Diplomatie · Washington und Jerusalem

Trump kündigt Ende der US-Militärhilfe für Israel an, während die Demokraten den Kongress gewinnen

Trump erklärte am Wahltag, die US-Militärhilfe für Israel werde zum Jahresende auslaufen, während die Demokraten beide Kammern des Kongresses gewannen. Vizepräsident J.D. Vance machte den Krieg mit dem Iran für die Niederlage der Republikaner verantwortlich.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von The Economist, Neue Zürcher Zeitung, N-tv und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Foto: Daniel Torok, Public domain (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. 3.11.Wahltag: Trump sagt einem Interviewpartner, die Militärhilfe für Israel werde zum Jahresende enden
  2. 4.11.Vance macht den Krieg mit dem Iran für die Niederlage der Republikaner verantwortlich
  3. 6.11.Zählung vom Freitag ergibt für die Demokraten mindestens 253 Sitze im Repräsentantenhaus und 54 im Senat

Eine Niederlage, die das Bündnis neu ordnet

Die Demokraten errangen bei den Zwischenwahlen am 3. November die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses. Nach der Zählung der New York Times vom Freitag, 6. November, entfielen mindestens 253 der 435 Sitze im Repräsentantenhaus und mindestens 54 der 100 Sitze im Senat auf die Partei; im landesweiten Votum für das Repräsentantenhaus liege sie etwa 13 Punkte vor den Republikanern. N-tv bezeichnete das Ergebnis als die schwerste Niederlage der Republikaner seit den Wahlen nach der Watergate-Affäre vor rund einem halben Jahrhundert. Das Ergebnis fiel in einen unpopulären Krieg mit dem Iran, die Blockade der Straße von Hormus und Turbulenzen an den Ölmärkten, die die Wähler für die steigenden Lebenshaltungskosten verantwortlich machten.

Trumps Ankündigung am Wahltag

Trump sagte einem Interviewpartner am Wahltag, die Vereinigten Staaten würden ihre Militärhilfe für Israel zum Jahresende einstellen. Die Hilfe beläuft sich auf rund 3,8 Mrd. Dollar jährlich, überwiegend als Zuschüsse für den Kauf in den USA hergestellter Waffen, im Rahmen eines zehnjährigen Pakets, das während der Präsidentschaft Barack Obamas unterzeichnet wurde und 2028 ausläuft. Trump sagte, Israel brauche das Geld nicht mehr, und beschrieb das Land als „florierend“. Er nannte auch einen politischen Grund.

„Das ist ein schlechtes Argument.“

Donald Trump, US-Präsident

Trump behauptete zudem, er habe sich mit Benjamin Netanyahu vor langer Zeit darauf verständigt, die Zahlungen zu beenden, wobei die NZZ anmerkte, es sei unklar, wie eine vorzeitige Beendigung in der Praxis funktionieren solle. Er sagte, die USA könnten Israel weiterhin Waffen verkaufen und dem Land bei Bedarf helfen. Israelische Beamte wurden davon überrascht, und Netanyahus Büro brauchte drei Tage für eine Reaktion.

Vance und der Krieg

Vance machte den Krieg mit dem Iran für die Niederlage verantwortlich – in einem Beitrag vom Mittwoch, 4. November, dem Tag nach der Wahl. Er nannte vier Anliegen der Wähler, die zu den Demokraten wechselten: ein Ende des Krieges, niedrigere Lebenshaltungskosten, „America first“ und ein verändertes Verhältnis zu Israel. Laut Jerusalem Post ergaben Nachwahlbefragungen, dass 62 Prozent der Wähler den Krieg ablehnten. Vance' Äußerungen fanden in Israel große Beachtung, wo manche Kommentatoren die Ergebnisse als Katastrophe bezeichneten.

Verschiebungen in beiden Parteien

In Michigan gewann Abdul El-Sayed einen Senatssitz, nachdem er die Militärhilfe für Israel scharf kritisiert hatte. Mehrere Kandidaten prahlten damit, Spenden einer pro-israelischen Lobbygruppe abgelehnt zu haben, die zwei Wochen vor der Wahl erklärte, sie werde keine Kandidaten mehr unterstützen. Eine Umfrage vom Februar ergab, dass 36 Prozent der Amerikaner mit Israel und 41 Prozent mit den Palästinensern sympathisierten; im Juli stimmten 103 demokratische Abgeordnete des Repräsentantenhauses für ein Ende der Militärhilfe an Israel. Kritik an Israel aus den Reihen der Republikaner kam zuvor vor allem von Populisten wie Marjorie Taylor Greene und Tucker Carlson.

US-Sympathien in einer Umfrage vom Februar%
Sympathie für Israel
36 %
Sympathie für die Palästinenser
41 %

Daten aus dem Artikeltext

Avner Golov, ein ehemaliger hochrangiger Direktor im israelischen Nationalen Sicherheitsrat, deutete den Zeitpunkt von Trumps Ankündigung als Signal:

„Die Tatsache, dass Trump dies am Tag der Zwischenwahlen sagte, war eine politische Botschaft: Israel ist derzeit bei beiden Parteien unbeliebt.“

Avner Golov

Israels Reaktion im Inland

Bei der jüngsten Knesset-Wahl gewann Netanyahus Block 53 der 120 Sitze, nach 64 im Jahr 2022. Die Opposition unter Führung von Gadi Eisenkot kam auf 48 Sitze, die arabischen Parteien gewannen 19 – ein Rekordergebnis. Netanyahu und seine Verbündeten behaupten, die arabischen Parteien hätten die Wahl durch Bestechung, ausländisches Geld und Betrug „gestohlen“, und fordern Untersuchungen oder in extremen Fällen eine Wiederholung. Noam Sohlberg, Leiter des Zentralen Wahlausschusses, sagt, selbst bestätigte Verdachtsmomente würden die Integrität der Wahl oder ihr Ergebnis nicht ändern. Eisenkot warf ein, Israels Sicherheitsapparat habe von der Kehrtwende bei der Hilfe aus den Medien erfahren, und Netanyahu sei nicht mehr zu trauen.

Knesset-Sitze bei der jüngsten WahlSitze
Netanyahus Block
53 Sitze
Opposition unter Gadi Eisenkot
48 Sitze
Arabische Parteien
19 Sitze

Daten aus dem Artikeltext

Wie es weitergeht

Laut NZZ wollen die Demokraten im Kongress den Krieg mit dem Iran rasch beenden, Verteidigungsminister Pete Hegseth und andere zur Rechenschaft ziehen und Trumps Geschäfte mit den Golfstaaten untersuchen. Ab Januar können die Demokraten über die Mittel für einen erneuten Krieg mitentscheiden, den Netanyahu laut Berliner Zeitung im Wahlkampf versprochen hatte, mit Trump wieder aufzunehmen. Die Führung in Teheran hat den Sieg der Demokraten bereits als „Regimewechsel“ gefeiert. N-tv berichtete unter Berufung auf die New York Times, in einem vertraulichen Gespräch etwa sechs Tage vor der Wahl hätten Trumps Strategen über Asyl in Israel gescherzt. MAGA-Inc.-Sprecher Alex Pfeiffer wies die Darstellung der Zeitung zurück.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Washington, Jerusalem · Vereinigte Staaten, Israel

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen