
Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump vereinbaren New Yorker Gespräche über Energie- und maritime Waffenruhen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump werden sich zwischen dem 21. und 23. September in New York treffen. Die geplanten Gespräche konzentrieren sich auf mögliche Deeskalationsmaßnahmen, darunter Waffenruhen für die Schifffahrt und die Energieinfrastruktur.
Bilaterale Gespräche in New York geplant
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab am 20. September 2026 bekannt, dass er ein Telefonat mit US-Präsident Donald Trump geführt habe, das zu einer Vereinbarung über direkte Gespräche in New York führte. Das geplante Treffen soll zwischen dem 21. und 23. September stattfinden, wobei die konkreten logistischen Details noch der endgültigen Bestätigung bedürfen. Washington strebt eine Wiederaufnahme direkter Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau an, um den Krieg zu beenden, der bereits viereinhalb Jahre andauert. Die amerikanischen diplomatischen Bemühungen waren in den letzten Monaten ins Stocken geraten, aufgrund begrenzter Verhandlungsfortschritte und der Konzentration auf den Konflikt im Nahen Osten, während sowohl die Ukraine als auch Russland ihre militärischen Angriffe verstärkten.
Selenskyj veröffentlichte Einzelheiten des Gesprächs auf Social-Media-Plattformen und beschrieb den Schwung hinter der bevorstehenden Sitzung.
Ich habe gerade mit Präsident Trump gesprochen. Es war ein wichtiges Gespräch und wir konnten viele Dinge klären. Wir haben uns auf ein Treffen in New York geeinigt, und dieses Treffen kann viel verändern. Es gibt diplomatischen Schwung.
Diplomatische Gesandte und Waffenruhe-Agenda
Die geplanten Gespräche folgen auf vorbereitende diplomatische Austausche, die von den amerikanischen Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner durchgeführt wurden. Beide Vertreter reisten Anfang September 2026 nach Moskau, um den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen, bevor sie Kiew für ihre ersten direkten Gespräche mit der ukrainischen Führung besuchten. Selenskyj dankte Trump für den Besuch und erklärte, dass die Gesandten die Bedingungen vor Ort aus erster Hand beobachtet hätten. Der ukrainische Präsident bekräftigte, dass die Förderung eines Friedensrahmens weiterhin die oberste Priorität der Ukraine sei, und merkte an, dass ukrainische und amerikanische Teams umsetzbare Maßnahmen vorbereiten.
- Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner führen Gespräche in Moskau mit Wladimir Putin und besuchen Kiew.
- Donald Trump unterzeichnet das Lindsey-Graham-Sanktions- und Zollgesetz.
- Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump telefonieren und vereinbaren bilaterale Gespräche.
- Selenskyj und Trump planen ein Treffen in New York, um maritime und Energie-Waffenruhen zu besprechen.
Die Gespräche in New York sollen sich auf konkrete Deeskalationsschritte konzentrieren, darunter Waffenruhen mit Russland im Bereich der Seeschifffahrt und des Energiesektors. Ukrainische Vertreter beabsichtigen zudem, grundlegende Sicherheitsfragen anzusprechen, insbesondere die Stabilität der Lebensmittelversorgung, die Widerstandsfähigkeit des Stromnetzes und den Schutz der Zivilbevölkerung.
Das Lindsey-Graham-Sanktionsgesetz
Während des Telefonats bedankte sich Selenskyj bei Trump für die Unterzeichnung eines Wirtschaftsgesetzes, das sich gegen russische Handelsnetzwerke richtet. Trump unterzeichnete das Gesetz am 18. September 2026. Die Gesetzgebung, die vom verstorbenen US-Senator Lindsey Graham initiiert und nach ihm benannt wurde, kodifiziert bestehende Beschränkungen gegen russische Regierungsbehörden, Finanzinstitute und Energieunternehmen und fördert gleichzeitig weitere Sanktionen gegen Russlands maritime Schattenflotte.
Der gesetzliche Rahmen verpflichtet den Präsidenten, innerhalb von 30 Tagen Zölle von bis zu 100 % auf wichtige internationale Handelspartner Moskaus zu erheben. Diese Zollbestimmungen gelten für die fünf größten Importeure von russischem Rohöl, die fünf größten Importeure von russischem Erdgas und die fünf wichtigsten Länder, die als Umgehung der Erdölbeschränkungen identifiziert wurden. Vom US-Senat zusammengestellte Daten listen potenzielle Zollziele auf: China, Indien, Slowakei, Ungarn, Aserbaidschan, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate, Kasachstan und Singapur. Der Gesetzestext räumt dem Präsidenten weitreichendes Ermessen ein, Ausnahmen zu gewähren oder die Anwendung der Strafmaßnahmen abzulehnen.
Diplomatische Aussichten vor New York
Die geplanten Gespräche zwischen Selenskyj und Trump sind ihr erstes persönliches bilaterales Treffen seit Selenskyjs Besuch im Weißen Haus im Oktober 2025. Ukrainische Beamte betonen, dass die Zusammenarbeit mit der US-Regierung darauf abzielt, überprüfbare Deeskalationsmechanismen zu schaffen. Beide Seiten setzen die letzten Vorbereitungen für die New Yorker Gespräche fort, während sich die Aufmerksamkeit darauf richtet, ob handelspolitische Zollmaßnahmen und diplomatische Vermittlung zu einem direkten Dialog zwischen Kiew und Moskau führen können.

