Diplomatie · Paris

Tsipras erklärt in der „Libération“, er bereue nicht, Griechenland in der EU gehalten zu haben

In einem Interview mit der französischen Tageszeitung „Libération“ während eines Besuchs in Paris sagte der ELAS-Vorsitzende und frühere Ministerpräsident, er bereue nicht, Griechenland in der EU gehalten zu haben, erklärte sich bereit, erneut das Amt des Ministerpräsidenten zu übernehmen, und warnte, die Ungleichheit treibe den Rechtsextremismus in Frankreich und Europa voran.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Η Ναυτεμπορική, iefimerida.gr, in.gr und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Paris · Frankreich
Wie es dazu kam
  1. 2008Der Tod eines jungen Griechen löst Wut unter Jugendlichen aus, es folgt polizeiliche Repression
  2. 2010Griechenland im Zentrum der Krise, unterstützt von der französischen Bevölkerung
  3. 2015Tsipras hält Griechenland in der EU und nimmt dafür politische Kosten in Kauf

Ein Besuch in Paris aus Solidarität mit französischen Demonstranten

Alexis Tsipras, Vorsitzender von ELAS und früherer Ministerpräsident Griechenlands, gab während eines Besuchs in Paris ein Interview mit der französischen Zeitung „Libération“, das am 5. November 2026 erschien. Er sagte, die Reise solle Solidarität mit jungen Menschen, Gewerkschaften und der französischen Bevölkerung ausdrücken, die er als Verteidiger von Arbeitsrechten, sozialem Zusammenhalt, Demokratie und dem Recht junger Menschen auf eine bessere Zukunft beschrieb. Er bezeichnete den Besuch als moralische Verpflichtung und sagte, Frankreich habe das griechische Volk ab 2010 unterstützt, als Griechenland im Zentrum der Krise stand, und diese Schuld müsse nun in Solidarität zurückgezahlt werden. Das Interview begleitete seine Teilnahme an Demonstrationen in Paris in einer Phase starker sozialer Unruhen, die er mit der Krise der Lebenshaltungskosten in Verbindung brachte.

Treffen mit der französischen Linken

Tsipras sagte, er sei nicht nach Frankreich gekommen, um die Kandidaten der Linken für die Präsidentschaftswahl zu treffen, sondern die führenden Köpfe der Bewegung. Er habe zudem alte Freunde getroffen und jüngere Genossen kennengelernt, um Ideen auszutauschen. Er argumentierte, die linken Kräfte in Europa, insbesondere in Griechenland und Frankreich, sollten Kanäle der Kommunikation und Zusammenarbeit offen halten, und nannte Frankreich ein soziales und politisches Laboratorium für den Kontinent. In seiner Einschätzung ist die Bedrohung in Frankreich doppelt: die neoliberale Politik von Emmanuel Macron, die nach seinen Worten den sozialen Zusammenhalt erodiert, und die Aussicht, dass Marine Le Pen und die Rechtsextremen die Macht übernehmen.

Vergleich Frankreichs mit Griechenland 2008 und 2010–2015

Auf die Frage nach einem Vergleich Frankreichs mit Griechenland im Jahr 2008, als junge Menschen sich erhoben, oder mit der Schuldenkrise von 2010 bis 2015, erinnerte Tsipras daran, dass der ungerechte Tod eines jungen Griechen im Jahr 2008 Wut unter jungen Menschen auslöste, die fairere Lebensbedingungen forderten. Er sagte, die Polizei habe mit gewaltsamer Repression geantwortet, einem Instrument, das die Behörden nach seiner Darstellung sowohl in Griechenland als auch in Frankreich nutzten, um die öffentliche Aufmerksamkeit von den eigentlichen Problemen abzulenken. Für die Zeit von 2010 bis 2015 sagte er, die damalige Politik habe Arbeiter und junge Menschen ihrer Rechte und ihrer Zukunft beraubt, mit Lohnkürzungen. Als gemeinsamen Nenner zwischen der heutigen Krise der Lebenshaltungskosten in Frankreich und dem Jahrzehnt der Memoranden bezeichnete er die Verschärfung der Ungleichheiten.

Die Entscheidung von 2015 und der Kampf um Europa

Tsipras verteidigte seine Entscheidung, Griechenland in der EU zu halten, und nahm dafür politische Kosten in Kauf. Er sagte, die Alternative hätte die arbeitende Bevölkerung, junge Menschen und die unteren Schichten weit teurer zu stehen kommen, und verwies auf Griechenlands Ausstieg aus den Anpassungsprogrammen und die Regelung seiner Schulden. Den Kritikern auf der Linken, die eine Machtprobe mit der EU befürworten, entgegnete er, die Linke müsse ein gerechteres Europa fordern und nicht die Auflösung der Union, die er mit den Zielen der Rechtsextremen in Verbindung brachte. Er warf der EU eine Politik vor, die Ungleichheiten vertieft und zum Rechtsextremismus führt, und machte die Führungen der Rechten und eines Teils der Sozialdemokratie für die Verschlechterung der Lage verantwortlich. Zudem kritisierte er die europäischen Führungen für das Fehlen von Friedensinitiativen.

Bereit, mit einem neuen Programm erneut zu regieren

Auf die Frage nach einer erneuten Übernahme des Ministerpräsidentenamts sagte Tsipras, er sei bereit. Die wichtigste Lehre seiner ersten Amtszeit sei, dass eine Linke an der Macht der Mehrheit der Griechen immer nütze, besonders in schwierigen Zeiten, sofern sie Verantwortung übernehme und die Schwächsten unterstütze, selbst bei begrenztem Handlungsspielraum. Er argumentierte, unter normalen Bedingungen könne eine linke Regierung weit mehr erreichen, als ihm während einer tiefen Krise möglich gewesen sei. Seine Priorität sei der Wiederaufbau der produktiven Basis Griechenlands als Grundlage für nachhaltiges Wachstum und einen leistungsfähigen Sozialstaat. Er befürwortete eine Vermögensteuer auf das reichste 1 Prozent zugunsten der übrigen 99 Prozent der griechischen Gesellschaft, räumte ein, dass dies eine Minderheit verärgern werde, und sagte, die Linke müsse die Menschen davon überzeugen, dass sie Ungleichheit eindämmen und jungen Menschen eine Zukunft bieten könne.

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