
Spanische Behörden schließen geschlechtsspezifische Gewalt bei Tötung einer Ungarin in Benahavís aus
Eine 45-jährige Ungarin wurde mit einer Halswunde tot in Benahavís (Málaga) aufgefunden. Die Behörden erklären, der Verdächtige sei ein Bekannter, kein Partner, und fahnden nach ihm.
Entdeckung und Notfalleinsatz
Am Dienstag, den 21. Juli, gegen 9:50 Uhr, ging beim andalusischen Notfallkoordinationszentrum 112 ein Anruf eines Zeugen ein, der berichtete, einen sehr lauten Schrei gehört, eine große Menge Blut gesehen und einen Mann beobachtet zu haben, der den Ort schnell mit einem Auto verließ. Der Alarm führte zur Entsendung von Rettungsdiensten, der Guardia Civil und der örtlichen Polizei in ein Wohngebiet in Benahavís, einer Gemeinde mit rund 9.500 Einwohnern in der Provinz Málaga. In der Wohnung fanden die Beamten die Leiche einer 45-jährigen Frau mit einem tiefen Schnitt am Hals, der durch eine Klingenwaffe verursacht worden war. Das Opfer wurde später als ungarische Staatsangehörige identifiziert.
- Notruf eingegangen, der einen Schrei, Blut und einen flüchtenden Mann mit dem Auto meldet
- Leiche einer 45-jährigen Ungarin mit Halswunde in Benahavís gefunden
- Regierungsdelegation schließt geschlechtsspezifische Gewalt aus; Verdächtiger als Bekannter, nicht Partner identifiziert
- Fahndung nach Verdächtigem nach Aussage der Tochter intensiviert; noch keine Festnahmen
Ermittlungen schließen geschlechtsspezifische Gewalt aus
Bis Mittwoch, den 22. Juli, hatte die Regierungsdelegation gegen geschlechtsspezifische Gewalt den Fall formell aus der Kategorie der geschlechtsspezifischen Gewalt ausgeschlossen. Pedro Fernández, der Delegierte der Zentralregierung in Andalusien, sagte den Medien in Sevilla: „Es gibt derzeit keine Motive oder Hinweise, die auf geschlechtsspezifische Gewalt hindeuten.“ Er betonte: „Es gibt keine bestätigte Partner-, Ex-Partner- oder Liebesbeziehung zwischen dem Verdächtigen – der bisher nicht verhaftet wurde, da er nur ein Verdächtiger ist – und der Frau, die leider infolge dieser Verletzungen gestorben ist.“ Das Opfer war zu einem bestimmten Zeitpunkt im VioGén-System erfasst worden, der Polizeidatenbank zur Überwachung von Opfern häuslicher Gewalt und ihrer Täter, war aber zum Zeitpunkt der Ereignisse nicht mehr in diesem System aktiv.
Verdächtiger dem Opfer bekannt, Fahndung läuft
Die Ermittler verfolgen eine bestimmte Person, die das Opfer kannte, aber nicht ihr Partner oder Ex-Partner war. Fernández erklärte: „Die Ermittlungen laufen, es gibt Verdachtsmomente, wir sind genau auf der Suche nach dem Verdächtigen, und es gab keine frühere oder gegenwärtige Beziehung.“ Er fügte hinzu: „Klar ist, dass es Verdachtsmomente gegen bestimmte Personen gibt und dass die Suche nach dieser bestimmten Person offensichtlich im Gange ist.“ Die Tochter des Opfers hat bei der Guardia Civil eine Aussage gemacht, die zur Fokussierung der Fahndung beigetragen hat. Bis Mittwochabend gab es keine Festnahmen.
Rechtliche Unterscheidung: Femizid vs. geschlechtsspezifische Gewalt
Die Tötung in Benahavís wird als Femizid (feminicidio) untersucht, ein Begriff, der im spanischen institutionellen Sprachgebrauch die Tötung einer Frau aus anderen Gründen als Gewalt durch den Intimpartner umfasst. Geschlechtsspezifische Gewalt, definiert durch das Integrale Gesetz gegen geschlechtsspezifische Gewalt von 2004, beschränkt sich auf Handlungen, die von einem aktuellen oder früheren Ehepartner oder Partner begangen werden. Seit 2022 veröffentlicht die Regierung separate Statistiken für Femizide außerhalb des Kontexts von Intimpartnern. Die Unterscheidung wurde in derselben Woche durch einen Fall in Almoradí (Almería) veranschaulicht, wo ein Mann zunächst unter dem Verdacht festgenommen wurde, seine Partnerin getötet zu haben, aber freigelassen wurde, nachdem eine Autopsie ergab, dass sie eines natürlichen Todes gestorben war und die Treppe hinuntergefallen war, wobei sie Verletzungen erlitt, die nicht die Todesursache waren. Dieser Fall wurde vollständig aus den Statistiken zur geschlechtsspezifischen Gewalt entfernt, während der Fall Benahavís als Femizid außerhalb der Partnerkategorie erfasst wird.
Nächste Schritte
Die Guardia Civil führt die Ermittlungen weiter, um die Fakten vollständig zu klären. Die unmittelbare Priorität liegt darin, den Verdächtigen zu finden und festzunehmen, dessen Identität den Behörden bekannt ist. Weitere Einzelheiten zum Motiv wurden nicht bekannt gegeben.

