Kurz gefasst
Trump steckt Hunderte Millionen in die Midterms
US-Präsident Donald Trump erklärte am Dienstag, 20. Oktober 2026, in einem Beitrag in den sozialen Medien, er habe bereits mehr als 300 Millionen Dollar für den Wahlkampf der Republikaner bei den Midterms ausgegeben. Er kündigte an, bis zum Wahltag mehr als 400 Millionen Dollar (356,35 Millionen Euro) in Werbung, Kundgebungen und die Mobilisierung von Wählern zu investieren. Die Republikaner halten derzeit sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus; die Abstimmung im November entscheidet, ob das so bleibt.
Rüstungsaktien fallen wegen Wetten auf einen Sieg der Demokraten
Rüstungsaktien sind gefallen, weil Anleger mit einem Sieg der Demokraten im November rechnen. Der iShares US Aerospace and Defence ETF verlor zwischen Anfang Juli und Mitte Oktober 2026 16 %, während der S&P 500 im gleichen Zeitraum um 3,5 % zulegte. Lockheed Martin hat seit seinem Höchststand im März fast 20 % verloren, die Aktien von Northrop Grumman und L3Harris liegen 35 % bzw. 36 % im Minus. Robert Stallard, Rüstungsanalyst bei Vertical Research Partners, sagte, Trumps politisches Schicksal und die Wahrscheinlichkeit, dass die Republikaner den Senat verlieren, hätten sich nahezu parallel zu den Rüstungsaktien entwickelt. Trump plant eine Erhöhung der Militärausgaben um 500 Milliarden Dollar auf rund 1,5 Billionen Dollar – ein Vorhaben, das eine demokratische Mehrheit im Kongress gefährden könnte. Die Demokraten sind zudem unzufrieden damit, wie ein Teil dieser Mittel durch den Kongress gedrückt wurde, und Kriegsminister Pete Hegseth weigert sich, die Kosten des Iran-Kriegs offenzulegen. Zuletzt sind die Kurse vor den Quartalszahlen, die in der Woche ab dem 26. Oktober 2026 erwartet werden, leicht gestiegen.
- iShares US Aerospace and Defence ETF
- -16 %
- Northrop Grumman
- -35 %
- L3Harris
- -36 %
- S&P 500
- 3.5 %
Daten aus dem Artikeltext
Irans angeblicher Plan vor der Wahl
Die Washington Post berichtete unter Berufung auf ungenannte regionale Beamte und Diplomaten, Teheran wolle Trump vor den Midterms so stark wie möglich schaden. Demnach sieht der Plan vor, die Ölpreise durch Angriffe in der Straße von Hormus hoch zu halten – eine Kehrtwende, die laut den Berichten an der Spitze der Führung vereinbart wurde. Ein arabischer Diplomat sagte, die Führung sei auf das Ende von Trumps Präsidentschaft fixiert, und iranische Vertreter erwarteten, dass er nach der Wahl weniger empfindlich auf Energiepreise reagiere. Das iranische Staatsfernsehen und die Nachrichtenagentur Fars verfolgen die US-Energiepreise und die Midterms aufmerksam; Fars argumentiert, der Iran-Krieg sei der Hauptgrund dafür, dass sich die Wähler von Trumps Partei abwenden. Der frühere Außenminister Manutschehr Mottaki sagte Trump ein böses Ende voraus, sollte er Anfang November seine Mehrheiten im Kongress verlieren. Alle diese Angaben stützen sich auf anonyme Quellen.
Kraftstoffpreise belasten die Wähler
Eine Ende September durchgeführte Umfrage von AP-NORC ergab, dass 65 % der Amerikaner die hohen Preise eher auf Trumps Politik als auf Faktoren außerhalb seiner Kontrolle zurückführen. Eine Erhebung des Pew Research Center von Ende September bis Anfang Oktober ergab, dass etwa drei Viertel der Erwachsenen sich große Sorgen über Energie- und Benzinpreise machen. Diesel kostete im September erstmals im Durchschnitt mehr als 6 Dollar pro Gallone. Die AAA gab den landesweiten Durchschnitt am Montag, 19. Oktober 2026, mit 6,3187 Dollar pro Gallone für Diesel und 4,2953 Dollar für Benzin an, gegenüber 3,6308 und 3,0362 Dollar ein Jahr zuvor. Der Farmer Caleb Renner aus Iowa sagte in einem Podcast der New York Times, er fühle sich betrogen: Trump habe das Gegenteil dessen getan, wofür er gestimmt habe, und die Kraftstoffkosten träfen seine Maschinen unmittelbar.
- Diesel, 19. Okt. 2026
- 6.3187 $ pro Gallone
- Diesel, ein Jahr zuvor
- 3.6308 $ pro Gallone
- Benzin, 19. Okt. 2026
- 4.2953 $ pro Gallone
- Benzin, ein Jahr zuvor
- 3.0362 $ pro Gallone
Daten aus dem Artikeltext
Haustüren in Michigan und die Schuldfrage
In einem Vorort von Detroit wirbt Joe Losier, UAW-Mitglied und Beschäftigter in einem Automobilwerk, für gewerkschaftlich unterstützte Kandidaten – die meisten von ihnen Demokraten – in einem Bundesstaat, in dem jedes Rennen knapp ist. Die Wähler sprechen vor allem die Lebenshaltungskosten und die Bezahlbarkeit an, einige sorgen sich um Gesundheit, Rente oder ihren Arbeitsplatz. Losier sagt, die meisten, die er frage, machten Trump für die Kriege, die Benzinpreise, die Inflation und die Staatsverschuldung verantwortlich. Trump gibt stattdessen seinen Vorgängern die Schuld und sagt, Joe Biden und Barack Obama hätten das Land in einem Zustand hinterlassen, der sich nicht in zwei Jahren reparieren lasse.