Kurz gefasst
Die Polizei nahm den 48-jährigen Daniel V. am 8. September 2026 in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler fest und fand scharfe Sprengstoffe in seinem Besitz sowie weitere Ladungen in einem nahegelegenen Zelt.
Selbstgebaute Raketenwerfer wurden gegen Stromleitungen in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen eingesetzt, wodurch Kraftwerksblöcke in einem Kraftwerk in Bergheim für mehrere Tage abgeschaltet wurden.
Mit dem Verdächtigen in Verbindung gebrachte Briefe führten den Widerstand gegen den Braunkohleabbau an, während die Ermittler keine Hinweise auf Mittäter, linksextremistische Netzwerke oder Verbindungen zu ausländischen Geheimdiensten fanden.
Brandenburgs Innenminister Jan Redmann kündigte einen Gesetzesentwurf an, der privaten Betreibern kritischer Infrastruktur die Befugnis erteilen soll, aktive Drohnenabwehrsysteme einzusetzen.
- 1.09.Erste Sabotageangriffe ereignen sich in der Nähe des Kraftwerks Jänschwalde in Brandenburg und in Bergheim in Nordrhein-Westfalen.
- 7.09.Die Polizei entdeckt Abschussvorrichtungen und ein Bekennerschreiben in Weisweiler, während in Graustein neun Sprengsätze gefunden werden.
- 7.09.Beamte hören Detonationen und beobachten Lichtblitze während einer aktiven Suche in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler.
- 8.09.Die deutsche Polizei nimmt den 48-jährigen Daniel V. in der Nähe von Weisweiler fest und sichert Sprengstoffe aus seinem Besitz und einem nahegelegenen Zelt.
Fahndung und Festnahme bei Weisweiler
Die deutsche Polizei nahm am Dienstag den 48-jährigen Daniel V. in der Nähe des Kohlekraftwerks Weisweiler fest, das etwa 50 Kilometer westlich von Köln im Rheinischen Revier liegt. Der Verdächtige, ein Einwohner von Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet, wurde während einer Polizeikontrolle an einer Autobahnraststätte entdeckt, nachdem tagelang nach ihm gefahndet worden war. Obwohl er versuchte, zu Fuß zu fliehen, nahmen ihn die Beamten ohne körperlichen Widerstand fest. Der Festnahme gingen umfangreiche Suchaktionen in Westdeutschland voraus, darunter der Einsatz von Hubschraubern, Suchhunden und speziellen Drohnen mit Wärmebildkameras im Hambacher Forst und den umliegenden Wäldern. Bei seiner Festnahme stellte die Polizei fest, dass Daniel V. scharfe Sprengladungen bei sich trug, während Suchteams in der Nähe ein verstecktes Zelt mit weiterem Sprengmaterial fanden, das zur forensischen Untersuchung an Sprengstoffexperten des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen übergeben wurde.
Sabotagetaktiken und Auswirkungen auf das Stromnetz mehrerer Bundesländer
Die Operation schloss eine bundesweite Untersuchung koordinierter Sabotageakte gegen die Stromübertragungsinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen ab. Die Ermittler stellten fest, dass der Täter spezielle Abschussvorrichtungen baute, um selbstgebaute Raketen mit dünnen Drähten und leitenden Metallspulen über Hochspannungsleitungen zu schleudern. Der Kontakt sollte direkte Kurzschlüsse, Drahtschäden und lokale Explosionen auslösen. Während mehrere Versuche die Ziellinien nicht außer Betrieb setzen konnten, verursachten mindestens zwei Angriffe Betriebsstörungen. In Bergheim westlich von Köln erzwang ein Angriff, dass Netzbetreiber vorübergehend mehrere Kraftwerksblöcke für mehrere Tage abschalten mussten. In Brandenburg zielte der Täter mit mehr als 20 selbstgebauten Geschossen auf das Umspannwerk Turnow-Preilack nahe dem Kraftwerk Jänschwalde und verursachte zwei Kurzschlüsse, während die sächsischen Behörden am Montag neun Sprengsätze in der Nähe von Freileitungen in Graustein fanden, womit sich die lokale Gesamtzahl auf 21 erhöhte.
Klimabeweggründe und Einzeltäter-Erkenntnisse
Die Ermittler brachten den Verdächtigen mit mehreren Bekennerschreiben in Verbindung, die an Behörden und Medienorganisationen geschickt wurden, darunter Notizen, die neben Raketenabschussplattformen in Weisweiler und Brandenburg gefunden wurden. In den gefundenen Texten stellte der Autor die Sabotagekampagne als direkte Aktion gegen fossile Brennstoffe und den Braunkohleabbau dar und schrieb, dass die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ein Verbrechen sei. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bezeichnete die Aktionen als Klimaterrorismus, der von einer einzelnen Person ausgeführt wurde. Polizei- und Geheimdiensterkenntnisse bestätigten, dass es keine Hinweise auf organisatorische Mittäter, Verbindungen zu linksextremistischen Gruppen oder staatliche Unterstützung aus dem Ausland gab. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann erklärte, dass das gesamte Stromnetz des Landes die Störung ohne großflächige Stromausfälle überstanden habe.
„Es braucht mehr als einen chaotischen Einzelnen, um Deutschland ins Chaos zu stürzen.“
Sicherheitspolitische Reaktion und rechtliche Schritte
Die Staatsanwaltschaft Cottbus übernahm die formelle Führung des Strafverfahrens, da der erste Angriff der Serie in der Nähe der Anlage Jänschwalde in Brandenburg gemeldet worden war. Als Reaktion auf die Angriffe kündigten die Brandenburger Behörden ein umfassendes gesetzliches Sicherheitspaket zum Schutz von Energieanlagen an. Die vorgeschlagenen Gesetze sehen vor, privaten Betreibern kritischer Infrastruktur die rechtliche Befugnis zu erteilen, aktive Drohnenabwehrsysteme um wichtige Anlagen herum zu betreiben. Minister Redmann lobte die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der regionalen Polizeibehörden und betonte, dass Verwaltungsgrenzen die Strafverfolgung nicht behindert hätten.
„Mit einem Ermächtigungsgesetz sollen private Betreiber relevanter Infrastruktur künftig Befugnisse zur aktiven Drohnenabwehr erhalten.“