Trump hebt Sanktionen gegen russische Diesel-Exporte auf – Senatoren protestieren wegen Ukraine-Gesetz
Die USA haben die Sanktionen gegen russische Diesel-Exporte aufgehoben und einen Energie-Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine angekündigt; Moskau verspricht sofort mehr als 300.000 Tonnen. Überparteiliche Senatoren erklären, das Abkommen verstoße womöglich gegen ein Gesetz von 2022 – kurz vor den Midterm-Wahlen am 3. November.
Was Trump angekündigt hat
US-Präsident Donald Trump hat die Sanktionen gegen russische Diesel-Exporte aufgehoben und einen Energie-Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine angekündigt, der die Energieinfrastruktur schützen soll. Am Freitag, dem 9. Oktober, erklärte er, Russland werde sofort mehr als 300.000 Tonnen (rund 2,25 Millionen Barrel) Diesel an die USA und die internationalen Märkte liefern. Die Sanktionen sollten Moskau Einnahmen entziehen, mit denen es seinen Krieg gegen die Ukraine finanziert; die Regierung hob sie nur vorübergehend auf. Trump ergänzte später, Russland werde im November weitere 500.000 Tonnen und „unmittelbar danach“ noch einmal 1 Million Tonnen liefern. Reuters zufolge ist unklar, ob diese zusätzlichen Mengen den Markt spürbar entlasten können. Trump führt einen Teil des jüngsten Preisanstiegs auf ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien zurück, während auch der sieben Monate zuvor begonnene Krieg mit Iran die Preise unter Druck hält.
Ablauf der Ereignisse
Trumps Ankündigung erfolgte am Freitag, dem 9. Oktober; am Sonntag, dem 11. Oktober, erhob eine überparteiliche Gruppe von Senatoren Einspruch. Die folgende Zeitleiste nennt die wichtigsten Daten des Streits.
- Trump kündigt die Aufhebung der Sanktionen gegen russische Diesel-Exporte an und erklärt, Russland werde mehr als 300.000 Tonnen liefern
- Überparteiliche Senatoren fordern Trump auf, das Abkommen rückgängig zu machen; Trump kündigt an, Russland und die Ukraine hätten vereinbart, Angriffe auf die Energieinfrastruktur der jeweils anderen Seite einzustellen
- Trump verteidigt das Abkommen; US-Diesel-Futures fallen um 0,5 Prozent
Am Sonntag kündigte Trump zudem an, Russland und die Ukraine hätten vereinbart, Angriffe auf die Energieinfrastruktur der jeweils anderen Seite einzustellen. Am Montag, dem 12. Oktober, verteidigte er das Abkommen in einem Beitrag in den sozialen Medien mit den Worten, er habe die richtige Entscheidung für das amerikanische Volk getroffen; die US-Diesel-Futures fielen an diesem Tag um 0,5 Prozent.
Umfang der Lieferung
Die US-Energiebehörde Energy Information Administration beziffert den täglichen Dieselverbrauch des US-Transportsektors auf etwa 2,94 Millionen Barrel. Die anfänglichen 300.000 Tonnen decken damit weniger als einen Tag dieses Bedarfs. Die für November zugesagten 500.000 Tonnen und die 1 Million Tonnen „unmittelbar danach“ ergeben den Berichten zufolge zusammen weniger als vier Tage des US-Dieselbedarfs im Transportsektor. Die angekündigten Mengen werden unten gegenübergestellt.
- Erste Lieferung, angekündigt am 9. Oktober (über 300.000)
- 300000 Tonnen
- November
- 500000 Tonnen
- Unmittelbar nach November
- 1000000 Tonnen
Bevor 2024 ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien begannen, exportierte Russland etwa 100.000 Tonnen Diesel pro Tag. Branchenkreisen zufolge könnte Russland die anfänglichen 300.000 Tonnen decken, wenn die Ukraine aufhörte, seine Raffinerien anzugreifen.
Hindernisse und Marktwirkung
Es bleibt unklar, welche Tanker den Treibstoff transportieren sollen, da viele Schiffe der Flotte weiterhin unter Sanktionen stehen. Auch die Raffineriekapazität Russlands ist nach wiederholten ukrainischen Drohnenangriffen fraglich. Moskau hatte den Diesel-Export ab Juli verboten, um die Inlandsnachfrage zu decken, und dieses Verbot für Länder ohne bilaterale Abkommen bis zum 31. Oktober verlängert, während es weiterhin kontinuierlich in „befreundete“ Staaten vor allem in Zentralasien lieferte. Nur ein kleiner Teil der Einnahmen aus dem Dieselverkauf dürfte direkt den Staatshaushalt erreichen. Auch der Krieg mit Iran schränkt die Treibstoffversorgung aus den Golfstaaten ein und hält den Markt unter Druck.
Kongress, Kiew und Brüssel
Eine Gruppe republikanischer und demokratischer Senatoren forderte Trump am Sonntag auf, den Kurs zu ändern und das Abkommen zurückzuziehen; es verstoße womöglich gegen ein Gesetz von 2022, das die Ukraine bei der Abwehr der russischen Invasion unterstützt. Der republikanische Senator Jerry Moran schrieb in den sozialen Medien, Sanktionen müssten eher verschärft als untergraben werden, und warnte vor verlorenem Verhandlungshebel und beschädigter Glaubwürdigkeit gegenüber Verbündeten. Trump und Wolodymyr Selenskyj lieferten sich am Wochenende Wortgefechte über ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien. Trump sagte, die Ukraine brauche einen neuen Präsidenten, während Selenskyj zusagte, Wahlen anzusetzen, falls Russland einem 60-tägigen Waffenstillstand zustimme. Die Sprecherin der Europäischen Kommission, Paola Pino, sagte, die Position der EU sei unverändert, und der Block beende schrittweise seine Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen. António Costa schrieb auf X, die EU werde den Druck durch neue Sanktionen erhöhen; die Mitgliedstaaten billigten fast 1.600 neue Listungen gegen den russischen militärisch-industriellen Komplex – die größte einzelne Erweiterung der Sanktionsliste seit Beginn der umfassenden Invasion.
