BerichtUrteil im Kriegsverbrecherprozess Thaci

Konflikte · Den Haag, Pristina und Belgrad

Gericht in Den Haag verurteilt Ex-Kosovo-Präsidenten Hashim Thaçi zu 25 Jahren Haft wegen Kriegsverbrechen

Die Kosovo-Spezialkammern verurteilten den ehemaligen Präsidenten Hashim Thaçi und drei Mitangeklagte zu insgesamt 81 Jahren Haft wegen Kriegsverbrechen, sprachen sie jedoch von Verbrechen gegen die Menschlichkeit frei.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Deutsche Welle, Frankfurter Allgemeine, Süddeutsche Zeitung und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: Presidency of Kosovo, Public domain (Wikimedia Commons, Ausschnitt). Archivbild, 2016
Wie es dazu kam
  1. 1998–1999Die Befreiungsarmee des Kosovo kämpft während des Kosovokrieges gegen jugoslawische und serbische Streitkräfte
  2. 2015Das kosovarische Parlament richtet unter internationalem Druck die Spezialkammern ein
  3. 2020Hashim Thaçi tritt nach Anklageerhebung als Präsident des Kosovo zurück
  4. 16.09.Richter in Den Haag fällen erstinstanzliche Kriegsverbrechensverurteilungen gegen vier UÇK-Führer

Urteil und Strafen in Den Haag

Am 16. September 2026 befanden die Kosovo-Spezialkammern in Den Haag vier ehemalige Führer der Befreiungsarmee des Kosovo (UÇK) der Kriegsverbrechen für schuldig. Der ehemalige kosovarische Präsident Hashim Thaçi und der ehemalige Parlamentspräsident Jakup Krasniqi wurden jeweils zu 25 Jahren Haft verurteilt. Die Mitangeklagten Kadri Veseli und Rexhep Selimi erhielten Strafen von 18 bzw. 13 Jahren, was eine Gesamtsumme von 81 Jahren für die vier Männer ergibt. Die Staatsanwaltschaft hatte für den 58-jährigen Thaçi, der 2020 von der Präsidentschaft zurückgetreten war, um sich dem Verfahren zu stellen, eine 45-jährige Haftstrafe gefordert. Der vorsitzende Richter Charles L. Smith III verkündete das erstinstanzliche Urteil nach einem dreijährigen Prozess.

„Dieser Fall befasst sich nicht mit der Abwägung der Verantwortlichkeiten einer Seite gegenüber der anderen.“

Charles L. Smith III
Von den Kosovo-Spezialkammern verhängte HaftstrafenJahre
Hashim Thaçi
25 Jahre
Jakup Krasniqi
25 Jahre
Kadri Veseli
18 Jahre
Rexhep Selimi
13 Jahre

Daten aus dem Artikeltext

Anklagepunkte, Feststellungen und Freisprüche

Die Strafkammer verurteilte die vier Angeklagten wegen Kriegsverbrechen, die die willkürliche Inhaftierung von 385 Personen, die grausame Behandlung von 49 Personen, die Folter von 303 Personen und den Mord an 96 Personen umfassten. Während des Verfahrens prüfte die Kammer Beweise von 273 Zeugen, die vor Gericht aussagten oder schriftliche Aussagen einreichten; 156 geschädigte Personen beteiligten sich am Verfahren. Das Gericht sprach alle vier Angeklagten von Verbrechen gegen die Menschlichkeit frei, darunter Verfolgung, Freiheitsentzug und erzwungenes Verschwindenlassen. Die Richter stellten fest, dass die Staatsanwaltschaft nicht zweifelsfrei nachweisen konnte, dass die Taten einen weit verbreiteten oder systematischen Angriff auf die Zivilbevölkerung darstellten. Die Verteidiger hatten auf vollständigen Freispruch plädiert und argumentiert, ihre Mandanten trügen keine persönliche Verantwortung für Straftaten, die in Kriegsgefangenenlagern begangen wurden.

Opfer nach Kategorie der KriegsverbrechensverurteilungPersonen
Willkürliche Inhaftierung
385 Personen
Folter
303 Personen
Mord
96 Personen
Grausame Behandlung
49 Personen

Daten aus dem Artikeltext

Heftige Gegenreaktionen und Proteste im Kosovo

Das Urteil löste im gesamten Kosovo sofortige öffentliche Wut aus, da viele die UÇK als eine Verteidigungskraft betrachten, die die Bevölkerung während des Konflikts 1998–1999 vor der serbischen Unterdrückung schützte. In Pristina reagierten Menschenmengen, die den Prozess auf öffentlichen Bildschirmen verfolgten, mit Bestürzung und Zorn, und einige Demonstranten warfen Steine auf das Hauptquartier der EU-Rechtsstaatsmission. Der kosovarische Premierminister Albin Kurti bezeichnete die Entscheidung als einen Justizskandal und bestätigte, dass die Regierung weiterhin Staatsmittel bereitstellen werde, um die Angeklagten während ihrer Berufungen zu unterstützen. Mehrere politische Persönlichkeiten forderten die Auflösung des Sondertribunals, das nach kosovarischem Recht arbeitet, aber mit internationalen Richtern in den Niederlanden ansässig ist.

„Für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung bleibt die UÇK die Kraft, die für die Freiheit des Landes kämpfte und zum Schutz von Menschen beitrug, denen seit mehr als einem Jahrhundert grundlegende Rechte verweigert wurden.“

Valon Arifi

Kritik aus der serbischen Führung

Die Reaktion in Belgrad unterschied sich stark von den Protesten in Pristina: Der serbische Präsident Aleksandar Vučić kritisierte das Gericht dafür, die Angeklagten von Verbrechen gegen die Menschlichkeit freigesprochen zu haben. In einer Pressekonferenz am Mittwochabend erklärte Vučić, das Tribunal habe es vermieden, die Legitimität der UÇK in Frage zu stellen, und den politischen Kontext des bewaffneten Aufstands gegen die Bundesrepublik Jugoslawien ignoriert. Er kritisierte das Gericht auch dafür, Übergriffe gegen Serben nach dem 20. Juni 1999 auszuklammern, dem Datum, an dem die NATO-geführten KFOR-Friedenstruppen nach der formellen Einstellung der Feindseligkeiten in den Kosovo einmarschierten. Vučić erklärte, westliche Institutionen würden mit zweierlei Maß messen, indem sie die heftige Ablehnung der Gerichtsergebnisse im Kosovo tolerierten.

„Als Gericht des sogenannten Kosovo wollten sie die Glaubwürdigkeit der UÇK nicht untergraben und befassten sich nicht mit der Sache selbst, nämlich der Bildung von Kräften, die auf die Abspaltung des Kosovo von Serbien und der Bundesrepublik Jugoslawien abzielten.“

Aleksandar Vučić, Präsident Serbiens

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Den Haag, Pristina, Belgrad · Niederlande, Kosovo, Serbien

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