Film & Medien · Kopenhagen

Dänischer Komiker Rasmus Wallbridge monatelang von TV2-Scherzserie hinters Licht geführt

TV2 hat alle sechs Folgen von „Alle elsker Rasmus“ aus dem Angebot genommen und sich entschuldigt, nachdem rund 150 Freunde, Kollegen und Prominente dem Komiker vier Monate lang ein falsches Filmprojekt vorgespielt hatten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von NOS, stern.de, der Standard und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Kopenhagen · Dänemark
Wie es dazu kam
  1. Viermonatiger AufbauWallbridge wird erzählt, er werde einen Spielfilm drehen, während rund 150 Menschen mitspielen
  2. Letzte FolgeWallbridge erfährt in einem leeren Kino, dass das Projekt inszeniert war
  3. Folgen online gestellt, dann entferntTV2 stellt alle sechs Folgen statt wöchentlicher Ausstrahlung online und nimmt sie nach Kritik wieder herunter
  4. 3. November, AbendWallbridge hat seinen ersten Bühnenauftritt seit der Auflösung und erhält stehende Ovationen

Ein viermonatiger Schwindel

Der dänische öffentlich-rechtliche Sender TV2 zeigte eine sechsteilige Serie namens „Alle elsker Rasmus“ („Alle lieben Rasmus“), die um den Komiker und Schauspieler Rasmus Wallbridge herum aufgebaut war. Vier Monate lang überzeugte die Sendung ihn, dass er endlich einen eigenen Spielfilm drehen würde. Rund 150 Freunde, Bekannte, Kollegen und Prominente wussten, dass das Projekt inszeniert war, und spielten mit, in einigen Fällen filmten sie ihn mit versteckten Kameras. Berichten zufolge war eine Person aus Wallbridges engstem Umfeld, die auch geschäftlich mit ihm zusammenarbeitet, an der Initiierung des Plans beteiligt. Wallbridge soll wegen der Dreharbeiten die ersten vier Monate im Leben seines neugeborenen Kindes verpasst haben.

Die Auflösung kam in der letzten Folge, in der Wallbridge in einem leeren Kino eröffnet wird, dass das Filmprojekt inszeniert war. Sein Freund Martin Johannes Larsen, der die Sendung initiiert hatte, überbrachte die Nachricht. Tonexperten kamen zu dem Schluss, dass die gezeigte Reaktion Wallbridges manipuliert worden war: Sein lautes Lachen sei eine Kopie eines früheren Lachens, per Copy-and-paste-Schnitt eingefügt. Larsen entschuldigte sich später auf Instagram bei Wallbridge.

TV2 nimmt die Serie aus dem Programm

TV2 hatte wöchentliche Veröffentlichungen geplant, stellte aber nach mehreren Tagen Kritik alle sechs Folgen auf einmal in seinen Streamingdienst TV 2 Play. Kurz darauf verschwanden die Folgen wieder. Programmdirektorin Dorthe Thirstrup entschuldigte sich in einer Pressemitteilung vorbehaltlos bei Wallbridge und den Teilnehmenden und sagte, der Sender habe nicht gut genug auf Rasmus aufgepasst, ihr Urteilsvermögen habe versagt. TV2 kündigte zudem eine interne Untersuchung an, wie die Sendung ihre Genehmigung erhalten hatte. Zunächst verteidigte die Direktorin das Konzept und verwies darauf, dass eine psychologische Betreuung Wallbridge eng begleitet habe und er die Veröffentlichung hätte ablehnen können.

Reaktionen in Dänemark

Kulturministerin Zenia Stampe sagte gegenüber dem Sender DR, TV2 habe völlig dreist und unethisch gehandelt und Wallbridge monatelang an der Nase herumgeführt. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sagte, sie hoffe, der bedauerliche Fall bringe Sender und Medien dazu, stärker darüber nachzudenken, was sie veröffentlichen und welche moralische und ethische Verantwortung damit einhergeht. In einem Kommentar in der Zeitung Politiken hieß es, jeder könne sehen, dass dies Mobbing der schlimmsten Art sei. Kritiker nannten die Serie bösartig und sprachen von psychischer Gewalt, während Forderungen nach einer unabhängigen Prüfung und personellen Konsequenzen lauter wurden. Im Netz verglichen viele das Format mit dem Film „Die Truman Show“ von 1998, in dem die Figur von Jim Carrey erfährt, dass ihr ganzes Leben inszeniert wurde, und manche meinten, „Alle mobben Rasmus“ wäre der passendere Titel gewesen.

Wallbridges erster Auftritt nach der Auflösung

Wallbridge sagte zunächst nichts öffentlich, brach dann auf Instagram sein Schweigen, wo er erklärte, er sehe, was über ihn gesagt und ihm geschrieben werde. Er sei nicht in der Lage, sich an der Diskussion zu beteiligen, und bat TV2, keine Formate dieser Art mehr zu produzieren. Zudem korrigierte er auf Instagram Berichte von TV2 und Politiken. Am Abend des 3. November stand er erstmals seit der Auflösung wieder auf der Bühne, und das Publikum empfing ihn mit stehenden Ovationen. Aus dem Publikum hieß es gegenüber dänischen Medien, es sei bewegend gewesen; der Moment sei wie eine Umarmung aus der Ferne gewesen.

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