Regierung · Prag
Tschechische öffentlich-rechtliche Sender streiken gegen Finanzierung aus dem Staatshaushalt
Beschäftigte des Tschechischen Fernsehens und des Tschechischen Rundfunks streiken einen Tag lang gegen einen Regierungsentwurf, der die Rundfunkgebühren durch eine direkte Finanzierung aus dem Staatshaushalt ersetzen soll.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von der Standard, TVP Info, NIEZALEZNA.PL und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Beschäftigte des Tschechischen Fernsehens und des Tschechischen Rundfunks streiken am Dienstag, 3. November, und die meisten Mitarbeiter haben sich angeschlossen, sodass die Programme auf Wiederholungen und Musik reduziert wurden.
Ein Regierungsentwurf passierte in einer Abstimmung um 4:36 Uhr am 24. Oktober die erste Lesung; Berichte nennen Kürzungen von mehr als 15 Prozent oder bis zu 20 Prozent der derzeitigen Budgets.
Zehntausende demonstrierten am Wochenende der Abstimmung in Prag, und für 16:36 Uhr ist eine Kundgebung auf dem Wenzelsplatz angesetzt.
- 24.10.Regierungsentwurf passiert die erste Lesung in einer Abstimmung um 4:36 Uhr
- 3.11.Eintägiger Streik beim Tschechischen Fernsehen und Tschechischen Rundfunk
- 3.11.Kundgebung auf dem Wenzelsplatz in Prag geplant
Programm am Streiktag ausgedünnt
Beschäftigte des Tschechischen Fernsehens (CT) und des Tschechischen Rundfunks (CRo) beteiligen sich am Dienstag, 3. November, an einem eintägigen Streik, dem sich die meisten Mitarbeiter und freien Beiträger angeschlossen haben. Die Senderleitungen sahen sich gezwungen, die Programme auszudünnen, sodass statt des üblichen Angebots Wiederholungen und Musiksendungen laufen. Auch die Zahl der Nachrichten- und Magazinsendungen wurde reduziert. Radio und Fernsehen konnten den Sendebetrieb nicht ganz einstellen, weil das Gesetz es nicht erlaubt; die Sender erklärten, das Publikum werde in außergewöhnlichen Lagen weiterhin vollständig informiert. Verkehrsmeldungen laufen während des Ausstands weiter. Vor 8, 12 und 18 Uhr verbreiten die meisten öffentlichen Sender Statements der Initiative „Publicznie“, die den Dienstagsprotest initiiert hat und unterstützt. Der ORF berichtete, Nachrichtensprecher hätten schwarze Anzüge getragen und eine Streikerklärung verlesen.
Der Gesetzentwurf hinter dem Ausstand
Der Streik richtet sich gegen einen Regierungsentwurf, der die Rundfunkgebühr abschaffen und das Tschechische Fernsehen und den Tschechischen Rundfunk direkt aus dem Staatshaushalt finanzieren soll. Der ORF beschreibt die Regierung als rechtspopulistisch und von dem Milliardär Andrej Babiš geführt und berichtet, sie habe den Entwurf etwa eine Woche vor dem Streik kurzfristig ins Parlament eingebracht. Das Gesetz passierte in der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober in einer Abstimmung um 4:36 Uhr die erste Lesung – ein Zeitpunkt, der von Kritikern ebenso scharf angegriffen wird wie die Entscheidung, den Entwurf überhaupt auf die Tagesordnung zu setzen. Kritiker bemängeln, der Entwurf sei unerwartet und außerhalb der von der Führung der Abgeordnetenkammer getroffenen Absprachen auf die Tagesordnung gesetzt worden, und fordern seinen Rückzug aus der parlamentarischen Beratung. Die Quellen unterscheiden sich beim Ausmaß der Kürzungen: Der ORF berichtet von Kürzungen von mehr als 15 Prozent, tagesschau beziffert die Budgetkürzung auf rund 15 Prozent, und TVP Info nennt Obergrenzen von bis zu 20 Prozent der derzeitigen Medienbudgets.
Sorge um die Unabhängigkeit
Die Protestierenden argumentieren, die geplante Änderung der Finanzierung würde die Sender ihre Unabhängigkeit kosten und Mittel für Programme für Kinder und Jugendliche kürzen. Daniel Stach, ein Fernsehmoderator, der den Streik im öffentlich-rechtlichen Rundfunk organisiert, sagte in einem Interview, das derzeit Bekannte deute auf ein mögliches Risiko für die Unabhängigkeit beider Sender und für ihre langfristige Finanzierung hin. Das Streikkomitee um Stach verbreitet in den sozialen Medien die Botschaft unabhängiger öffentlicher Medien. Ein Symbol des Protests ist ein Zeitungshut, der einer Figur aus dem Vorspann der tschechischen Kindersendung Dobranocka nachempfunden ist. Studentenorganisationen und Schauspielergewerkschaften haben sich dem Streik solidarisch angeschlossen.
Proteste und die bevorstehende Kundgebung
Nach Angaben von tagesschau demonstrierten am Wochenende der Abstimmung Zehntausende Menschen in Prag, in den Tagen danach folgten kleinere Proteste in anderen tschechischen Städten. Eine von „Publicznie“ einberufene Kundgebung ist für Dienstag 16:36 Uhr auf dem Wenzelsplatz im Zentrum Prags angesetzt – eine Uhrzeit, die bewusst die Abstimmung um 4:36 Uhr aufgreift. Studierende mehrerer tschechischer Universitäten wollen sich dem Streik anschließen und in mehreren unabhängigen Marschzügen zur Demonstration kommen. Demonstrierende und Opposition teilen laut tagesschau die Sorge, Politiker könnten versuchen, die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender zu beeinflussen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- der StandardMitarbeiter des Tschechischen Fernsehens und Rundfunks im Streik
- TVP InfoStreik in tschechischen Medien. Nachtabstimmung über RegierungsprojektStrajk w czeskich mediach. Nocne głosowanie nad rządowym projektem · Original auf Polnisch
- NIEZALEZNA.PLStreik in öffentlich-rechtlichen Medien. Regierung plant Abschaffung der RundfunkgebührStrajk w mediach publicznych. Rząd planuje likwidację abonamentu · Original auf Polnisch
- Nasz DziennikTschechien: 24-Stunden-Streik in öffentlich-rechtlichen MedienCzechy: W mediach publicznych trwa 24-godzinny strajk · Original auf Polnisch
- Andrej Babiš
- Tschechischer Ministerpräsident, dessen Regierung vorschlug, die öffentlich-rechtlichen Sender aus dem Staatshaushalt zu finanzieren
- Orte
- Prag, Tschechien
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen