Kunst & Bücher · Cap Formentor

Gonçalo M. Tavares erhält Premio Formentor 2026 und warnt: KI züchtet intellektuelle Quadriplegiker

Der portugiesische Schriftsteller Gonçalo M. Tavares hat am Sonntag, 1. November, am Cap Formentor auf Mallorca den Premio Formentor de las Letras erhalten und die Gelegenheit genutzt, um darzulegen, dass künstliche Intelligenz und Handys das Denken und die Sprache aushöhlen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL, LaVanguardia, europa press und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Cap Formentor · Spanien

Zeremonie auf der mallorquinischen Halbinsel

Der 1970 in Luanda geborene portugiesische Schriftsteller Gonçalo M. Tavares erhielt am Sonntag, 1. November, am Cap Formentor auf Mallorca den Premio Formentor de las Letras 2026. Die Preisverleihung war für 20.00 Uhr im Four Seasons Resort Mallorca at Formentor angesetzt, zuvor hatte er am selben Tag bei einer Pressekonferenz auf der Halbinsel gesprochen. Basilio Baltasar, Direktor der Fundación Formentor, gab einen Ausblick auf die Themen des Treffens. Tavares bezeichnete die Liste der Preisträger als außergewöhnlich, weil jeder von ihnen einen eigenen Weg gegangen sei, ohne auf die anderen zu schauen.

„Ich bin Schriftsteller, kein Verkäufer.“

Gonçalo M. Tavares

Warnungen vor künstlicher Intelligenz und Aufmerksamkeit

Tavares warnte, künstliche Intelligenz könne aus reiner Bequemlichkeit intellektuelle Quadriplegiker hervorbringen, und verglich sie mit der Anstrengung, aufzustehen, um den Fernsehkanal zu wechseln. Wer das Schreiben oder das Analysieren Algorithmen überlasse, verzichte auf das Nachdenken, argumentierte er. Handys hätten begonnen, die Köpfe der Menschen abzustumpfen, und den Verlust der Konzentration beschleunigt; er selbst habe keine Social-Media-Konten, weil sie ihn im besten Fall ablenkten und im schlimmsten Fall vereinnahmten. Er verglich den Geist mit einem Sport oder einer Kunst, die tägliches Training braucht, erinnerte daran, dass er als Kind komplexe Mathematik gelöst habe, und sagte, er wüsste heute nicht mehr, wo er bei diesen Aufgaben anfangen sollte.

„Die KI kann aus reiner Bequemlichkeit intellektuelle Quadriplegiker machen.“

Gonçalo M. Tavares

Sprache als demokratische Frage

Tavares argumentierte, die Beherrschung der Sprache sei eine demokratische Frage, und wer sie schlecht beherrsche, werde wie ein Armer aus der Demokratie gedrängt. In Demokratien habe die Sprache die Kraft des Karate, deshalb sollten die Menschen sprachliche Selbstverteidigung lernen und nicht nur körperliche. Demokratie sei ein Terrain des Arguments, des Gegenarguments, der Ironie und der Anspielung, und ein Bürger, der dem nicht folgen könne, reagiere auf Fragen mit einem bloßen Ja oder Nein. Er beschrieb die Literatur als den einzigen Ort, an dem die volle Kraft der Sprache gegenwärtig sei, und sagte, deshalb schütze die Sprache die Menschen vor dem Faschismus.

„Wer die Sprache nicht beherrscht, ist ein behinderter Bürger.“

Gonçalo M. Tavares

Der Roman und das Interview

Tavares' jüngster Roman, O Fim dos Estados Unidos da América, ist eine Satire auf den Niedergang, angesiedelt während eines Bürgerkriegs in den Vereinigten Staaten, und umfasst rund 900 Seiten. Er beginnt mit einer Seuche, die innerhalb der Landesgrenzen bleibt, und die Figuren machen zunächst Ratten und Mücken verantwortlich, bevor die Krankheit auf die Armen zurückgeführt wird. Die Armen werden in Ghettos isoliert, und mit der Zeit führt eine genetische Veränderung dazu, dass Reiche und Arme keine gemeinsamen Kinder mehr bekommen können – es entstehen zwei menschliche Arten, bevor ein Bürgerkrieg ausbricht. Der Roman entstand vor der Pandemie, eine spanische Ausgabe bei Seix Barral soll 2027 erscheinen. In einem Interview mit La Vanguardia kurz vor der Zeremonie beschrieb Tavares seine Methode als instinktiv – manchmal schreibe er an einem Vormittag zwanzig Seiten und überarbeite sie Jahre später – und wollte nicht verraten, an welchem Buch er derzeit arbeitet. Auch die Sendung El ojo crítico von RTVE porträtierte ihn auf Mallorca und thematisierte seine Verteidigung der Übersetzung als Beruf, der heute durch künstliche Intelligenz unter Druck gerate.

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