Sicherheit · Konstanz
Landgericht Konstanz verurteilt falschen Schönheitsarzt zu drei Jahren und neun Monaten Haft
Ein 28-jähriger ausgebildeter Rettungssanitäter gab sich in einer Konstanzer Schönheitsklinik als Arzt aus und führte zwischen März und April 466 Botox- und Hyaluronbehandlungen durch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von N-tv, tagesschau.de und Süddeutsche Zeitung. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Das Landgericht Konstanz verurteilte am Montag, 26. Oktober 2026, einen 28-Jährigen wegen Urkundenfälschung, Missbrauchs der Arztbezeichnung, gefährlicher Körperverletzung und Betrugs. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Zwischen Anfang März und Mitte April führte er 466 Behandlungen durch; laut Anklage waren unter den Patientinnen auch zwei 17 Jahre alte Mädchen.
Während der Corona-Pandemie kaufte er bei einem chinesischen Online-Händler Zeugnisse und eine ärztliche Zulassung. Wegen eines ähnlichen Betrugs war er bereits in Braunschweig zu einer Geldstrafe verurteilt worden.
Die Staatsanwaltschaft forderte vier Jahre und sechs Monate, die Verteidigung höchstens zweieinhalb Jahre. Das Gericht verwies auf sein Geständnis und seine Reue.
- März 2026Behandlungen beginnen Anfang März
- April 2026Behandlungen enden Mitte April; im April beginnt die Untersuchungshaft
- 26.10.Das Gericht in Konstanz verurteilt ihn zu drei Jahren und neun Monaten Haft
Das Urteil
Am Montag, 26. Oktober 2026, verurteilte das Landgericht Konstanz einen 28-Jährigen zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Die Richter sprachen ihn der Urkundenfälschung, des Missbrauchs der Berufsbezeichnung Arzt, der gefährlichen Körperverletzung und des Betrugs schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Er hatte in einer Schönheitsklinik in Konstanz als Arzt gearbeitet, ohne Medizinstudium und ohne Approbation; nach Überzeugung des Gerichts verschafften ihm gefälschte Zeugnisse und eine falsche Approbation die Stelle. Die Praxis gehört zur Klinikkette Aesthetify, die mit den als „Dr. Rick“ und „Dr. Nick“ bekannten Social-Media-Ärzten verbunden ist. Seit April befindet er sich in Untersuchungshaft.
Wie die gefälschten Papiere funktionierten
Der Mann hatte eine Ausbildung als Rettungssanitäter absolviert, bevor er seinen Betrug aufzog. Während der Corona-Pandemie kaufte er bei einem chinesischen Online-Händler Zeugnisse und eine ärztliche Zulassung und bewarb sich damit bei der Konstanzer Praxis. Die Unterlagen wurden von der Ärztekammer in Niedersachsen anerkannt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde er nach einem eintägigen Einführungskurs in der Praxis eingesetzt. Vor Gericht sagte er, er habe sich schon immer für ein Medizinstudium interessiert und während der Pandemie vorgegeben, Online-Vorlesungen zu besuchen. Wegen eines ähnlichen Betrugs war er bereits in Braunschweig zu einer Geldstrafe verurteilt worden, und er hatte seinem Umfeld erzählt, er studiere Medizin.
Behandlungen und Patientinnen und Patienten
Zwischen Anfang März und Mitte April führte er nach Feststellung des Gerichts 466 Behandlungen mit Botox und Hyaluron durch. Diese Stoffe werden unter anderem zum Glätten von Falten eingesetzt. Mit seinen Behandlungen erzielte er Einnahmen von mehr als 300.000 Euro, von denen er selbst rund 3.200 Euro erhielt. Die Patientinnen und Patienten wussten nicht, dass er kein Arzt war. Ein Sachverständiger fand keine Behandlungsfehler. Laut Anklage waren zwei der Patientinnen 17 Jahre alte Mädchen.
Verteidigung, Urteil und Entschuldigung
Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und sechs Monate Haft gefordert, die Verteidigung plädierte auf höchstens zweieinhalb Jahre. Das Gericht blieb unter dem Antrag der Anklage und verwies unter anderem auf sein Geständnis, das er zu Beginn des Prozesses ablegte, sowie auf seine Reue. In seinem letzten Wort entschuldigte er sich bei den Betroffenen und sagte, die vergangenen sechs Monate seien die härtesten seines Lebens gewesen.
- Forderung der Staatsanwaltschaft
- 54 Monate
- Forderung der Verteidigung (maximal)
- 30 Monate
- Urteil des Gerichts
- 45 Monate
Daten aus dem Artikeltext
Influencer und das offene Urteil
Vor dem Prozess erklärten Henrik Heüveldop („Dr. Rick“) und Dominik Bettray („Dr. Nick“) in einem Video auf Instagram und TikTok, sie seien von dem Mann getäuscht worden, ebenso wie ihre Patientinnen und Patienten. Die beiden sind Ärzte und Influencer, und die Kette, die sie führen, ist die, zu der die Konstanzer Praxis gehört. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Strafe kann daher noch angefochten werden.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- N-tvBaden-Württemberg: Lügengerüst bringt falschen Schönheitsarzt ins Gefängnis
- N-tvDer Tag: Falscher Chirurg behandelt fast 500 Frauen und muss nun in Haft
- tagesschau.deBaden-Württemberg: Falscher Schönheitsarzt in Konstanz zu fast vier Jahren Haft verurteilt
- N-tvUrteil des Landgericht Konstanz: Falscher Schönheitsarzt zu über dreieinhalb Jahren Haft verurteilt
- Orte
- Konstanz
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen