Wirtschaft · Zaandam und Prag

Tesco verkauft Tschechien- und Slowakei-Geschäft für 1,7 Milliarden Euro an Ahold Delhaize

Tesco erwartet vom niederländischen Einzelhändler einen Netto-Barmittelzufluss von 1,2 Milliarden Euro und will den Großteil davon über Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückgeben. Der Abschluss wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 erwartet.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Financial Times News, pb.pl, Aktuálně.cz und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Zaandam, Prag · Niederlande, Tschechien
Wie es dazu kam
  1. 2021Tesco zieht sich aus Polen zurück
  2. 30.10.Tesco vereinbart den Verkauf seiner Geschäfte in Tschechien und der Slowakei an Ahold Delhaize
  3. Zweite Hälfte 2027Erwarteter Abschluss des Verkaufs

Der Deal

Tesco hat sich bereit erklärt, seine Geschäfte in Tschechien und der Slowakei für einen Unternehmenswert von 1,7 Milliarden Euro an den niederländischen Einzelhändler Ahold Delhaize zu verkaufen; Bloomberg beziffert den Wert auf 1,5 Milliarden Pfund. Tesco kündigte die Vereinbarung am Freitag, 30. Oktober, an und erwartet einen Netto-Barmittelzufluss von 1,2 Milliarden Euro vor Steuern und sonstigen Transaktionskosten. Das Paket umfasst alle Filialen und Büros in beiden Ländern sowie die Verteilzentren in Kralupy, Presov und Beckov. Tesco plant, den Großteil dieser Erlöse nach Abschluss der Transaktion über einen zusätzlichen Aktienrückkauf an die Aktionäre zurückzugeben. Der Verkauf soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 abgeschlossen werden.

Verkaufswert von Tesco in Tschechien und der SlowakeiMrd. EUR
Unternehmenswert
1.7 Mrd. EUR
Netto-Barmittelzufluss
1.2 Mrd. EUR

Daten aus dem Artikeltext

Warum Tesco sich zurückzieht

Tschechien und die Slowakei erzielten im vorangegangenen 52-Wochen-Geschäftsjahr von Tesco gemeinsam einen Umsatz von 2,9 Milliarden Pfund und machten den Großteil der 115 Millionen Pfund bereinigten Betriebsgewinns aus, den die Mitteleuropa-Sparte des Konzerns auswies. Im Geschäftsjahr 2025/26 erreichte der Umsatz dieser Sparte 4,49 Milliarden Pfund, ein Plus von 3,7 Prozent zu konstanten Wechselkursen, während der bereinigte Betriebsgewinn um 0,9 Prozent zurückging. Das Europageschäft ist für Tesco nach dem Bilanzskandal von 2014 und dem Rückzug aus der internationalen Expansion das einzige Geschäft von Bedeutung außerhalb Großbritanniens und Irlands. Zu den früheren Ausstiegen zählen die Verlust machende US-Kette Fresh & Easy ab 2012, ein 2015 für 4,2 Milliarden Pfund verkauftes Südkorea-Geschäft sowie 2020 für 8 Milliarden Pfund verkaufte Aktivitäten in Thailand und Malaysia – Deals, die der frühere Vorstandsvorsitzende Sir Dave Lewis verantwortete. Am Freitag sagte Vorstandschef Ken Murphy, der Verkauf werde den Konzern weiter vereinfachen.

„Die Transaktion wird den Konzern weiter vereinfachen und unsere Konzentration auf unser Kerngeschäft in Großbritannien und Irland erhöhen.“

Ken Murphy, Vorstandsvorsitzender von Tesco

Ungarn und der Rest der Region

Tesco erklärte, weiterhin alle Optionen für sein Ungarn-Geschäft zu prüfen, wo der Konzern 1995 seine erste Filiale eröffnete. Die unter dem früheren Ministerpräsidenten Viktor Orbán eingeführten Preisregulierungen und Steuern haben ausländische Einzelhändler überproportional getroffen. Diese Regulierungen gelten auch unter seinem Nachfolger Péter Magyar fort, der im September ankündigte, das System werde wegen der Schäden für ungarische Landwirte überprüft. Tesco, das sich 2021 aus Polen zurückzog, betrieb zuletzt noch 561 Filialen in Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Murphy begrüßte die Pläne des Käufers in Äußerungen vom selben Tag.

„Wir sind stolz auf das, was in den vergangenen 30 Jahren erreicht wurde. Ich freue mich, dass Ahold Delhaize in beide Märkte investieren will.“

Ken Murphy, Vorstandsvorsitzender von Tesco

Käufer und konkurrierende Gebote

Ahold Delhaize entstand 2016 und hat seinen Sitz im niederländischen Zaandam, wo zu den wichtigsten Marken Albert Heijn und Etos gehören. In Tschechien besitzt der Konzern bereits die Kette Albert mit fast 350 Hyper- und Supermärkten, die gemessen am Umsatz hinter den deutschen Ketten Lidl und Kaufland auf Platz drei liegt. Die Slowakei wäre ein neuer Markt für die Gruppe, die erklärt, die Übernahme stärke ihre Position in Mittel- und Südosteuropa und beschleunige das Umsatzwachstum durch Synergien. Albert-Sprecher Jiří Mareček bestätigte den Deal ebenfalls am Freitag, 30. Oktober, und sagte, der Abschluss werde – vorbehaltlich der üblichen Bedingungen einschließlich der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden – im vierten Quartal 2027 erwartet. Die Financial Times berichtete Ende September unter Berufung auf anonyme Quellen, auch Biedronka und die Schwarz-Gruppe als Eigentümerin von Lidl hätten Interesse gehabt. Biedronka war im März 2025 mit 17 Filialen und einem Verteilzentrum in die Slowakei gestartet und wollte bis Ende 2026 50 Filialen erreichen.

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