
Edeka erhält Freigabe für 178 Tegut-Filialen – Monopolkommission warnt vor Marktmacht
Das Bundeskartellamt hat die Übernahme von 178 Tegut-Filialen durch Edeka genehmigt, nachdem der Händler zugestimmt hatte, 24 Standorte auszunehmen. Die Wettbewerbswächter der Monopolkommission warnen vor einer weiteren Marktkonzentration.
Genehmigung mit Filialauflagen
Das Bundeskartellamt hat Edeka die Übernahme von 178 Tegut-Supermarktfilialen genehmigt, die vor allem in Hessen, Bayern und Thüringen liegen. Ursprünglich hatte Edeka geplant, 202 der rund 300 Standorte von Tegut in ganz Deutschland zu kaufen. Um Wettbewerbsprobleme in den lokalen Märkten auszuräumen, stimmte Edeka einer vierjährigen Beschränkung zu, wonach 24 bestimmte Filialen nicht übernommen werden dürfen, darunter elf in Hessen und sechs in Unterfranken. Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, verteidigte die Freigabe mit Auflagen als Schutz für die Verbraucher vor Ort.
Damit verhindern wir, dass sich die Lage für die Verbraucher in den betroffenen Regionen durch die Übernahme verschlechtert.
- Die Schweizer Genossenschaft Migros Zürich übernimmt die Supermarktkette Tegut
- Die Monopolkommission veröffentlicht einen Sonderbericht und warnt vor einer Konzentration im Lebensmittelmarkt
- Migros Zürich kündigt ihre Entscheidung an, Tegut zu verkaufen und die Marke auslaufen zu lassen
- Das Bundeskartellamt gibt die Übernahme von 36 Tegut-Filialen durch Tante Enso frei
- Das Bundeskartellamt genehmigt Edekas Übernahme von 178 Tegut-Filialen mit Auflagen
Monopolkommission warnt vor Marktmacht
Die Freigabe stieß bei der Monopolkommission auf Kritik, die vor einer zunehmenden Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel warnte. Kommissionspräsident Tomaso Duso erklärte, die vier größten Supermarktketten des Landes (Edeka, die Schwarz-Gruppe, die Rewe-Gruppe und Aldi) erwirtschafteten bereits mehr als 90 % des gesamten deutschen Lebensmittelumsatzes. Duso warnte, eine weitere Konsolidierung verringere den Wettbewerb und setze die Verbraucher Preisdruck aus.
Für den Wettbewerb ist es schmerzhaft, dass ein weiterer Händler vom Markt verschwindet.
Das Beratergremium hatte die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel bereits in einem Sonderbericht vom November 2025 bewertet und dabei eine erhebliche Abhängigkeit der Lieferanten von den dominierenden Gruppen festgestellt. Duso wies darauf hin, dass die hohe Markttransparenz und sich überschneidende Sortimente es den führenden Ketten erleichterten, sich aufeinander einzustellen, was die Bemühungen der Aufsicht erschwere, möglichen Missbrauch von Nachfragemacht einzudämmen.
Ein zentraler Bereich der Versorgung in Deutschland liegt damit in den Händen von nur vier Unternehmen.
Vermögenswerte, Logistik und Beschäftigungsperspektiven
Mit der genehmigten Transaktion gehen 41 automatisierte Teo-Minimärkte, Teguts zentrale Logistikanlage in Hünfeld-Michelsrombach und die Bäckerei Herzberger in Fulda an Edeka über. Edeka plant, die übernommenen Supermärkte schrittweise in sein genossenschaftliches Netz zu integrieren und mehrere Standorte in Netto Marken-Discount-Filialen umzuwandeln, darunter sechs der 20 übernommenen Märkte in Frankfurt. Edeka erklärte, die Transaktion biete rund 3.700 Beschäftigten, darunter 190 Auszubildenden, weiterhin berufliche Perspektiven. Zur regionalen Verteilung gehören 17 Märkte in München und neun im Raum Nürnberg; die ausgenommenen Filialen in bayerischen Orten wie Gerbrunn, Estenfeld und Schonungen bleiben künftigen Entscheidungen vorbehalten.
Aufteilung des verbleibenden Tegut-Netzes
Die Schweizer Genossenschaft Migros Zürich, die Tegut 2019 übernommen hatte, kündigte im März 2026 ihre Entscheidung an, sich von der rund 300 Filialen umfassenden Kette zu trennen. Die 1947 gegründete Supermarktmarke Tegut soll bis Ende des Jahres verschwinden. Andere Einzelhandelswettbewerber haben sich darum bemüht, sich die verbleibenden Werte aus dem Netz zu sichern. Der Smart-Store-Betreiber Tante Enso erhielt im Juni 2026 die kartellrechtliche Freigabe für die Übernahme von 36 Filialen. Die Rewe-Gruppe strebt derzeit die Genehmigung für die Übernahme von bis zu 40 Filialen an, nachdem sie der Wettbewerbsbehörde Zusagen vorgelegt hat. Migros Zürich führt weiterhin ein aktives Bieterverfahren für nicht zugeordnete Filialen durch, für die noch kein Käufer gefunden wurde.
- Von Edeka genehmigte Übernahme
- 178 Filialen
- Von Tante Enso genehmigte Übernahme
- 36 Filialen
- Von Edeka ausgenommene Standorte
- 24 Filialen

