Diplomatie · Washington und Jerusalem
Trump kündigt Ende der US-Militärhilfe für Israel an, während die Demokraten den Kongress gewinnen
Trump erklärte am Wahltag, die US-Militärhilfe für Israel werde zum Jahresende auslaufen, während die Demokraten beide Kammern des Kongresses gewannen. Vizepräsident J.D. Vance machte den Krieg mit dem Iran für die Niederlage der Republikaner verantwortlich.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von The Economist, Neue Zürcher Zeitung, N-tv und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Nach der Zählung der New York Times vom Freitag, 6. November, entfallen mindestens 253 der 435 Sitze im Repräsentantenhaus und mindestens 54 der 100 Sitze im Senat auf die Demokraten, die im landesweiten Votum für das Repräsentantenhaus etwa 13 Punkte vor den Republikanern liegen.
Am Wahltag sagte Trump, die Militärhilfe von rund 3,8 Mrd. Dollar jährlich an Israel werde zum Jahresende eingestellt, obwohl das zehnjährige Paket bis 2028 läuft.
Am Mittwoch, 4. November, schrieb Vance, der Grund für die Niederlage der Republikaner sei der Krieg gewesen, und nannte das Ende des Krieges und ein verändertes Verhältnis zu Israel unter den vier wichtigsten Anliegen der Wähler.
Netanyahus Block gewann 53 der 120 Knesset-Sitze, nach 64 im Jahr 2022, während die arabischen Parteien mit 19 Sitzen ein Rekordergebnis erzielten; Netanyahu behauptet, die Wahl sei gestohlen worden.

- 3.11.Wahltag: Trump sagt einem Interviewpartner, die Militärhilfe für Israel werde zum Jahresende enden
- 4.11.Vance macht den Krieg mit dem Iran für die Niederlage der Republikaner verantwortlich
- 6.11.Zählung vom Freitag ergibt für die Demokraten mindestens 253 Sitze im Repräsentantenhaus und 54 im Senat
Eine Niederlage, die das Bündnis neu ordnet
Die Demokraten errangen bei den Zwischenwahlen am 3. November die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses. Nach der Zählung der New York Times vom Freitag, 6. November, entfielen mindestens 253 der 435 Sitze im Repräsentantenhaus und mindestens 54 der 100 Sitze im Senat auf die Partei; im landesweiten Votum für das Repräsentantenhaus liege sie etwa 13 Punkte vor den Republikanern. N-tv bezeichnete das Ergebnis als die schwerste Niederlage der Republikaner seit den Wahlen nach der Watergate-Affäre vor rund einem halben Jahrhundert. Das Ergebnis fiel in einen unpopulären Krieg mit dem Iran, die Blockade der Straße von Hormus und Turbulenzen an den Ölmärkten, die die Wähler für die steigenden Lebenshaltungskosten verantwortlich machten.
Trumps Ankündigung am Wahltag
Trump sagte einem Interviewpartner am Wahltag, die Vereinigten Staaten würden ihre Militärhilfe für Israel zum Jahresende einstellen. Die Hilfe beläuft sich auf rund 3,8 Mrd. Dollar jährlich, überwiegend als Zuschüsse für den Kauf in den USA hergestellter Waffen, im Rahmen eines zehnjährigen Pakets, das während der Präsidentschaft Barack Obamas unterzeichnet wurde und 2028 ausläuft. Trump sagte, Israel brauche das Geld nicht mehr, und beschrieb das Land als „florierend“. Er nannte auch einen politischen Grund.
„Das ist ein schlechtes Argument.“
Trump behauptete zudem, er habe sich mit Benjamin Netanyahu vor langer Zeit darauf verständigt, die Zahlungen zu beenden, wobei die NZZ anmerkte, es sei unklar, wie eine vorzeitige Beendigung in der Praxis funktionieren solle. Er sagte, die USA könnten Israel weiterhin Waffen verkaufen und dem Land bei Bedarf helfen. Israelische Beamte wurden davon überrascht, und Netanyahus Büro brauchte drei Tage für eine Reaktion.
Vance und der Krieg
Vance machte den Krieg mit dem Iran für die Niederlage verantwortlich – in einem Beitrag vom Mittwoch, 4. November, dem Tag nach der Wahl. Er nannte vier Anliegen der Wähler, die zu den Demokraten wechselten: ein Ende des Krieges, niedrigere Lebenshaltungskosten, „America first“ und ein verändertes Verhältnis zu Israel. Laut Jerusalem Post ergaben Nachwahlbefragungen, dass 62 Prozent der Wähler den Krieg ablehnten. Vance' Äußerungen fanden in Israel große Beachtung, wo manche Kommentatoren die Ergebnisse als Katastrophe bezeichneten.
Verschiebungen in beiden Parteien
In Michigan gewann Abdul El-Sayed einen Senatssitz, nachdem er die Militärhilfe für Israel scharf kritisiert hatte. Mehrere Kandidaten prahlten damit, Spenden einer pro-israelischen Lobbygruppe abgelehnt zu haben, die zwei Wochen vor der Wahl erklärte, sie werde keine Kandidaten mehr unterstützen. Eine Umfrage vom Februar ergab, dass 36 Prozent der Amerikaner mit Israel und 41 Prozent mit den Palästinensern sympathisierten; im Juli stimmten 103 demokratische Abgeordnete des Repräsentantenhauses für ein Ende der Militärhilfe an Israel. Kritik an Israel aus den Reihen der Republikaner kam zuvor vor allem von Populisten wie Marjorie Taylor Greene und Tucker Carlson.
- Sympathie für Israel
- 36 %
- Sympathie für die Palästinenser
- 41 %
Daten aus dem Artikeltext
Avner Golov, ein ehemaliger hochrangiger Direktor im israelischen Nationalen Sicherheitsrat, deutete den Zeitpunkt von Trumps Ankündigung als Signal:
„Die Tatsache, dass Trump dies am Tag der Zwischenwahlen sagte, war eine politische Botschaft: Israel ist derzeit bei beiden Parteien unbeliebt.“
Israels Reaktion im Inland
Bei der jüngsten Knesset-Wahl gewann Netanyahus Block 53 der 120 Sitze, nach 64 im Jahr 2022. Die Opposition unter Führung von Gadi Eisenkot kam auf 48 Sitze, die arabischen Parteien gewannen 19 – ein Rekordergebnis. Netanyahu und seine Verbündeten behaupten, die arabischen Parteien hätten die Wahl durch Bestechung, ausländisches Geld und Betrug „gestohlen“, und fordern Untersuchungen oder in extremen Fällen eine Wiederholung. Noam Sohlberg, Leiter des Zentralen Wahlausschusses, sagt, selbst bestätigte Verdachtsmomente würden die Integrität der Wahl oder ihr Ergebnis nicht ändern. Eisenkot warf ein, Israels Sicherheitsapparat habe von der Kehrtwende bei der Hilfe aus den Medien erfahren, und Netanyahu sei nicht mehr zu trauen.
- Netanyahus Block
- 53 Sitze
- Opposition unter Gadi Eisenkot
- 48 Sitze
- Arabische Parteien
- 19 Sitze
Daten aus dem Artikeltext
Wie es weitergeht
Laut NZZ wollen die Demokraten im Kongress den Krieg mit dem Iran rasch beenden, Verteidigungsminister Pete Hegseth und andere zur Rechenschaft ziehen und Trumps Geschäfte mit den Golfstaaten untersuchen. Ab Januar können die Demokraten über die Mittel für einen erneuten Krieg mitentscheiden, den Netanyahu laut Berliner Zeitung im Wahlkampf versprochen hatte, mit Trump wieder aufzunehmen. Die Führung in Teheran hat den Sieg der Demokraten bereits als „Regimewechsel“ gefeiert. N-tv berichtete unter Berufung auf die New York Times, in einem vertraulichen Gespräch etwa sechs Tage vor der Wahl hätten Trumps Strategen über Asyl in Israel gescherzt. MAGA-Inc.-Sprecher Alex Pfeiffer wies die Darstellung der Zeitung zurück.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- The EconomistRepublikaner geben Israel die Schuld an ihrer NiederlageRepublicans blame Israel for their defeat · Original auf Englisch
- Neue Zürcher ZeitungAmerika sendet Warnsignale an Israel: Der bedingungslose Rückhalt bröckelt in Washington
- Neue Zürcher ZeitungUS-Wahlbeben: Die "blaue Welle" sorgt im Nahen Osten für Verunsicherung und Bewunderung
- N-tv"Vielleicht Asyl in Israel": Trumps Leute fürchten angekündigte Ermittlungen
- Donald Trump
- US-Präsident, der am Wahltag das Ende der Militärhilfe für Israel ankündigte
- J.D. Vance
- US-Vizepräsident, der den Iran-Krieg für die Niederlage der Republikaner verantwortlich machte
- Abdul El-Sayed
- Demokrat, der in Michigan zum Senator gewählt wurde und die Militärhilfe für Israel kritisierte
- Benjamin Netanyahu
- Israelischer Ministerpräsident, dessen Block bei der Knesset-Wahl Sitze verlor
- Gadi Eisenkot
- Führer der israelischen Opposition, der Netanyahu wegen der Kehrtwende bei der Hilfe kritisierte
- Noam Sohlberg
- Leiter des israelischen Zentralen Wahlausschusses, der Vorwürfe eines Wahlbetrugs zurückwies
- Pete Hegseth
- US-Verteidigungsminister, den die Demokraten wegen des Iran-Kriegs zur Rechenschaft ziehen wollen
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