel hervorgeht, den derzeitigen militärischen Kurs aufzugeben. Er sagte, diese Regierung müsse aufhören, sich so zu verhalten, als stehe sie über dem Völkerrecht – was die UN im aktuellen Kontext beobachtet habe. Türk wies Behauptungen zurück, die UN verurteile nur Israel, und verwies auf seine wiederholten Verurteilungen der Angriffe vom 7. Oktober und seine genaue Beobachtung von Menschenrechtsverletzungen durch die Hamas. Besondere Besorgnis äußerte er über Berichte über außergerichtliche Hinrichtungen durch Hamas-Kämpfer. Israel habe Verpflichtungen nach dem Völkerrecht, dem humanitären Völkerrecht und dem internationalen Menschenrechtsrecht und müsse diese einhalten. Er hoffe, die nächste Regierung werde genau das tun.
„Ich hoffe, dass die nächste Regierung genau das tun und den Kurs massiv ändern wird.“
Die Operation in Hebron
Türks Erklärung vom Montag, 26. Oktober, konzentrierte sich auf das besetzte Westjordanland. Zwei Palästinenser bei Hebron erschossen am Freitag, 23. Oktober, zwei israelische Soldaten, woraufhin Ministerpräsident Benjamin Netanyahu eine großangelegte Militäroperation im Westjordanland anordnete. Türk erklärte, diese Operation werfe ernste Fragen zum Einsatz von Gewalt auf, den er als unnötig und unverhältnismäßig bezeichnete. Die Zahl der Vertriebenen bezifferte er auf mehr als 2.000 und verwies auf zerstörte Häuser und Geschäfte sowie auf die durch die Abriegelung eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Tausende Palästinenser wurden bei der Operation aus ihren Häusern vertrieben, darunter viele kleine Kinder. Türk warnte zudem, Drohungen, ganze Viertel zu räumen, weckten den Verdacht ethnischer Säuberung.
„Kollektivstrafe ist eine schwere Verletzung des Völkerrechts.“
Die Auszählung
Nach Auszählung von mehr als 80 % der Stimmen ergaben die Zahlen der Wahlkommission und Berechnungen der wichtigsten nationalen Medien 53 Sitze für den von Netanyahu geführten rechts- und rechtsextremen Block. Arabische Parteien kamen auf 19 Sitze, die Oppositionskoalition unter Führung von Gadi Eisenkot, einem ehemaligen Generalstabschef, auf 48. Jeder Block bleibt unter den 61 Sitzen, die für eine Mehrheit in der Knesset nötig sind; das Ergebnis lässt also keinen klaren Sieger. Die Zahlen beziehen sich nur auf den bis zum 28. Oktober ausgezählten Teil der Stimmen. Weder Netanyahu noch Eisenkot haben bislang einen klaren Weg zur Macht, und die Koalitionsgespräche werden über die nächste Regierung entscheiden.
- Von Netanyahu geführter Block
- 53 Sitze
- Arabische Parteien
- 19 Sitze
- Von Eisenkot geführte Opposition
- 48 Sitze
Daten aus dem Artikeltext
Reaktionen aus Deutschland
Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestags, deutete die Wahlbeteiligung als Zeichen dafür, dass Israelis weiterhin der Demokratie vertrauen, wobei arabische Israelis in großer Zahl zur Wahl gingen. Der DW sagte er, die Form einer möglichen Koalition sei noch unbekannt. Zudem argumentierte er, Netanyahus Wahlkampf, der sich vor allem an arabische Israelis gerichtet habe, habe so viele Menschen mobilisiert, dass sein Lager keine Mehrheit mehr habe. Nouripour, ehemaliger Co-Vorsitzender der Grünen und seit 20 Jahren Bundestagsabgeordneter, wurde in Teheran geboren und zog als Jugendlicher nach Deutschland. Er sprach, während er Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf einem Staatsbesuch in China begleitete.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Deutsche WelleIsrael-Wahl: Von Netanjahu geführtes Bündnis liegt in FührungIsrael election: Netanyahu-led bloc holds lead · Original auf Englisch
- europa pressUN-Menschenrechtschef fordert von Israels zukünftiger Regierung...El jefe de DDHH de la ONU reclama al futuro Gobierno de Israel que... · Original auf Spanisch
- N-tvDer Tag: UN-Kommissar fordert von neuer Regierung in Israel Abkehr von "Kriegskurs"
- newsORF.atUNO fordert von neuer Regierung in Israel "Kurswechsel
- Volker Türk
- UN-Hochkommissar für Menschenrechte, der Israels nächste Regierung zum Kurswechsel aufforderte
- Benjamin Netanyahu
- Israelischer Ministerpräsident, dessen Block bei der Auszählung führte und der die Operation im Westjordanland anordnete
- Gadi Eisenkot
- Ehemaliger Generalstabschef, der die Oppositionskoalition anführt
- Omid Nouripour
- Vizepräsident des Bundestags und ehemaliger Co-Vorsitzender der Grünen, der die Wahl kommentierte
- Orte
- Hebron, New York City, Israel, Westjordanland
- Organisationen
- Vereinte Nationen
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