
Markus Söder unterstützt Friedrich Merz, während Umfrage 78 % der Deutschen zeigt, die den Kanzler ablehnen
CSU-Chef Markus Söder schloss parteiinterne Schritte zur Ablösung von Bundeskanzler Friedrich Merz aus, nachdem eine INSA-Umfrage ergeben hatte, dass 78 % der deutschen Wähler und 58 % der Unionsanhänger Merz für ungeeignet halten.
Rückendeckung aus der CSU-Führung
CSU-Chef Markus Söder hat öffentlich ausgeschlossen, dass seine Partei einen Schritt zur Ablösung von Bundeskanzler Friedrich Merz unternimmt. Gegenüber der Bild am Sonntag erklärte Söder, dass ein Regierungschefwechsel die zugrunde liegenden Strukturprobleme der Koalition nicht lösen würde. Er merkte an, dass jeder Nachfolger mit denselben Herausforderungen durch den Koalitionspartner SPD konfrontiert wäre, die sich seiner Ansicht nach notwendigen politischen Änderungen widersetzt. Söder betonte, dass CDU und CSU Geschlossenheit wahren müssten, anstatt zuzulassen, dass die Alternative für Deutschland (AfD) sie spalte.
Ich bin nicht verantwortlich für die CDU, ich bin dort nicht der Vorsitzende. Aber für die CSU kann ich das sagen.
Söder forderte die Regierungsparteien in Berlin zudem auf, ihre Wirtschafts- und Politikreformen zu beschleunigen, anstatt sie nach den jüngsten Wahlschlappen zu verlangsamen.
Berlin muss das Tempo deutlich erhöhen. Die Ergebnisse sind bisher zu dünn, sie reichen nicht.
Historische Umfragetiefs und Zustimmungsverlust
Die öffentliche Verteidigung folgt auf eine von Bild in Auftrag gegebene INSA-Umfrage, die zeigt, dass 78 % der Befragten in Deutschland Merz nicht für die richtige Person für das Kanzleramt halten. Nur 14 % antworteten zustimmend, während 8 % keine Meinung äußerten. Die Unzufriedenheit ist auch innerhalb der konservativen Basis weit verbreitet, wo 58 % der CDU- und CSU-Wähler Merz ablehnten, verglichen mit 36 %, die ihn unterstützten. Merz' Zustimmungswerte sind seit Mitte 2025 stetig gesunken, als über 30 % der befragten Wähler mit seiner Leistung zufrieden waren.
- Nicht der richtige Kanzler
- 78 %
- Richtiger Kanzler
- 14 %
- Keine Meinung
- 8 %
Die bundesweiten Parteipräferenzen spiegeln diesen Wandel wider. Im aktuellen INSA-Sonntagstrend baute die AfD ihren Vorsprung auf 29 % aus und gewann einen Prozentpunkt hinzu, während die CDU/CSU bei 20 % blieb. Die Grünen stiegen auf 14 % und zogen an der SPD mit 13 % vorbei. Die Linke hielt bei 10 %, die FDP blieb bei 4 %, und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) fiel auf 3 %.
- AfD
- 29 %
- CDU/CSU
- 20 %
- Grüne
- 14 %
- SPD
- 13 %
- Die Linke
- 10 %
- FDP
- 4 %
- BSW
- 3 %
- Sonstige
- 7 %
Interne Parteireibungen nach Landtagswahlniederlage
Die Unzufriedenheit innerhalb der CDU weitete sich nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt aus, bei der die CDU fast 20 Prozentpunkte auf 17,2 % verlor, während die AfD mit 43,8 % auf Platz eins landete und die SPD 9,3 % erzielte. Dennis Radtke, Vorsitzender des Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerflügels CDA, schrieb in einem Brief am 11. September, dass Merz' Strategie, mit einem „CDU pur“-Programm anzutreten, gescheitert sei, und forderte eine inhaltliche und kommunikative Wende. In Sachsen verlangte der Bundestagsabgeordnete Florian Oest eine sofortige Zusammenkunft der Kreisvorsitzenden, um zu analysieren, ob die CDU ihren Status als breite Volkspartei behalten kann. Marc Reinhardt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern, warnte vor wachsender Sorge unter lokalen Wahlkämpfern, dass die Partei in künftigen Rennen die 5-%-Hürde verfehlen könnte.
- AfD
- 43.8 %
- CDU
- 17.2 %
- SPD
- 9.3 %
Druck auf Koalitionspartner und die Brandmauer
Die Führungsschwierigkeiten erstrecken sich auch auf den Koalitionspartner SPD, wo eine INSA-Umfrage ergab, dass 51 % der Befragten den Co-Vorsitzenden Lars Klingbeil nicht für den richtigen Führer halten, während 24 % ihn unterstützen. Die Umfrage erhob auch die öffentlichen Ansichten zur traditionellen politischen Brandmauer gegen die AfD. Während die Union einen formellen Beschluss aufrechterhält, der eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließt, bezeichneten 46 % der Befragten die Brandmauer als überholt, verglichen mit 34 %, die für ihre Beibehaltung plädieren, und 20 %, die keine Antwort gaben. In ostdeutschen Bundesländern setzte eine Umfrage von RTL und ntv die AfD bei 45 %, vor der Linken mit 15 % und der CDU mit 12 %. CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann verteidigte den politischen Kurs der Bundesregierung in einem Interview mit Deutschlandfunk und räumte ein, dass sinkende Umfragewerte Fragen aufwerfen, betonte jedoch, dass die Partei auf Kurs bleibe.


