Kurz gefasst
- 18.10.Trump unterstützt Netanyahu öffentlich auf Truth Social
- 19.10.Vance verweigert im Interview mit Mark Halperin die Unterstützung Netanyahus
- 27.10.Israelische Parlamentswahl
- 3.11.US-Zwischenwahlen
Vance enthält sich einer Unterstützung
US-Vizepräsident JD Vance sagte am Montag, 19. Oktober, er werde Benjamin Netanyahu vor der israelischen Parlamentswahl am 27. Oktober nicht unterstützen. In einem Interview mit dem Journalisten Mark Halperin, das laut Berliner Zeitung an Bord von Air Force Two stattfand, lehnte Vance beide Optionen ab. Er sei weder für noch gegen eine Unterstützung und werde sich nicht in die israelische Politik einmischen. Er äußerte sich, während er für Michael Whatley Wahlkampf machte, den republikanischen Senatskandidaten in North Carolina.
„Ich bin nicht gegen eine Unterstützung. Ich bin nicht für eine Unterstützung. Ich mische mich nicht in israelische Wahlen ein.“
Vance sagte, er stehe hinter amerikanischen Kandidaten und konzentriere sich auf die Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten, die am 3. November stattfinden. Die Berliner Zeitung beschreibt ihn als möglichen Nachfolger des Präsidenten innerhalb der MAGA-Bewegung, Al Jazeera nennt ihn einen wahrscheinlichen Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur 2028. Trumps eigene Haltung zur Wahl stand in scharfem Kontrast zu der seines Vizepräsidenten.
Trumps volle Rückendeckung
Am Sonntag, 18. Oktober, stellte sich Donald Trump in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social öffentlich hinter Netanyahu und nannte ihn "einen großen Krieger". Trump bezeichnete seine Unterstützung als vollständig und bedingungslos und verknüpfte sie mit dem Krieg gegen den Iran. Er warnte, sollten die Israelis einen anderen Ministerpräsidenten wählen, müssten die Vereinigten Staaten den Kampf gegen den Iran womöglich allein fortsetzen, wozu er nach eigenen Worten nicht bereit sei. In einem Interview mit Axios sagte Trump, er habe seine Unterstützung bewusst kurz vor der Wahl bekannt gegeben, und auf die Frage, ob er mit einem anderen israelischen Regierungschef zusammenarbeiten könne, gab er eine ausweichende Antwort. Trump sagte zudem, er erwarte einen überwältigenden Sieg Netanyahus – in einem Telefonat, das das Büro des Ministerpräsidenten in den sozialen Medien veröffentlichte. Netanyahu dankte Trump umgehend für die Unterstützung.
Am Montag traf Verteidigungsminister Pete Hegseth Netanyahu in Israel, wie ein Sprecher des Büros des Ministerpräsidenten, Doron Spielman, mitteilte. Spielman sagte der Washington Post, ein Teil des Gesprächs habe sich auf Trumps Unterstützung konzentriert, während das Pentagon eine Stellungnahme ablehnte. Netanyahus politische Gegner betonten, dass allein die israelischen Wähler über die nächste Regierung entscheiden.
Vance' Bilanz und die Spaltung der Partei
Vance hat bereits früher für ausländische Politiker Wahlkampf gemacht. Im April reiste er nach Ungarn, um Viktor Orbán zu unterstützen, der die Wahl nach 16 Jahren an der Macht gegen Peter Magyar verlor. 2025 traf er Alice Weidel, die Vorsitzende der AfD, und kritisierte den Cordon sanitaire, mit dem die etablierten Parteien die rechtsextreme Partei umgeben. Im Juni, als sich Israel gegen einen Plan für einen Waffenstillstand mit dem Iran wandte, sagte Vance an Israel gerichtet:
„Man kann sich nicht einfach freischießen aus jedem einzelnen nationalen Sicherheitsproblem, das man hat.“
Vance sieht sich von jüdischen Republikanern Skepsis über sein Bekenntnis zum Bündnis mit Israel entgegengebracht, und einige jüdische Kommentatoren haben seine Äußerungen über israelische Amtsträger und seine Verbindung zum Podcast-Moderator Tucker Carlson kritisiert. Die Republikaner haben laut einer AP-Analyse versucht, die Demokraten – darunter den Senatskandidaten in Michigan, Abdul El-Sayed – als juden- und israelfeindlich darzustellen, während die Partei selbst gespalten bleibt. Die Sorgen über Antisemitismus sind vor den Zwischenwahlen über das gesamte politische Spektrum hinweg gewachsen.
Wie es weitergeht
Israel wählt am 27. Oktober, die US-Zwischenwahlen folgen am 3. November. Al Jazeera berichtet, es sei unklar, ob Trumps Unterstützung Netanyahus Likud-Partei helfen werde, da einige Meinungsumfragen eine Zurückhaltung gegenüber dem US-Präsidenten zeigen. Die folgende Zeitleiste markiert die wichtigsten bisherigen Daten und die anstehenden Abstimmungen.