Diplomatie · Brasília und Washington

Lula gewinnt Stichwahl in Brasilien – Trump nennt Wahl manipuliert, Bolsonaro lenkt ein

Flávio Bolsonaro hat am Montag, 26. Oktober, seinen Antrag auf Annullierung von Luiz Inácio Lula da Silvas Sieg in der Stichwahl zurückgezogen – nur Minuten, nachdem Trump erklärt hatte, die Wahl sehe manipuliert aus, er werde aber nicht für Bolsonaro einschreiten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von POLITICO, Financial Times News, Washington Post und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Brasília, Washington · Brasilien, Vereinigte Staaten
Wie es dazu kam
  1. 4.10.Erster Wahlgang: Lula wird Zweiter hinter Flávio Bolsonaro
  2. 25.10.Stichwahl: Lula gewinnt, Richter Zanin ordnet zwei zusätzliche Wahlstunden an
  3. Montag, 26. Oktober, Trumps ÄußerungenTrump sagt, die Wahl sehe aus wie eine weitere manipulierte Wahl
  4. Montag, 26. Oktober, Bolsonaros KehrtwendeBolsonaro verzichtet auf Annullierung und kündigt eine Klage an

Stichwahl und eine vom Gericht angeordnete Verlängerung

Lula gewann am Sonntag, 25. Oktober, die Präsidentschaftsstichwahl in Brasilien und schlug Flávio Bolsonaro mit mehr als drei Prozentpunkten Vorsprung – obwohl Bolsonaro in den Meinungsumfragen klarer Favorit gewesen war. Im ersten Wahlgang am 4. Oktober war Lula noch Zweiter hinter Bolsonaro geworden, und weithin wurde erwartet, dass er die zweite Runde verlieren würde. Der Richter am Obersten Bundesgericht, Cristiano Zanin, ordnete an, die Wahllokale zwei Stunden länger geöffnet zu halten, nachdem Lulas Wahlkampfteam sich beschwert hatte, ein Mangel an Bussen habe einige Menschen an der Stimmabgabe gehindert. Auch Bolsonaros Lager hatte wegen schlechten Wetters in einigen Bundesstaaten mehr Zeit gefordert; Zanin war zudem früher Lulas persönlicher Anwalt gewesen, bevor er an das Gericht wechselte. Einer Analyse der Wahlunterlagen zufolge wurden in dem zusätzlichen Zeitfenster weniger als 35.000 Stimmen abgegeben, etwa 0,03 Prozent der Gesamtstimmen.

Trump und Bolsonaro stellen die Auszählung infrage

Trump sagte vor Reportern, die Wahl sehe aus wie „eine weitere manipulierte Wahl, ehrlich gesagt“, ohne dafür irgendeinen Beleg zu liefern. Er deutete an, dass er nicht zugunsten Bolsonaros eingreifen werde, und sagte, er verstehe sich sehr gut mit Lula. Das Weiße Haus hat Lula bislang nicht gratuliert, und das Außenministerium reagierte nicht unmittelbar auf Anfragen nach einer Stellungnahme.

„Wahlen müssen unbestreitbar sein, und für mich sah das sehr schlecht aus.“

Donald Trump, US-Präsident

Bolsonaro hatte die Verlängerung zunächst als „schmutzigen Trick“ bezeichnet und angekündigt, er werde die Annullierung des Ergebnisses anstreben. Minuten nach Trumps Äußerungen rückte er von der Annullierung ab und erklärte, er werde Klage einreichen und Lula den Missbrauch der Amtsmacht vorwerfen. Analysten zufolge machte der Vorsprung von mehr als 4 Millionen Stimmen eine Annullierung unwahrscheinlich. Bolsonaro schob das Ergebnis dem politischen System zu – nicht seiner eigenen Niederlage.

„Nicht ich habe verloren, das System hat gewonnen.“

Flávio Bolsonaro, Rechter Kandidat

Bolsonaros Liberale Partei, die größte im Kongress, erklärte, sie akzeptiere das Ergebnis der Wahl.

„Wir erkennen das Ergebnis der Präsidentschaftswahl an.“

Liberale Partei

MAGA-Verbündete drängen Washington zum Handeln

Mehrere Personen aus Trumps Umfeld gingen weiter. Peter Navarro nannte das Ergebnis in einem Interview am Montag eine „Warnung für die Zwischenwahlen“, und Jason Miller teilte eine Erklärung von Bolsonaros Wahlkampf erneut, in der es hieß, es sei „unmöglich“, die Ergebnisse anzuerkennen. Steve Bannon forderte Trump und Außenminister Marco Rubio auf, die diplomatischen Beziehungen abzubrechen. Andrew Kolvet stellte infrage, wie Lula zwischen den Wahlgängen so viel Unterstützung gewinnen konnte, und sagte, die USA sollten „hinter den Kulissen still Druck ausüben“. Kari Lake, Trumps Kandidatin für den Botschafterposten in Jamaika, gehörte zu denen, die unbestätigte Korruptionsvorwürfe erhoben.

Brasiliens Reaktion und die Märkte

Ein brasilianischer Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte, sagte, die Regierung erwarte, dass die USA Lulas Sieg letztlich anerkennen würden, und verwies auf Stimmzahlen, die schwer zu bestreiten seien. Sollte Washington sich weigern, könne Brasilien allenfalls die diplomatischen Beziehungen abbrechen – zum Vorteil Chinas –, doch die USA würden nicht einmarschieren, um eine Marionettenregierung einzusetzen. Der brasilianische Real verlor in der Marktreaktion mehr als 10 Prozent gegenüber dem Dollar, der wichtigste Aktienindex fiel um 17 Prozent. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum begrüßte das Ergebnis, Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte, das globale Comeback der Progressiven habe gerade erst begonnen.

Wie es weitergeht

Bolsonaro sagte, die Bundespolizei habe ihn angewiesen, seinen Pass abzugeben, um eine Ausreise zu verhindern; zudem wird wegen Korruption und Geldwäsche gegen ihn ermittelt, was er bestreitet. Sein Vater Jair Bolsonaro wurde im vergangenen Jahr wegen der Planung eines Staatsstreichs nach seiner Niederlage bei der Wahl 2022 zu 27 Jahren Haft verurteilt und steht jetzt unter Hausarrest. Bolsonaro kündigte an, seine Klage weiterzuverfolgen und „die Opposition zu organisieren, um eine Festung gegen die Barbarei zu errichten“. Die US-Zwischenwahlen fanden nur gut eine Woche nach Trumps Äußerungen statt, und Umfragen sagten seiner Republikanischen Partei ein schlechtes Abschneiden voraus.

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