Konflikte · Den Haag, Pristina und Belgrad
Gericht in Den Haag verurteilt Ex-Kosovo-Präsidenten Hashim Thaçi zu 25 Jahren Haft wegen Kriegsverbrechen
Die Kosovo-Spezialkammern verurteilten den ehemaligen Präsidenten Hashim Thaçi und drei Mitangeklagte zu insgesamt 81 Jahren Haft wegen Kriegsverbrechen, sprachen sie jedoch von Verbrechen gegen die Menschlichkeit frei.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Deutsche Welle, Frankfurter Allgemeine, Süddeutsche Zeitung und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Hashim Thaçi und Jakup Krasniqi erhielten 25-jährige Haftstrafen, Kadri Veseli 18 Jahre und Rexhep Selimi 13 Jahre, insgesamt 81 Jahre Haft.
Die vier Angeklagten wurden wegen Kriegsverbrechen verurteilt, die 385 willkürliche Inhaftierungen, 303 Fälle von Folter, 96 Morde und 49 Fälle grausamer Behandlung umfassen.
Die Strafkammer sprach alle vier Angeklagten von Verbrechen gegen die Menschlichkeit frei, da die Staatsanwaltschaft keinen weit verbreiteten oder systematischen Angriff auf Zivilisten nachweisen konnte.
Der kosovarische Premierminister Albin Kurti nannte das Urteil eine inakzeptable Ungerechtigkeit, während der serbische Präsident Aleksandar Vučić das Gericht für die Freisprüche bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit kritisierte.

- 1998–1999Die Befreiungsarmee des Kosovo kämpft während des Kosovokrieges gegen jugoslawische und serbische Streitkräfte
- 2015Das kosovarische Parlament richtet unter internationalem Druck die Spezialkammern ein
- 2020Hashim Thaçi tritt nach Anklageerhebung als Präsident des Kosovo zurück
- 16.09.Richter in Den Haag fällen erstinstanzliche Kriegsverbrechensverurteilungen gegen vier UÇK-Führer
Urteil und Strafen in Den Haag
Am 16. September 2026 befanden die Kosovo-Spezialkammern in Den Haag vier ehemalige Führer der Befreiungsarmee des Kosovo (UÇK) der Kriegsverbrechen für schuldig. Der ehemalige kosovarische Präsident Hashim Thaçi und der ehemalige Parlamentspräsident Jakup Krasniqi wurden jeweils zu 25 Jahren Haft verurteilt. Die Mitangeklagten Kadri Veseli und Rexhep Selimi erhielten Strafen von 18 bzw. 13 Jahren, was eine Gesamtsumme von 81 Jahren für die vier Männer ergibt. Die Staatsanwaltschaft hatte für den 58-jährigen Thaçi, der 2020 von der Präsidentschaft zurückgetreten war, um sich dem Verfahren zu stellen, eine 45-jährige Haftstrafe gefordert. Der vorsitzende Richter Charles L. Smith III verkündete das erstinstanzliche Urteil nach einem dreijährigen Prozess.
„Dieser Fall befasst sich nicht mit der Abwägung der Verantwortlichkeiten einer Seite gegenüber der anderen.“
- Hashim Thaçi
- 25 Jahre
- Jakup Krasniqi
- 25 Jahre
- Kadri Veseli
- 18 Jahre
- Rexhep Selimi
- 13 Jahre
Daten aus dem Artikeltext
Anklagepunkte, Feststellungen und Freisprüche
Die Strafkammer verurteilte die vier Angeklagten wegen Kriegsverbrechen, die die willkürliche Inhaftierung von 385 Personen, die grausame Behandlung von 49 Personen, die Folter von 303 Personen und den Mord an 96 Personen umfassten. Während des Verfahrens prüfte die Kammer Beweise von 273 Zeugen, die vor Gericht aussagten oder schriftliche Aussagen einreichten; 156 geschädigte Personen beteiligten sich am Verfahren. Das Gericht sprach alle vier Angeklagten von Verbrechen gegen die Menschlichkeit frei, darunter Verfolgung, Freiheitsentzug und erzwungenes Verschwindenlassen. Die Richter stellten fest, dass die Staatsanwaltschaft nicht zweifelsfrei nachweisen konnte, dass die Taten einen weit verbreiteten oder systematischen Angriff auf die Zivilbevölkerung darstellten. Die Verteidiger hatten auf vollständigen Freispruch plädiert und argumentiert, ihre Mandanten trügen keine persönliche Verantwortung für Straftaten, die in Kriegsgefangenenlagern begangen wurden.
- Willkürliche Inhaftierung
- 385 Personen
- Folter
- 303 Personen
- Mord
- 96 Personen
- Grausame Behandlung
- 49 Personen
Daten aus dem Artikeltext
Heftige Gegenreaktionen und Proteste im Kosovo
Das Urteil löste im gesamten Kosovo sofortige öffentliche Wut aus, da viele die UÇK als eine Verteidigungskraft betrachten, die die Bevölkerung während des Konflikts 1998–1999 vor der serbischen Unterdrückung schützte. In Pristina reagierten Menschenmengen, die den Prozess auf öffentlichen Bildschirmen verfolgten, mit Bestürzung und Zorn, und einige Demonstranten warfen Steine auf das Hauptquartier der EU-Rechtsstaatsmission. Der kosovarische Premierminister Albin Kurti bezeichnete die Entscheidung als einen Justizskandal und bestätigte, dass die Regierung weiterhin Staatsmittel bereitstellen werde, um die Angeklagten während ihrer Berufungen zu unterstützen. Mehrere politische Persönlichkeiten forderten die Auflösung des Sondertribunals, das nach kosovarischem Recht arbeitet, aber mit internationalen Richtern in den Niederlanden ansässig ist.
„Für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung bleibt die UÇK die Kraft, die für die Freiheit des Landes kämpfte und zum Schutz von Menschen beitrug, denen seit mehr als einem Jahrhundert grundlegende Rechte verweigert wurden.“
Kritik aus der serbischen Führung
Die Reaktion in Belgrad unterschied sich stark von den Protesten in Pristina: Der serbische Präsident Aleksandar Vučić kritisierte das Gericht dafür, die Angeklagten von Verbrechen gegen die Menschlichkeit freigesprochen zu haben. In einer Pressekonferenz am Mittwochabend erklärte Vučić, das Tribunal habe es vermieden, die Legitimität der UÇK in Frage zu stellen, und den politischen Kontext des bewaffneten Aufstands gegen die Bundesrepublik Jugoslawien ignoriert. Er kritisierte das Gericht auch dafür, Übergriffe gegen Serben nach dem 20. Juni 1999 auszuklammern, dem Datum, an dem die NATO-geführten KFOR-Friedenstruppen nach der formellen Einstellung der Feindseligkeiten in den Kosovo einmarschierten. Vučić erklärte, westliche Institutionen würden mit zweierlei Maß messen, indem sie die heftige Ablehnung der Gerichtsergebnisse im Kosovo tolerierten.
„Als Gericht des sogenannten Kosovo wollten sie die Glaubwürdigkeit der UÇK nicht untergraben und befassten sich nicht mit der Sache selbst, nämlich der Bildung von Kräften, die auf die Abspaltung des Kosovo von Serbien und der Bundesrepublik Jugoslawien abzielten.“
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Deutsche WelleSerbia: President Vucic criticizes Kosovo war crimes verdict
- Frankfurter AllgemeineWütende Reaktionen auf das Urteil gegen Hashim Thaci im Kosovo
- Süddeutsche ZeitungKosovo: Das Urteil gegen Thaçi ist das Ergebnis einer peniblen Aufarbeitung der Gräuel
- Deutsche WelleKosova'nın eski lideri Taçi'ye 25 yıl hapis cezası
- Hashim Thaçi
- Ehemaliger Präsident des Kosovo und ehemaliger UÇK-Kommandeur, zu 25 Jahren Haft verurteilt
- Jakup Krasniqi
- Ehemaliger UÇK-Führer und ehemaliger Parlamentspräsident des Kosovo, zu 25 Jahren Haft verurteilt
- Kadri Veseli
- Ehemaliger UÇK-Führer und kosovarischer Politiker, zu 18 Jahren Haft verurteilt
- Rexhep Selimi
- Ehemaliger UÇK-General und Politiker, zu 13 Jahren Haft verurteilt
- Albin Kurti
- Premierminister des Kosovo, der das Urteil als Ungerechtigkeit kritisierte
- Aleksandar Vučić
- Präsident Serbiens, der das Gericht dafür kritisierte, die Angeklagten von Verbrechen gegen die Menschlichkeit freizusprechen
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